IBM, Aktie

IBM Aktie: Aufschub oder Verlust?

Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 09:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

IBM senkt Umsatzprognose fĂŒr 2026. Management setzt auf verschobene VertrĂ€ge, wĂ€hrend Analysten skeptisch bleiben.

IBM Aktie: Prognose gesenkt, Hoffnung auf verschobene Deals
Moderne ServerrĂ€ume und Glasfaserkabel in einer technologischen IT-Infrastruktur. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Ein Sprung von 3,74 Prozent an einem einzigen Tag ist normalerweise ein Signal fĂŒr Optimismus. Bei IBM ist er vor allem eines: eine Verschnaufpause nach einem harten RĂŒckschlag. Der Konzern hat seine Umsatzprognose fĂŒr das Gesamtjahr gesenkt, von zuvor mindestens 5 Prozent Wachstum auf jetzt 4 bis 5 Prozent. Freitag schloss die Aktie bei 188,38 Euro, 7,56 Prozent ĂŒber dem Jahrestief von Mitte Juli, aber 35,67 Prozent unter dem Hoch von Anfang Juni.

Jetzt muss das Management liefern. Vorstandschef Arvind Krishna behauptet, viele Deals seien nicht verloren, sondern nur verschoben. Ob das stimmt, entscheidet sich in den kommenden Monaten.

Die entscheidende Frage

Krishna nennt es "Aufschub, keine Zerstörung". Rund ein Drittel der verzögerten GeschĂ€fte sei bereits Anfang des dritten Quartals abgeschlossen worden, sagte er Analysten. Die Kernfrage lautet: Werden die restlichen VertrĂ€ge tatsĂ€chlich unterschrieben – oder verlagern Kunden ihre Software- und Infrastrukturbudgets dauerhaft in Richtung KI-Hardware?

Diese Frage wird fĂŒr den Kurs wichtiger sein als jedes einzelne Quartalsergebnis. Solange IBM die Konversion der verschobenen Deals nicht nachweist, dĂŒrfte der Markt neue Prognosen mit Skepsis behandeln.

Das bullische Szenario

Die Argumente fĂŒr eine Stabilisierung stĂŒtzen sich auf harte Zahlen. Der freie Cashflow blieb im ersten Halbjahr mit 4,8 Milliarden Dollar stabil gegenĂŒber dem Vorjahr. Ein Anstieg des bereinigten EBITDA um rund 700 Millionen Dollar glich höhere LagerbestĂ€nde, Steuerzahlungen und Zinsaufwendungen aus. Das Management hĂ€lt an seinem Ziel fest: Der freie Cashflow soll im Gesamtjahr um etwa eine Milliarde Dollar wachsen.

Auch im KerngeschĂ€ft zeigt sich Substanz. Der Software-Umsatz stieg um 5 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar, getragen von Hybrid Cloud mit Red Hat (plus 11 Prozent) und dem DatengeschĂ€ft (plus 19 Prozent). Die wiederkehrenden JahresumsĂ€tze kletterten um 8 Prozent auf 24,6 Milliarden Dollar. Besonders auffĂ€llig: Die verteilte Infrastruktur wuchs im Quartal um 37 Prozent, ein Rekordwert, und hinterließ einen Auftragsbestand von 500 Millionen Dollar.

Charttechnisch liefert das ein Argument fĂŒr Optimisten. Die Aktie notiert zwar 17,61 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 228,64 Euro, der RSI von 35,5 signalisiert aber eine ĂŒberverkaufte Lage. Bessert sich die AusfĂŒhrung im zweiten Halbjahr, könnte das fĂŒr eine Erholungsrally reichen.

Das bÀrische Szenario

Die Gegenseite hat ebenso gewichtige Argumente. Die klassische Infrastruktursparte brach um 7 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar ein. Innerhalb dieser Zahl klafft eine LĂŒcke: Das Mainframe-GeschĂ€ft IBM Z stĂŒrzte um 42 Prozent ab, wĂ€hrend die verteilte Infrastruktur um 37 Prozent zulegte. Auch die klassische Transaktionsverarbeitung schwĂ€chelte.

Finanzchef James Kavanaugh macht den Mainframe-Zyklus direkt fĂŒr die Probleme verantwortlich. Er bezifferte den Effekt auf das Wachstum mit ĂŒber fĂŒnf Prozentpunkten – deutlich mehr, als der Konzern ursprĂŒnglich erwartet hatte. Parallel dazu ist die Bilanz dĂŒnner geworden: Zum Ende des zweiten Quartals verfĂŒgte IBM ĂŒber 8,2 Milliarden Dollar an Barmitteln und liquiden Wertpapieren, 6,3 Milliarden Dollar weniger als zum Jahresende 2025. Ein Teil davon fließt in anhaltende Akquisitionen.

Die annualisierte 30-Tage-VolatilitÀt liegt bei fast 85 Prozent. Das zeigt: Der Markt preist keine klare Erholung ein, sondern eine breite Spanne möglicher AusgÀnge.

Ausblick

Zwei Pfade liegen vor der Aktie, und beide hĂ€ngen an denselben verschobenen VertrĂ€gen. Landen sie tatsĂ€chlich im dritten Quartal, gestĂŒtzt vom bestĂ€tigten Cashflow-Ziel von rund einer Milliarde Dollar Wachstum, könnte sich der Kurs schrittweise Richtung 200-Tage-Durchschnitt bei 233,84 Euro bewegen. Rutschen Software- oder InfrastrukturauftrĂ€ge dagegen weiter ab, droht ein erneuter Test des Jahrestiefs nahe 175 Euro – und das durchschnittliche Analysten-Kursziel von 231,11 Euro, das aktuell noch ein AufwĂ€rtspotenzial von etwa 22,7 Prozent implizieren wĂŒrde, geriete erneut unter Druck.

Der nĂ€chste konkrete PrĂŒfstein ist der Quartalsbericht zum dritten Quartal, erwartet im vierten Quartal 2026. Dann zeigt sich, ob die gerade erst gesenkte Wachstumsprognose von 4 bis 5 Prozent trĂ€gt – oder ob IBM ein weiteres Mal nachjustieren muss.

Anzeige

IBM-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue IBM-Analyse vom 25. Juli liefert die Antwort:

Die neusten IBM-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf fĂŒr IBM-AktionĂ€re. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

IBM: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

de | US4592001014 | IBM | boerse | 69867181 |