WDH/ Aktien Europa: Vorsichtiges GeschÀft vor dem Wochenende
27.03.2026 - 14:18:47 | dpa.de(Im 1. Absatz, 2. Satz wird richtig gestellt: Iran- rpt. Iran-Krieges.)
PARIS/LONDON/ZĂRICH (dpa-AFX) - Europas AktienmĂ€rkte haben am Freitag weiter nachgeben. Vor dem Wochenende hielten sich Marktteilnehmer angesichts des Iran-Krieges und des weiter gestiegenen Ălpreises zurĂŒck. "Die jĂŒngste VerlĂ€ngerung des Ultimatums durch Donald Trump sorgt nicht fĂŒr Entspannung", so Timo Emden, Marktanalyst von Emden Research. "Die erneute FristverlĂ€ngerung wirkt wie weniger ein diplomatischer Fortschritt als vielmehr wie ein Zeichen dafĂŒr, dass eine tragfĂ€hige Einigung weiterhin auf sich warten lĂ€sst."
Der EuroStoxx 50 EU0009658145 sank am Mittag um 1,09 Prozent auf 5505,16 Punkte. Der Schweizer SMI CH0009980894 hielt sich dank der StÀrke der defensiven Schwergewichte mit einem Minus von 0,59 Prozent auf 12.566,98 ZÀhler etwas besser, wÀhrend der britische FTSE 100 GB0001383545 um 0,4 Prozent auf 9.932,40 Punkte fiel.
Dabei warfen auch die Inflationsdaten fĂŒr den Euroraum in der kommenden Woche ihre Schatten voraus. "Höhere Inflationszahlen fĂŒr MĂ€rz dĂŒrften nur ein Vorgeschmack dessen sein, was bei einem andauernden Iran- bzw. Energiekrieg in den kommenden Wochen droht?, sagte Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck. Einen ersten Eindruck lieferten Zahlen aus Spanien. Dort hatte sich die Inflation im MĂ€rz wegen des Ălpreisschocks im Zuge des Iran-Kriegs deutlich verstĂ€rkt. Die nach europĂ€ischen Standards berechneten Verbraucherpreise (HVPI) legten im Jahresvergleich um 3,3 Prozent zu.
SchwĂ€chster Sektor waren die Medienwerte. Hier brachen die Aktien von CTS Eventim DE0005470306 wegen eines enttĂ€uschenden Jahresausblicks um 19 Prozent ein. JPMorgan-Analystin Lara Simpson rechnet damit, dass die Ziele des Ticketvermarkters "fĂŒr Diskussionen sorgen dĂŒrften".
Chemiewerte profitierten dagegen von der StĂ€rke des Schwergewichts BASF DE000BASF111. Die US-Investmentbank Morgan Stanley hatte das Kursziel fĂŒr von 52 auf 58 Euro angehoben und die Einstufung auf "Overweight" belassen. Die Probleme in der Rohstoffversorgung im Zuge des Nahost-Kriegs dĂŒrften die asiatischen Chemiekonzerne kostenseitig hĂ€rter treffen als die europĂ€ische Konkurrenz. BASF gewannen knapp ein Prozent.
Vergleichsweise stabil prĂ€sentierten sich auch die defensiven Pharmawerte. Hier gab es eine Ăbernahme. Der Schweizer Pharmakonzern Novartis CH0012005267 will fĂŒr bis zu zwei Milliarden US-Dollar das US-Biotechunternehmen Excellergy kaufen.
Auch im ansonsten unspektakulĂ€ren Nahrungs- und GetrĂ€nkesektor sorgte eine Unternehmensnachricht fĂŒr Aufmerksamkeit. Pernod Ricard FR0000120693 und der Jack-Daniels-Hersteller Brown-Forman US1156371007 fĂŒhren GesprĂ€che ĂŒber einen möglichen Zusammenschluss, um sich in einem schwĂ€cheren Spirituosenmarkt besser aufzustellen. Pernod kletterten darauf um drei Prozent. Allerdings hat die Aktie seit den bisherigen Jahreshochs rund 30 Prozent verloren, was den Anstieg relativiert.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

