KORREKTUR / ROUNDUP: NÀchster Verdi-Warnstreik bei Frachttochter empört Lufthansa
01.03.2024 - 17:12:03(Im 4. Absatz, 1. Satz wurde berichtigt: "Lufthansa-Cargo-Finanzchef")
FRANKFURT (dpa-AFX) - Im Tarifkonflikt beim Lufthansa DE0008232125-Bodenpersonal hat die Gewerkschaft Verdi die Gangart noch einmal verschĂ€rft. FĂŒr Samstag ruft sie die rund 2500 TarifbeschĂ€ftigten der Frachttochter Lufthansa Cargo zum Warnstreik auf, wie VerhandlungsfĂŒhrer Marvin Reschinsky am Freitag mitteilte. Der dreitĂ€gige Warnstreik bei den verschiedenen Technik-Gesellschaften sollte um Mitternacht enden.
Erneut werde der Passagierbereich geschont, erklĂ€rte der Gewerkschafter. "Die Streiks sollen wirtschaftlichen Druck erzeugen und nicht in erster Linie Passagiere in Mitleidenschaft ziehen." Die Lufthansa mĂŒsse mit einem verbesserten Angebot an den Verhandlungstisch zurĂŒckkehren. Bislang ist die nĂ€chste Verhandlungsrunde fĂŒr den 13. und 14. MĂ€rz angesetzt. FĂŒr frĂŒhere GesprĂ€che ist Verdi nur bei einem erhöhten Angebot bereit.
Die Lufthansa reagierte scharf auf den neuerlichen Warnstreik. Ein Konzernsprecher stellte grundsĂ€tzlich die Fortsetzung der Verhandlungen infrage, weil die Gewerkschaft kein Interesse an gemeinsamen Lösungen zeige. "Verdi möchte lieber streiken. Vorabbedingungen zu stellen, um ĂŒberhaupt an den Verhandlungstisch zurĂŒckzukehren, verurteilen wir aufs SchĂ€rfste. Vor diesem Hintergrund mĂŒssen wir prĂŒfen, ob und wie wir die Tarifverhandlungen mit Verdi weiter fortsetzen können."
Lufthansa-Cargo-Finanzchef Frank Bauer sprach von einem groĂen Vertrauens- und QualitĂ€tsverlust durch die Streiks. "Allein in den vergangenen drei Tagen mussten wir 28 Frachter-FlĂŒge streichen und haben dadurch einen mittleren einstelligen Millionenbetrag verloren. Der neue Streik belastet uns zusĂ€tzlich und stĂ€rkt unmittelbar unsere Wettbewerber - unseren Verhandlungsspielraum vergröĂert er nicht."
Die Auswirkungen des am Mittwoch gestarteten Streiks bei der Technik auf den Passagierverkehr waren nach ĂŒbereinstimmender Darstellung beider Seiten gering. Die vor allem am Drehkreuz Frankfurt tĂ€tigen Cargo-Mitarbeiter sollen am Samstag von 6.00 bis 23.10 Uhr die Arbeit ruhen lassen. Laut Verdi gibt es im FrachtgeschĂ€ft noch aus den beiden vorangegangenen Warnstreikwellen groĂe RĂŒckstĂ€nde.

