KORREKTURAUSBLICK, Steuer

KORREKTUR / AUSBLICK 2026: Steuer, Deutschlandticket, Wehrdienst - was sich Àndert

23.12.2025 - 10:29:54

(Im Absatz zu ZusatzbeitrĂ€gen wurde prĂ€zisiert, dass neben der TK und DAK weitere Krankenkassen eine Erhöhung angekĂŒndigt haben.)BERLIN - 2026 steigt der Mindestlohn, das Deutschlandticket wird teuer und fĂŒr Rentnerinnen und Rentner könnte es mehr Geld geben.

(Im Absatz zu ZusatzbeitrĂ€gen wurde prĂ€zisiert, dass neben der TK und DAK weitere Krankenkassen eine Erhöhung angekĂŒndigt haben.)

BERLIN (dpa-AFX) - 2026 steigt der Mindestlohn, das Deutschlandticket wird teuer und fĂŒr Rentnerinnen und Rentner könnte es mehr Geld geben. Auch steuerliche Entlastungen treten in Kraft. Ein Überblick, was auf BĂŒrgerinnen und BĂŒrger im neuen Jahr zukommt:

Höherer Mindestlohn

Der Mindestlohn steigt zum 1. Januar auf 13,90 Euro pro Stunde. Auch fĂŒr Auszubildende ist etwas mehr Geld drin. Die MindestvergĂŒtung im ersten Lehrjahr steigt auf 724 Euro. Auch in den weiteren Ausbildungsjahren gibt es höhere MindestsĂ€tze: im zweiten Jahr 854 Euro, im dritten 977 und bei einem vierten Ausbildungsjahr 1.014 Euro monatlich.

Höhere Minijob-Grenze

Parallel zur Mindestlohnerhöhung steigt auch die Obergrenze fĂŒr sogenannte Minijobs. Diese erhöht sich ab Januar von 556 auf 603 Euro im Monat.

Deutschlandticket wird teurer

Ein Jahr nach der ersten Preiserhöhung wird das Deutschlandticket noch mal teurer: Ab Januar steigt der Preis von 58 auf 63 Euro pro Monat. Rund 14 Millionen Menschen nutzen nach Branchenangaben das Abo, das bundesweit Fahrten im Regional- und Nahverkehr ermöglicht.

Steuerfreibetrag steigt

Der steuerliche Grundfreibetrag, also das Einkommen, bis zu dem keine Steuer gezahlt werden muss, steigt. 2026 liegt er bei 12.348 Euro. Der Kinderfreibetrag wird auf 9.756 Euro angehoben.

Rentenerhöhung

Rentnerinnen und Rentner können sich auf etwas mehr Geld auf dem Konto freuen: Ihre Renten sollen zum 1. Juli angehoben werden. Die Erhöhung könnte sich um die 3,7 Prozent bewegen, wie aus einem Entwurf fĂŒr den jĂ€hrlichen Rentenversicherungsbericht hervorgeht. Der Wert ist aber nur eine SchĂ€tzung. Wie stark die Rente steigt, legt das Bundeskabinett immer erst im FrĂŒhjahr je nach aktueller Konjunkturlage und Lohnentwicklung fest.

Mehr Geld bei Kindern

Das Kindergeld wird zum 1. Januar um vier Euro auf 259 Euro pro Monat erhöht.

Pendlerpauschale

Die Pendlerpauschale wird dauerhaft auf 38 Cent ab dem ersten Kilometer erhöht. Aktuell liegt sie fĂŒr die ersten 20 Kilometer Wegstrecke bei 30 Cent pro Kilometer. Ab dem 21. Kilometer kann man 38 Cent ansetzen.

Post von der Bundeswehr

Im Zuge des neuen Wehrdienstgesetzes wird eine Wehrerfassung wieder eingefĂŒhrt. Das bedeutet fĂŒr alle 18-jĂ€hrigen MĂ€nner und Frauen, dass sie ab Anfang 2026 einen Fragebogen erhalten sollen, mit dem ihre Eignung und ihre Motivation fĂŒr die Bundeswehr erhoben wird. MĂ€nner mĂŒssen diesen dann verpflichtend ausfĂŒllen, Frauen können ihn freiwillig abgeben.

Recht auf Ganztagsbetreuung

Wenn Kinder vom Kindergarten in die Grundschule kommen, kann das fĂŒr Eltern zu EngpĂ€ssen in der Kinderbetreuung fĂŒhren. Ab dem Schuljahr 2026/2027 sollen zunĂ€chst alle ErstklĂ€sslerinnen und ErstklĂ€ssler einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in den Schulen haben. Dieser Anspruch wird in den kommenden Jahren um je eine Klassenstufe pro Jahr ausgeweitet.

Aus BĂŒrgergeld wird Grundsicherung - strengere Sanktionen

Das BĂŒrgergeld soll kĂŒnftig Grundsicherung heißen und wer Termine im Jobcenter ohne zwingenden Grund versĂ€umt oder eine Arbeitsaufnahme verweigert, soll dies hĂ€rter zu spĂŒren bekommen. KĂŒnftig soll direkt mit einer 30-prozentigen KĂŒrzung bestraft werden können, falls jemand zum Beispiel eine Weiterbildung abbricht oder Bewerbungen nicht abschickt.

Wer Termine im Jobcenter ohne wichtigen Grund nicht wahrnimmt, dem droht ab dem zweiten verpassten Termin ebenfalls eine KĂŒrzung um 30 Prozent, ab dem dritten Termin eine komplette Streichung der Zahlung. Das Gesetz soll großteils am 1. Juli 2026 in Kraft treten. ZunĂ€chst wird der Entwurf nun in Bundestag und Bundesrat beraten.

Mehrwertsteuer fĂŒr die Gastronomie

Die Umsatzsteuer fĂŒr Speisen in der Gastronomie wird dauerhaft von 19 auf 7 Prozent reduziert. Das galt auch schon wĂ€hrend der Corona-Pandemie. Ob die Änderung Verbraucherinnen und Verbraucher auch spĂŒren, ist unklar. Gastronomen dĂ€mpften vor dem Beschluss die Hoffnungen, dass mit der Steuer auch die Preise sinken.

Aktivrente

Wer sich in der Rente noch etwas dazuverdienen möchte, bekommt steuerliche Vorteile. BeschĂ€ftigte im Rentenalter dĂŒrfen mit der sogenannten Aktivrente bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei dazuverdienen. Die Vorteile gelten nicht fĂŒr SelbststĂ€ndige, Freiberufler, Land- und Forstwirte, Minijobs und Beamte.

Höhere Sozialabgaben fĂŒr Gutverdiener

Gutverdiener sollen turnusmĂ€ĂŸig höhere Sozialabgaben zahlen. In der gesetzlichen Rentenversicherung werden kĂŒnftig voraussichtlich bis zu einem Monatseinkommen von 8.450 Euro BeitrĂ€ge fĂ€llig. Wer mehr verdient, zahlt nur bis zu dieser Grenze RentenbeitrĂ€ge. Die Beitragsbemessungsgrenze fĂŒr die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung soll auf 5.812,50 Euro pro Monat steigen.

Steuerliche Entlastungen fĂŒr Ehrenamtler

Die Steuerpauschale fĂŒr Übungsleiter steigt von 3.000 auf 3.300 Euro. Die Ehrenamtspauschale wird von 840 auf 960 Euro angehoben. Das betrifft etwa Trainer im Sportverein oder auch ehrenamtliche Chorleiter.

Lachgas-Verbot fĂŒr MinderjĂ€hrige

Das als Partydroge populĂ€re Lachgas wird fĂŒr Kinder und Jugendliche kĂŒnftig verboten. Das heißt, die Abgabe an Kinder ist nicht erlaubt, auch der Online-Handel und der Kauf an Selbstbedienungsautomaten werden verboten. Gelten sollen die neuen Vorgaben voraussichtlich ab April 2026.

ZusatzbeitrÀge steigen

Millionen Versicherte mĂŒssen mit höheren ZusatzbeitrĂ€gen rechnen. Nach einer Auswertung von Vergleichsportalen haben mit Stand Mitte Dezember schon 20 Krankenkassen einen Anstieg fĂŒr ihre Kunden angekĂŒndigt. Betroffen sind etwa Versicherte der zwei großen bundesweiten Krankenkassen. Bei der Techniker Krankenkasse (TK) steigt der Zusatzbeitrag von 2,45 Prozent auf 2,69 Prozent. Die DAK-Gesundheit erhöht ihn von 2,8 Prozent auf 3,2 Prozent.

Wahljahr

FĂŒnf BundeslĂ€nder wĂ€hlen absehbar neue Landesparlamente. Baden-WĂŒrttemberg beginnt am 8. MĂ€rz, am 22. MĂ€rz wĂ€hlen die Menschen in Rheinland-Pfalz einen neuen Landtag, am 6. September ist dann Sachsen-Anhalt dran. Am 20. September gibt es Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.

Bulgarien bekommt den Euro

Ab dem 1. Januar ersetzt Bulgarien den Lew durch den Euro. FĂŒr Urlauber wird damit vieles einfacher: Geldwechsel und zusĂ€tzliche GebĂŒhren entfallen, Preise lassen sich einfacher vergleichen und Kartenzahlungen werden unkomplizierter. Der feste Umrechnungskurs liegt bei 1,95583 Lew pro Euro - exakt derselbe, zu dem einst die D-Mark in den Euro ĂŒberging. Allerdings rechnen Beobachter mit leicht steigenden Preisen in Hotels und Restaurants.

Klarheit beim Honigkauf

Wer beim FrĂŒhstĂŒck gerne Honig aufs Brötchen streicht, kann bald genauer hinschauen: Ab dem 14. Juni mĂŒssen auf jedem Glas alle UrsprungslĂ€nder angegeben werden, wenn es mehrere sind - inklusive Prozentangabe nach Menge. Bisher reichte oft die pauschale Formulierung "Mischung aus EU- und Nicht-EU-LĂ€ndern". GlĂ€ser, die vor dem Stichtag nach den alten Regeln abgefĂŒllt wurden, dĂŒrfen aber weiterhin verkauft werden.

Weniger Kosten fĂŒr Gas?

Ab Januar fĂ€llt die Gasspeicherumlage fĂŒr Gaskunden weg. Bislang kostete sie einen Vierpersonenhaushalt je nach Verbrauch rund 30 bis 60 Euro pro Jahr. Die Umlage diente dazu, die staatlich angeordnete BefĂŒllung der Gasspeicher nach der Energiekrise 2022 zu finanzieren und machte bei Privatkunden rund 2,4 Prozent des Gaspreises aus. Die Kosten ĂŒbernimmt nun einmalig der Bund. Da sich der Gaspreis aus mehreren Bestandteilen zusammensetzt, sinken die Endpreise nicht automatisch.

Schufa-Score wird transparenter

Wer einen Kredit braucht, kann ab dem ersten Quartal seinen Schufa-Score digital und kostenlos einsehen - entweder in der Schufa-App oder online. Bisher war oft unklar, wie die BonitĂ€t berechnet wird. Mit dem neuen, vereinfachten Score-Modell sollen auch Laien diesen ohne großen Aufwand nachrechnen können: FĂŒr zwölf Kriterien werden Punkte vergeben, die insgesamt von 100 bis 999 reichen. Je höher die Gesamtpunktzahl, desto besser gilt die KreditwĂŒrdigkeit des Verbrauchers.

Mögliche PreisĂ€nderungen fĂŒr Kfz-Policen

Zum 1. Januar Ă€ndert sich fĂŒr rund jeden vierten Versicherten in der Kfz-Haftpflicht die Regionalklasse - und damit möglicherweise auch der zu zahlende Beitrag. Rund 5 Millionen Autofahrerinnen und Autofahrer rutschen in eine höhere Einstufung, fĂŒr knapp 5,3 Millionen wird es gĂŒnstiger. FĂŒr die Mehrheit Ă€ndert sich aber nichts. Entscheidend ist, wie oft und wie teuer UnfĂ€lle im eigenen Zulassungsbezirk waren: Regionen mit vielen SchĂ€den landen in höheren Klassen, ruhige Bezirke werden belohnt.

Neuer Ehrentag

Am 23. Mai, dem Tag des Grundgesetzes, rĂŒckt das Ehrenamt in den Fokus. An dem Tag ist ein bundesweiter Mitmachtag geplant, der ehrenamtliches Engagement sichtbarer machen und in seiner Bedeutung fĂŒr die Demokratie wĂŒrdigen soll. Initiator der bundesweiten Aktion ist BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier.

Umtauschfrist fĂŒr FĂŒhrerscheine aus den Jahren 1999 bis 2001 endet

Nach und nach mĂŒssen alle FĂŒhrerscheine, die vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt worden sind, gegen den neuen EU-FĂŒhrerschein umgetauscht werden. Bis zum 19. Januar sind FĂŒhrerscheine mit Ausstellungsdatum zwischen 1999 und 2001 dran. Das Ausstellungsdatum des KartenfĂŒhrerscheins ist auf der Vorderseite im Feld 4a eingetragen. FĂŒr den Umtausch des Dokuments ist die Fahrerlaubnisbehörde des aktuellen Wohnsitzes zustĂ€ndig. Benötigt werden ein gĂŒltiger Personalausweis oder Reisepass, ein biometrisches Passfoto, der aktuelle FĂŒhrerschein und eine GebĂŒhr von rund 25 Euro.

@ dpa.de