WDH/ Merz an Trump: Brauchen uns vor niemandem zu verstecken
03.07.2026 - 16:20:19 | dpa.de(Im ersten Satz wurde der fehlende Name des US-PrÀsidenten Donald Trump ergÀnzt.)
BERLIN (dpa-AFX) - Bundeskanzler Friedrich Merz hat die scharfe Kritik von US-PrĂ€sident Donald Trump an den deutschen BeitrĂ€gen fĂŒr die Nato zurĂŒckgewiesen. Deutschland verdoppele gerade seinen Verteidigungsetat innerhalb vier Jahren, sagte der CDU-Vorsitzende nach einem Treffen mit den baltischen Staats- und Regierungschefs in Berlin. "Das ist die gröĂte Kraftanstrengung, die wir jemals gemacht haben, um unsere VerteidigungsfĂ€higkeit zu stĂ€rken. Insofern brauchen wir uns hier vor niemandem zu verstecken."
"Das sollte jeder anerkennen"
Das werde er beim Gipfel in Ankara am 7. und 8. Juli "auch in aller Bescheidenheit zum Ausdruck bringen", betonte Merz. Die EuropĂ€er im transatlantischen BĂŒndnis seien entschlossen, ihren Beitrag zur Verteidigung der Nato zu leisten. "Und das sollte jeder anerkennen, der sich mit diesen Zahlen auch beschĂ€ftigt."
Kurz vor dem Nato-Gipfel in Ankara hatte Trump am Donnerstag die deutschen Verteidigungsausgaben auf der Plattform Truth Social als "lĂ€cherlich" bezeichnet. Er kritisierte auch andere Nato-VerbĂŒndete wie GroĂbritannien und Italien. Dem US-PrĂ€sidenten ist es schon lĂ€nger ein Dorn im Auge, dass die USA in absoluten Zahlen die mit Abstand höchste Verteidigungsausgaben im BĂŒndnis leisten. Die Kluft wird aber kleiner.
5 Prozent des BIP fĂŒr Verteidigung bis 2035
Unter dem Eindruck von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine und auf DrĂ€ngen Trumps hatte die Nato im vergangenen Jahr beim Nato-Gipfel in Den Haag vereinbart, kĂŒnftig mindestens einen Betrag in Höhe von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Verteidigung zu investieren. Hinzukommen sollen dann noch einmal 1,5 Prozent fĂŒr verteidigungsrelevante Ausgaben, etwa Infrastruktur.
Insgesamt sollen so spÀtestens ab 2035 jÀhrlich 5 Prozent des BIP in Verteidigung und Sicherheit investiert werden - so viel wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr. In Deutschland sollen die Verteidigungsausgaben bis 2029 auf 3,5 Prozent des BIP anwachsen.
