ROUNDUP, US-Gericht

US-Gericht setzt Urteil gegen Trumps Zölle zunÀchst aus

12.05.2026 - 21:56:41 | dpa.de

Im juristischen Tauziehen um seine umstrittene Zollpolitik hat US-PrÀsident Donald Trump einen Etappensieg errungen.

Ein Berufungsgericht hat die Entscheidung einer unteren Instanz vorlĂ€ufig ausgesetzt, das Trumps temporĂ€re Zölle auf Einfuhren aus der ganzen Welt vergangene Woche als rechtswidrig eingestuft hatte. Importeure mĂŒssen nun zunĂ€chst weiter die Abgaben in Höhe von 10 Prozent zahlen.

Die Entscheidung des Berufungsgerichts ist kein finales Urteil in der Sache. Vielmehr setzt sie das Urteil der unteren Instanz - des Gerichts fĂŒr Internationalen Handel in New York - vorlĂ€ufig aus, wĂ€hrend die Berufungsrichter den Antrag der US-Regierung prĂŒfen. Die KlĂ€ger - darunter der Bundesstaat Washington und zwei Unternehmen - haben nun sieben Tage Zeit, um zu reagieren.

Sollte das Berufungsgericht ebenfalls am Ende die Zölle kassieren, bliebe der Trump-Regierung noch der Gang vor das Oberste Gericht.

Wie die US-Regierung argumentiert

Die US-Regierung begrĂŒndete ihren Antrag auf Aussetzung der Entscheidung des Handelsgerichtes damit, dass diese die "Handelsagenda des PrĂ€sidenten erheblich untergraben und die BemĂŒhungen zur Behebung unseres langjĂ€hrigen Handelsdefizits destabilisieren" wĂŒrde. Außerdem bestehe das Risiko, dass bereits eingenommene und kĂŒnftige Zölle dauerhaft verloren gingen.

Nicht zuletzt sei die Zollbehörde (CBP) nicht in der Lage, die Anordnung ohne zusĂ€tzliches Personal umzusetzen. Dies ginge zulasten der Erstattungen, die die Behörde leisten muss, nachdem das Oberste Gericht der USA Zölle auf Basis eines Notstandsgesetzes fĂŒr rechtswidrig erklĂ€rt hatte.

"Im Gegensatz dazu wĂŒrde eine Aussetzung den KlĂ€gern keinen Schaden zufĂŒgen", behauptete die US-Regierung und verwies darauf, dass sie auf richterliche Anordnung zu Unrecht eingenommene Zölle im Nachgang erstatten wĂŒrde.

Was das Gericht fĂŒr Internationalen Handel entschieden hat

Das Gericht fĂŒr Internationalen Handel in New York kam vergangene Woche zu dem Schluss, dass Trump mit der zeitlich befristeten Abgabe in Höhe von 10 Prozent seine Befugnisse ĂŒberschritten hatte. Der US-PrĂ€sident habe das als Grundlage herangezogene Handelsgesetz falsch ausgelegt, urteilten die Richter. Weder die US-Regierung noch die Zollbehörde (CBP) dĂŒrften Importabgaben von den KlĂ€gern einfordern. Bereits erhobene Zölle mĂŒssten an die KlĂ€ger erstattet werden, verfĂŒgte das Gericht.

Um welche Zölle es geht

Seit dem 24. Februar 2026 erheben die USA auf die meisten Einfuhren aus dem Ausland einen Zoll von zehn Prozent. Trump verhĂ€ngte sie unmittelbar, nachdem der Supreme Court viele seiner bisherigen Zölle fĂŒr rechtswidrig erklĂ€rt hatte. Der US-PrĂ€sident hatte sich fĂŒr diese auf ein Notstandsgesetz aus dem Jahr 1977 gestĂŒtzt.

Nach der Entscheidung des Obersten Gerichts behalf sich Trump mit einer Notlösung: FĂŒr die neuen Zölle zog er ein Handelsgesetz aus dem Jahr 1974 als rechtliche Grundlage heran, dass die Erhebung der Abgaben ohnehin auf maximal 150 Tage beschrĂ€nkt.

Trump hatte zudem gedroht, den Satz auf 15 Prozent zu erhöhen. Das wÀre der Maximalwert, den das Gesetz zulÀsst. Ein entsprechender Erlass lÀsst sich aber auch Monate nach der Drohung nicht im Amtsblatt der Regierung finden.

Der US-Regierung stehen noch andere Instrumente zur VerfĂŒgung, um Zölle etwa fĂŒr bestimmte Waren oder Branchen zu verhĂ€ngen - diese kann Trump aber nicht einfach mit seiner Unterschrift nach Belieben verfĂŒgen.

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