Zuckersteuer, Welle

ÄrzteprĂ€sident fordert Zuckersteuer: 'Welle von Diabetikern'

31.12.2025 - 15:35:41

Im Kampf gegen Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen hĂ€lt der PrĂ€sident der BundesĂ€rztekammer, Klaus Reinhardt, eine bundesweite Zuckersteuer fĂŒr dringend notwendig.

"Es ist eine Frage der Verantwortung, dass die Politik auf MissstÀnde reagiert", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Der 65-JÀhrige forderte "höhere Steuern auf Zucker, Tabak und Alkohol, weil das den Konsum senkt".

Mit Blick auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen warnte Reinhardt eindringlich vor den Folgen ĂŒbermĂ€ĂŸigen Zuckerkonsums. "Schon jetzt ist absehbar, dass durch Bewegungsmangel und ungesunde ErnĂ€hrung bei Kindern und Jugendlichen eine riesige Welle von Diabetikern auf uns zurollt", sagte er. Neben einer Zuckersteuer sprach sich Reinhardt auch fĂŒr einen "verbindlichen Gesundheitsunterricht an den Schulen" aus.

"Politisch und ökonomisch lÀngst geboten"

Schleswig-Holstein hatte in der Debatte um eine Zuckersteuer zuletzt eine entsprechende Bundesratsinitiative angekĂŒndigt. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) lehnt den Vorstoß ab. Rainer sieht die ErnĂ€hrung nicht als den einzigen ausschlaggebenden Faktor. "Zu wenig Bewegung, zu viel elektronische Medien können daran beispielsweise auch beteiligt sein", hatte er der "Rheinischen Post" gesagt.

Schleswig-Holsteins MinisterprĂ€sident Daniel GĂŒnther (CDU) hatte sich fĂŒr die EinfĂŒhrung einer Zuckersteuer ausgesprochen. "Im ersten Quartal des kommenden Jahres werden wir eine Bundesratsinitiative ergreifen", sagte der CDU-Politiker der "Welt". "Eine Zuckersteuer ist politisch und ökonomisch lĂ€ngst geboten, weil zu starker Zuckerkonsum erhebliche gesundheitliche Probleme und damit auch enorme gesellschaftliche Kosten verursacht."

FĂŒr eine gute ErnĂ€hrung empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Menschen mit gesundem Körpergewicht tĂ€glich nicht mehr als 50 Gramm des sogenannten freien Zuckers, idealerweise sogar weniger als 25 Gramm (sechs Teelöffel).

@ dpa.de