Atemwegserkrankungen halten Krankenstand weiter hoch
14.10.2025 - 12:05:43BeschÀftigte versichert. Die Zahl der versicherten Mitglieder ist deutlich höher.)
BERLIN (dpa-AFX) - Die Zahl der krankheitsbedingten AusfÀlle von BeschÀftigten ist einer Auswertung der Krankenkasse AOK zufolge auch in diesem Jahr hoch. Haupttreiber sind demnach weiterhin die Atemwegserkrankungen. "Sie erreichten im Februar 2025 einen neuen Höchststand und haben sich seit April 2025 auf einem etwas niedrigeren Niveau eingependelt als in den Vergleichsmonaten des Jahres 2024", teilte die AOK mit.
Die Gesamtbilanz des Jahres 2025 werde aber vermutlich Àhnlich hoch ausfallen wie im Vorjahr. Seit September seien die ErkÀltungs- und GrippefÀlle bereits wieder mehr geworden, ebenso die Corona-Infektionen.
Im vergangenen Jahr ist jeder bei der AOK versicherte BeschĂ€ftigte im Schnitt 2,3 Mal krankgeschrieben worden. "Mit 228 AU-FĂ€llen je 100 Mitglieder ist der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2023 von 225 FĂ€llen je 100 Mitglieder noch einmal ĂŒbertroffen worden", teilte die AOK mit. AU steht fĂŒr ArbeitsunfĂ€higkeit. Zum Vergleich: Im Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2021 kamen auf 100 Versicherte lediglich knapp 160 Krankschreibungen pro Jahr. Die Zahlen der AOK beziehen sich auf die ungefĂ€hr 15 Millionen BeschĂ€ftigten, die bei der Krankenkasse versichert sind.
Psychische Erkrankungen sorgen im Schnitt fĂŒr 28,5 Fehltage
Neben den Atemwegsinfektionen zÀhlt die AOK auch die psychischen Erkrankungen zu den Treibern der hohen KrankenstÀnde. "In den letzten zehn Jahren sind die Ausfalltage wegen psychischer Erkrankungen um 43 Prozent gestiegen", teilte die Krankenversicherung mit. Psychische Erkrankungen sind oft mit lÀngeren Ausfallzeiten von durchschnittlich 28,5 Tagen pro Erkrankungsfall verbunden.
Ein weiterer Einflussfaktor fĂŒr die hohen Werte ist laut AOK auch die EinfĂŒhrung der elektronischen Krankmeldung, die laut aktuellen Analysen zu einer vollstĂ€ndigeren Erfassung der Fehlzeiten gefĂŒhrt hat. FrĂŒher haben nicht alle Patienten den Krankenzettel an die Versicherung gesendet. Von 2021 zu 2022 sind die KrankheitsfĂ€lle deutlich gestiegen, gleichzeitig wurde die elektronische Krankmeldung verpflichtend eingefĂŒhrt.
Telefonische Krankmeldung laut AOK kein Grund fĂŒr Anstieg
Die telefonische Krankmeldung sieht die AOK dagegen nicht als Grund fĂŒr den hohen Krankenstand an. "2024 sind rein rechnerisch 1,5 Prozent aller ArbeitsunfĂ€higkeitsfĂ€lle wegen Atemwegserkrankungen telefonisch veranlasst worden sind. Dieser geringe Anteil kann den starken Anstieg der AU-FĂ€lle nicht erklĂ€ren", sagte Helmut Schröder, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK.

