ROUNDUP, Cum-Ex-Skandal

Cum-Ex-Skandal - Dreieinhalb Jahre Haft fĂŒr frĂŒheren Top-Juristen

30.01.2024 - 13:16:40

Im milliardenschweren Steuerskandal um Cum-Ex-AktiengeschÀfte ist das nÀchste Urteil gefallen.

Das Landgericht Frankfurt verhĂ€ngte am Dienstag eine Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten gegen einen frĂŒheren Top-Anwalt der Großkanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer wegen Beihilfe zu schwerer Steuerhinterziehung in vier FĂ€llen. Damit wurde erstmals ein Steueranwalt einer Großkanzlei fĂŒr seine Beraterrolle im Cum-Ex-Komplex strafrechtlich belangt. Gegen das Urteil können Rechtsmittel eingelegt werden.

Neben dem frĂŒheren Freshfields-Spitzenjuristen wurde ein ehemaliger Maple-Banker verurteilt. Er bekam zwei Jahre Haft auf BewĂ€hrung wegen Steuerhinterziehung. Er hatte bereits zum Prozessauftakt ein GestĂ€ndnis abgelegt.

Der Ex-Topanwalt hatte die Maple Bank bei Cum-Ex-Deals beraten, bei denen lange unklar war, ob sie illegal waren. Freshfields erstellte Gutachten ĂŒber die steuerliche ZulĂ€ssigkeit der Aktien-Deals. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hatte dem Steuerrechtler vorgeworfen, er habe mit "GefĂ€lligkeitsgutachten" die TĂ€uschung des Fiskus mit ermöglicht.

Die Maple Bank verursachte mit Cum-Ex-GeschĂ€ften laut Anklage einen Steuerschaden von rund 388 Millionen Euro - bis sie 2016 selbst in die Pleite stĂŒrzte, weil wegen einer SteuerrĂŒckstellung zu Cum-Ex-GeschĂ€ften die Überschuldung drohte.

Bei Cum-Ex-Deals, die ihre Hochphase zwischen 2006 und 2011 hatten, ließen sich Investoren nie gezahlte Kapitalertragsteuern erstatten und prellten den Staat geschĂ€tzt um mindestens zehn Milliarden Euro. Dabei nutzten sie eine GesetzeslĂŒcke. Erst im Jahr 2012 wurde das Schlupfloch geschlossen. 2021 entschied der Bundesgerichtshof, dass Cum-Ex-GeschĂ€fte als Steuerhinterziehung zu werten sind.

@ dpa.de