Rechtsstreit um Mobilfunk-Auktion geht in die VerlÀngerung
09.01.2025 - 11:35:39Man habe Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht, sagte Netzagentur-Chef Klaus MĂŒller in Bonn. Zentrale Fragen sollten höchstrichterlich geklĂ€rt werden. Bei der Auktion waren Nutzungsrechte fĂŒr Frequenzen versteigert worden, die fĂŒr die Netze im Mobilfunkstandard 5G von zentraler Bedeutung sind.
Vor dem Kölner Verwaltungsgericht hatte die Behörde im vergangenen Sommer eine Niederlage einstecken mĂŒssen: Dem Urteil zufolge war die Festlegung der Spielregeln fĂŒr die damalige Auktion wegen möglicher Einflussnahme durch das Bundesverkehrsministerium rechtswidrig gewesen. Die UnabhĂ€ngigkeit der Netzagentur sei nicht gewĂ€hrleistet gewesen, die Behörde habe sich nicht ausreichend geschĂŒtzt. Bundesverkehrsminister war damals der CSU-Politiker Andreas Scheuer.
Geklagt hatten die beiden Telekommunikationsanbieter Freenet DE000A0Z2ZZ5 und EWE Tel, die sich benachteiligt fĂŒhlten. Die Bundesnetzagentur hatte damals entschieden, keine sogenannte Diensteanbieter-Verpflichtung zu erlassen - so eine Regelung hĂ€tte den KlĂ€gern geholfen können, sich gĂŒnstig im Handynetz der etablierten Netzbetreiber einzumieten. Die genauen Folgen des Kölner Urteils waren zunĂ€chst unklar, sogar eine RĂŒckabwicklung der Auktion stand im Raum. Mit dem Gang vor das Bundesverwaltungsgericht vermeidet die Netzagentur nun zunĂ€chst, dass das Urteil rechtskrĂ€ftig wird.
Blick auf die nÀchste Frequenzvergabe
WĂ€hrend es in dem Gerichtsstreit um den Blick zurĂŒck geht, so beschĂ€ftigten sich die Netzagentur und Firmenvertreter bei einer Anhörung in Bonn auch mit dem Blick nach vorn: Es ging um die anstehende Vergabe von anderen Handyfrequenzen, deren Nutzungsrechte Ende 2024 auslaufen. Hierbei soll es erneut keine Diensteanbieter-Verpflichtung geben.
AuĂerdem beabsichtigt die Behörde, auf eine Frequenzauktion zu verzichten und Nutzungsrechte um fĂŒnf Jahre zu verlĂ€ngern. DafĂŒr sollen die etablierten Netzbetreiber Deutsche Telekom DE0005557508, Vodafone GB00BH4HKS39 und O2 TelefĂłnica aber zu besseren Handynetzen verpflichtet werden - Anfang 2030 sollen 99,5 Prozent der FlĂ€che Deutschlands mit einem Handynetz von mindestens 50 Megabit im Download versorgt sein. Die Telekom hatte dies im vergangenen Jahr als zu ambitioniert und zu teuer kritisiert. Bei der Anhörung am Donnerstag bekrĂ€ftigte Behördenchef MĂŒller dieses Verpflichtungsvorhaben.

