'Handelsblatt': Thyssenkrupp-Chef will Stahlmanager ablösen
28.08.2024 - 14:33:13Drei von fĂŒnf VorstĂ€nden der Gesellschaft seien Vereinbarungen fĂŒr eine Vertragsaufhebung unterbreitet worden, berichtete das Handelsblatt unter Berufung auf Kreise des Industriekonzerns. Darunter sei auch Stahlchef Bernhard Osburg. Betrieben werde der personelle Umbau von Konzernchef LĂłpez, der mit den Planungen fĂŒr eine Neuaufstellung des StahlgeschĂ€fts unzufrieden sei, hĂ€tten Konzerninsider berichtet.
Die KonzernfĂŒhrung wollte den Bericht nicht kommentieren. "Wir bitten um VerstĂ€ndnis, dass wir uns zu Personalspekulationen grundsĂ€tzlich nicht öffentlich Ă€uĂern", erklĂ€rte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage der dpa.
Nur kurze Aufsichtsratssitzung der Stahlsparte
Am Donnerstag tagt der Aufsichtsrat der Stahl-FĂŒhrungsgesellschaft Thyssenkrupp Steel Europe in Duisburg. Die Sitzung soll um 15 Uhr beginnen. Bereits fĂŒr 17 Uhr haben Aufsichtsratschef Sigmar Gabriel und der Vizevorsitzende des Gremiums, Detlef Wetzel, zu einem PressegesprĂ€ch eingeladen.
In der Thyssenkrupp-Stahlsparte sind 27.000 Menschen beschĂ€ftigt. Allein 13.000 davon arbeiten in Duisburg. In den ĂŒbrigen Konzerngesellschaften beschĂ€ftigt Thyssenkrupp weitere rund 70.000 Menschen.
Die unter der KonjunkturschwĂ€che und Billigimporten leidende Sparte soll neu aufgestellt werden. Geplant ist eine VerselbststĂ€ndigung. Dabei ist unter anderem ein Abbau der StahlerzeugungskapazitĂ€ten in Duisburg geplant, der auch mit einem Stellenabbau verbunden sein wird. Strittig ist vor allem die finanzielle Ausstattung der Sparte durch den Mutterkonzern bei der VerselbststĂ€ndigung. Die bisherigen PlĂ€ne des Stahlvorstands fĂŒr die Neuaufstellung gehen dem Mutterkonzern nicht weit genug.
Erst am Mittwoch hatten die AktionĂ€rsvertreter im Aufsichtsrat der AG in einer öffentlichen ErklĂ€rung LĂłpez fĂŒr dessen Vorgehen bei der Restrukturierung den RĂŒcken gestĂ€rkt. Sie forderten die Arbeitnehmerseite auf, die BeschĂ€ftigten nicht zu verunsichern, "indem der Eindruck massenhaft drohender individueller Arbeitsplatzverluste vermittelt" werde. In den vergangenen Monaten hatten BetriebsrĂ€te und IG Metall bei zahlreichen Veranstaltungen gegen einen umfangreichen Personalabbau demonstriert.

