Autozölle: EU hofft auf Einigung mit den USA
06.05.2026 - 16:53:26 | dpa.deBundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sagte in Paris, sie hoffe auf eine VerstÀndigung mit den USA zu den angedrohten Autozöllen. Sie habe sich dazu selbst mit dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer und US-Handelsminister Howard Lutnick beraten. "Und ich bin guter Hoffnung, dass wir auch diese Herausforderung gut miteinander gelöst bekommen", so Reiche.
EU-Handelskommissar Maros Sefcovic Ă€uĂerte sich nach Beratungen mit dem US-Handelsbeauftragten in der französischen Hauptstadt ebenfalls zuversichtlich. Beide Seiten mĂŒssten das im Sommer 2025 vereinbarte Zollabkommen zwischen der EU und den USA umsetzen. Es gehe nun um eine schnelle BestĂ€tigung des europĂ€ischen Zollabkommens mit den USA im EU-Parlament. Dabei setze er auf schnellen Fortschritt, sagte Sefcovic, der schon am Mittag wieder nach BrĂŒssel abreiste, um dort am Abend ĂŒber die Ratifizierung des Handelsabkommens mit den USA zu beraten.
Trump droht mit erhöhten Einfuhrzöllen fĂŒr Autos aus der EU
Vergangene Woche hatte US-PrĂ€sident Donald Trump angekĂŒndigt, er wolle Zölle auf Autos und Lastwagen, die aus der EU in die USA eingefĂŒhrt werden, von 15 auf 25 Prozent erhöhen. Er begrĂŒndete das mit dem Vorwurf, die EU halte sich nicht an das vereinbarte Handelsabkommen. Die Zollerhöhungen wĂŒrden vor allem Deutschland treffen.
Der französische Handelsminister Nicolas Forissier zeigte sich mit Blick auf die angedrohten US-Autozölle nach dem Treffen gelassen. "Was die AnkĂŒndigungen aus den USA in der vergangenen Woche betrifft, so handelt es sich um ErklĂ€rungen, die bislang weder bestĂ€tigt noch konkret umgesetzt wurden." Er sehe darin eher einen US-Appell an die EuropĂ€er, bei dem Thema Dampf zu machen. Das Handelsabkommen befinde sich innerhalb der EU im Abstimmungsverfahren zwischen Rat, Kommission und Parlament. "Wir befinden uns in einem normalen Prozess, der immer etwas langwierig ist."
Paris warnt vor AlleingÀngen und DrohgebÀrden
Vor dem Hintergrund des Streits um Autozölle mahnte der Pariser Minister zu einem Schulterschluss zwischen den USA und Europa und warnte vor AlleingĂ€ngen und DrohgebĂ€rden. Die transatlantischen Beziehungen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten seien von entscheidender Bedeutung. "Sie mĂŒssen aus dieser Perspektive weiterhin auf Vertrauen, Vorhersehbarkeit, gegenseitigem Respekt und dem Zuhören fĂŒreinander aufbauen. Das lĂ€sst natĂŒrlich keinen Raum fĂŒr einseitige Entscheidungen oder Drohungen, die Unsicherheit schaffen und geduldig aufgebaute Gleichgewichte infrage stellen", sagte Forissier. "Das ist nicht möglich."
Frankreich hat im laufenden Jahr den G7-Vorsitz. Zu den G7-Staaten gehören Deutschland, die USA, Japan, Kanada, GroĂbritannien, Frankreich und Italien.
Sorge um blockierte StraĂe von Hormus
Die anhaltende Blockade der StraĂe von Hormus mit massiven Auswirkungen auf die Energieversorgung und den Welthandel war ebenfalls ein Sorgenthema, ĂŒber das die G7-Handelsminister in Paris berieten. Vereinbart worden sei, in der kommenden Zeit zĂŒgig ĂŒber Alternativen nachzudenken, die es ermöglichen können, die Risiken im internationalen Handel angesichts solcher Situationen abzusichern, sagte der französische Minister. Konkret gehe es dabei um Ausweichrouten fĂŒr die blockierte Meerenge, sowohl ĂŒber Land als auch ĂŒber das Meer.
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