Putin feiert MilitÀrparade im Schutz von Trumps Waffenruhe
09.05.2026 - 07:05:02 | dpa.deUS-PrÀsident Donald Trump teilte am Freitag in Washington unerwartet mit, Putin und der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hÀtten seiner Bitte um eine dreitÀgige Waffenruhe bis zum 11. Mai zugestimmt.
Beide Seiten wollten auch jeweils 1.000 Kriegsgefangene austauschen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social - verbunden mit der Botschaft: "Hoffentlich ist dies der Anfang vom Ende eines sehr langen, tödlichen und hart ausgetragenen Kriegs." Die GesprĂ€che ĂŒber ein Ende des Kriegs - "des gröĂten seit dem Zweiten Weltkrieg" - gingen weiter.
Moskaus eigener VorstoĂ fĂŒr Waffenruhe griff nicht
FĂŒr die Feier in Russland, die an den Sieg der Sowjetunion ĂŒber Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg erinnert, galt bereits seit Freitag eine von Moskau einseitig ausgerufene Waffenruhe. Trotzdem griff die russische Armee nach ukrainischer Darstellung weiter so oft an, dass Selenskyj laut eigenen Worten zunĂ€chst keinen Anlass sah, die Waffen schweigen zu lassen. Beide Seiten ĂŒberzogen einander mit Drohnenangriffen.
Trumps Waffenruhe begann dann mit Tagesanbruch des Samstags um 0.00 Uhr Ortszeit in Moskau und Kiew (Freitag 23.00 Uhr MESZ). Bis zum Morgen berichtete zunĂ€chst keine der beiden Seiten ĂŒber VerstöĂe gegen die Feuerpause.
Selenskyj ging nach eigenen Angaben vor allem wegen des Gefangenenaustauschs auf Trumps Bitte ein. "Ein weiteres Argument fĂŒr die Ukraine bei der Festlegung unserer Position war stets die Lösung eines der wichtigsten humanitĂ€ren Probleme dieses Kriegs - nĂ€mlich die Freilassung von Kriegsgefangenen", schrieb er auf dem Portal X.
Washington verhandelte in zwei Richtungen
Putins auĂenpolitischer Berater Juri Uschakow bestĂ€tigte laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass die Waffenruhe. Die Vereinbarung sei infolge der jĂŒngsten russischen Telefonkontakte mit der US-FĂŒhrung zustande gekommen, sagte er. "Die US-Vertreter hatten ihrerseits Kontakt nach Kiew."
Russland erinnert immer am 9. Mai an die Bezwingung Hitler-Deutschlands im Zweiten Weltkrieg, allerdings dienen die pompösen Feiern auch der Selbstdarstellung und Festigung von Putins FĂŒhrung. In diesem Jahr findet die traditionelle MilitĂ€rparade auf dem Roten Platz aber in gedrĂŒckter Stimmung statt. Der von Putin befohlene Angriffskrieg gegen die Ukraine steckt fest, die versprochenen Erfolge bleiben aus; es regt sich erste Kritik am Kremlchef.
Parade ohne Panzer und Raketen
Die VorfĂŒhrung von Panzern, GeschĂŒtzen und Raketen bei der Parade wurde gestrichen. In Moskau ging die Furcht vor ukrainischen Drohnenattacken um. Russland drohte fĂŒr diesen Fall mit Gegenangriffen auf das Zentrum von Kiew. Als provokante Spitze gegen den russischen Machtapparat unterschrieb Selenskyj eine - wie er es nannte - "Erlaubnis" fĂŒr die Moskauer Parade. Er fĂŒhrte die genauen GPS-Koordinaten des Roten Platzes auf und wies seine MilitĂ€rs an, dort nicht anzugreifen.
Die Liste auslĂ€ndischer GĂ€ste fĂŒr die Feiern ist kurz. Vertreter international nicht anerkannter Gebilde wie SĂŒdossetien und Abchasien wurden mitgezĂ€hlt. Neben dem stets loyalen Dauergast Alexander Lukaschenko aus Belarus trafen kurz entschlossen noch die PrĂ€sidenten von Kasachstan und Usbekistan, Kassym-Schomart Tokajew und Schawkat Mirsijojew, in Moskau ein.
"Schwarzes Schaf" Fico erwartet baldiges Kriegsende
Einziger Gast aus der EuropĂ€ischen Union ist der slowakische MinisterprĂ€sident Robert Fico. Er wird nicht an der MilitĂ€rparade teilnehmen, legte aber am Freitag einen Kranz am Grabmal des unbekannten Soldaten an der Kremlmauer nieder. Ficos Besuch in Moskau stöĂt im eigenen Land wie in der EU auf Kritik.
Laut der slowakischen Nachrichtenagentur TASR bezeichnete sich der Regierungschef mit seiner Haltung selbst als das "schwarze Schaf" der EU. Es sei aber Dialog mit Moskau nötig, sagte er. Seiner Ăberzeugung nach nĂ€here sich der russisch-ukrainische Krieg dem Ende.
Putin hatte vor mehr als vier Jahren die groĂangelegte Invasion in die Ukraine befohlen. Das Nachbarland wehrt sich mit westlicher Hilfe und hat zugleich seine eigenen DrohnenkapazitĂ€ten so erweitert, dass die Verteidiger den russischen Vormarsch an der Front zum Stehen bringen können. Gleichzeitig treffen selbstentwickelte Langstreckendrohnen und Marschflugkörper MilitĂ€robjekte und Anlagen der Ălindustrie tief im russischen Hinterland und bringen Moskau zunehmend in BedrĂ€ngnis.
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