Deutlich, Uran

Deutlich mehr Uran aus Russland nach Lingen geliefert

03.01.2025 - 18:13:13

Im vergangenen Jahr sind 68,8 Tonnen Uran aus Russland zur Brennelementefabrik im niedersÀchsischen Lingen geliefert worden.

Trotz des russischen Kriegs gegen die Ukraine wuchs die Menge um rund 66 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr, wie das niedersĂ€chsische Umweltministerium auf Anfrage mitteilte. Insgesamt seien 284,7 Tonnen des radioaktiven Stoffes nach Lingen gekommen. Das russische Uran machte etwa 24 Prozent davon aus. Zuvor hatte der "Spiegel" darĂŒber berichtet.

"Unser Ziel muss es sein, die AbhĂ€ngigkeiten von Uran aus Russland zu reduzieren, so wie wir es auch im Koalitionsvertrag vereinbart haben", sagte Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (GrĂŒne). GeschĂ€fte mit dem "Kriegstreiber" Putin sollten gerade im sensiblen Atombereich unterbleiben, verlangte Meyer mit Blick auf den russischen PrĂ€sidenten. Russland wolle seinen Einfluss hier deutlich steigern. "Das ist extrem gefĂ€hrlich", warnte Meyer.

Minister fordert Sanktionen

Daher solle die EU auch auf Uran Sanktionen beschließen, forderte der Minister. Zudem gebe es Alternativen, das Uran könne aus demokratischen LĂ€ndern wie Kanada oder Australien kommen. Vor diesem Hintergrund sei es völlig unverstĂ€ndlich, dass die zum französischen Staatskonzern Framatome gehörende Brennelementefabrik in Lingen so eng mit Russlands Atomkonzernen zusammenarbeite, kritisierte Meyer.

Die in Lingen ansĂ€ssige Advanced Nuclear Fuels GmbH (ANF), eine Tochtergesellschaft des Framatome-Konzerns, will dort vom kommenden Jahr an Brennelemente fĂŒr russische Reaktortypen herstellen, die sich in Bulgarien, der Tschechischen Republik, Finnland, Ungarn und der Slowakei befinden. Dazu hat Framatome bereits 2021 eine Kooperation mit dem russischen Staatskonzern Rosatom geschlossen.

@ dpa.de