KORREKTUR / ROUNDUP: Starker Euro und Zölle belasten Siemens Healthineers
05.02.2026 - 12:12:25Es handelt sich um das vergangene Quartal rpt Quartal.)
ERLANGEN (dpa-AFX) - Der Medizintechnik-Konzern Siemens Healthineers DE000SHL1006 ist schwÀcher in das neue GeschÀftsjahr gestartet. Der starke Euro sowie die US-Zölle belasteten das erste GeschÀftsquartal (bis Ende Dezember). Die Ergebnisse fielen jedoch nicht so stark wie erwartet. Weiter robust zeigte sich der Auftragseingang. Gut entwickelten sich das KerngeschÀft mit der Bildgebung und die neue Sparte Precision Therapy, die den US-Krebsspezialisten Varian enthÀlt. Dagegen bleibt der Bereich Labordiagnostik wegen der anhaltenden Probleme in China schwach. An seiner Jahresprognose hÀlt das Management um Konzernchef Bernd Montag fest.
Die im Dax DE0008469008 notierte Aktie startete am Donnerstag zunÀchst mit Kursgewinnen, gab diese jedoch bereits nach kurzer Zeit wieder ab. Zuletzt notierte sie mit rund 1,2 Prozent im Minus.
Ein AktienhĂ€ndler bezeichnete die Zahlen mit Blick auf die RĂŒckgĂ€nge als durchwachsen. Im KerngeschĂ€ft auf vergleichbarer Basis sei das erste Quartal stark gewesen, schrieb hingegen David Adlington von JPMorgan in einer ersten EinschĂ€tzung. Der Diagnostikbereich bremse aber weiterhin. Positiv hob der Experte die Book-To-Bill-Ratio hervor, die das VerhĂ€ltnis von Auftragseingang zu den in Rechnung gestellten UmsĂ€tzen widerspiegelt.
Der Konzernumsatz sank im vergangenen Quartal um 1,5 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Morgen in Erlangen mitteilte. Auf vergleichbarer Basis, also wĂ€hrungs- und portfoliobereinigt, erreichte Healthineers ein Plus von 3,8 Prozent, was unter den Erwartungen der Analysten lag. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank ebenfalls um 1,5 Prozent auf 809 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie ging um 3,4 Prozent auf 0,49 Euro zurĂŒck. Hier hatten Marktexperten mit einem gröĂeren RĂŒckgang gerechnet.
Dabei belasteten WÀhrungseffekte das Ergebnis je Aktie mit rund vier Cent. Den Gegenwind durch Zölle bezifferte Finanzvorstand Jochen Schmitz in einer Telefonkonferenz mit sechs Cent.
Montag sprach von "einem sehr guten Start" im KerngeschÀft. Dabei konnte der Bereich PrÀzisionstherapie seine ProfitabilitÀt deutlich verbessern, Treiber war dabei Varian. Die bereinigte operative Marge (Ebit-Marge) bei der Bildgebung wurde hingegen mit zwei Prozentpunkten durch WÀhrungseffekte und Zölle belastet. Sie verschlechterte sich jedoch nur leicht um 0,3 Prozentpunkte und blieb mit 21,6 Prozent Spitzenreiter im Konzern.
Dagegen bleibt die Labordiagnostik der Problemfall bei Healthineers. Hier belastet zusĂ€tzlich das anhaltend schwierige ChinageschĂ€ft, in dem es strukturelle UmwĂ€lzungen gibt. So ist das Land im Zuge seiner Antikorruptionskampagne zu einer zentralen, volumenbasierten Beschaffung ĂŒbergegangen. Dazu kommt, dass die ErstattungsbetrĂ€ge gesunken sind. Umsatz und ProfitabilitĂ€t gingen hier deutlich zurĂŒck, die bereinigte operative Marge betrug 2,1 Prozent und war mit weitem Abstand die schwĂ€chste im Konzern.
Healthineers zÀhlt die Labordiagnostik nicht mehr zum KerngeschÀft. Die Sparte, die keine Synergien zum restlichen Unternehmen aufweist, soll in den kommenden Jahren eigenstÀndig aufgestellt werden. Eine mögliche Trennung danach ist noch offen.
Im laufenden GeschĂ€ftsjahr 2025/26 soll der vergleichbare Umsatz weiterhin um fĂŒnf bis sechs Prozent zulegen. Mit Ausnahme des Labordiagnostik-GeschĂ€fts, fĂŒr das zunĂ€chst weiter eine Stagnation erwartet wird, sollen alle Bereiche wachsen. Dabei geht Finanzvorstand Schmitz fĂŒr das zweite Quartal fĂŒr den Konzern von einer Umsatzentwicklung unterhalb der Jahresprognose aus. Bei der Labordiagnostik dĂŒrfte das Minus dabei nochmals stĂ€rker ausfallen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie sieht Healthineers weiter bei 2,20 bis 2,40 Euro. Im Vorjahr hatte es bei 2,39 Euro gelegen.
Unterdessen kommen die Vorbereitungen fĂŒr die Entkonsolidierung durch die Muttergesellschaft Siemens DE0007236101 laut Montag voran. So bereite sich Healthineers auf eine entsprechende Refinanzierung vor, die durch die Abspaltung entstehen könnte.
Siemens hatte Mitte November angekĂŒndigt, sich von seiner Medizintechniktochter zu trennen. In einem ersten Schritt sollen 30 Prozent an dem ebenfalls im Dax notierten Unternehmen vorzugsweise in Form einer Abspaltung an die AktionĂ€re der Siemens weitergereicht werden. Investoren hatten diesen Schritt schon lĂ€nger gefordert, weil das GeschĂ€ft von Healthineers keine Synergien zu Siemens aufweist und dazu viel Kapital bindet.
Die Entkonsolidierung wird jedoch dauern: So mĂŒssen die Details noch ausgearbeitet werden und die AktionĂ€re beider Unternehmen dem Vorhaben zustimmen. Siemens hielt zuletzt noch rund 67 Prozent an den Erlangern.

