Westen, Bruttoverdienst

Im Westen 17 Prozent mehr Bruttoverdienst als im Osten

Veröffentlicht am: 21.04.2026 um 06:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Auch mehr als 35 Jahre nach der Wiedervereinigung verdienen VollzeitbeschÀftigte im Westen brutto rund 17 Prozent mehr als im Osten.

Dies geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor, die der Linken-Fraktionschef Sören Pellmann abgefragt hat.

Der Bruttojahresverdienst mit Sonderzahlungen lag demnach im Westen 2025 im Schnitt bei 55.435 Euro. Im Osten waren es 46.013 Euro. Pro Stunde betrug der Bruttoverdienst im Westen durchschnittlich 25,61 Euro, im Osten 21,36 Euro.

Im vergangenen Jahr hatte die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung ebenfalls eine LohnlĂŒcke von 17 Prozent berechnet. Als einen Grund fĂŒr das GefĂ€lle sehen Experten die niedrige Tarifbindung im Osten - BeschĂ€ftigte mit Tarifvertrag werden meist besser bezahlt. Zu beachten sind zugleich die regional oft niedrigeren Lebenshaltungskosten und Mieten in den östlichen FlĂ€chenlĂ€ndern.

Pellmann nannte das nach wie vor große GefĂ€lle eine BankrotterklĂ€rung und politisches Versagen. Es sei Folge schwacher Tarifbindung, aber auch "von einem Wirtschaftsmodell, das den Osten viel zu lange als Billiglohngebiet behandelt hat", sagte der Linken-Politiker aus Leipzig. "WĂ€hrend Konzerne und Arbeitgeber von der Lohnspreizung profitieren, zahlen BeschĂ€ftigte von der Ostsee bis zum Erzgebirge die Zeche."

Er forderte einen höheren Mindestlohn und mehr Tarifbindung. DafĂŒr sollten öffentliche AuftrĂ€ge nur an tarifgebundene Unternehmen gehen, meinte Pellmann. "Solange der Osten beim Lohn systematisch abgehĂ€ngt wird, ist die Einheit unvollendet."

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