Immer mehr E-Scooter - aber weniger LeihgerÀte
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 05:54 Uhr | dpa.deDas sind rund 320.000 mehr als vor einem Jahr und gut doppelt so viele wie 2022.
AuffĂ€llig ist dabei, dass der aktuelle Anstieg nur auf privat genutzte E-Scooter zurĂŒckgeht. Ihre Zahl stieg von 1,01 Millionen auf 1,34 Millionen. Die Zahl der Leih-Scooter sank dagegen von 331.000 auf 300.000.
GrundsĂ€tzlich mĂŒssen E-Scooter, die auf der StraĂe eingesetzt werden, versichert sein. Die komplette Zahl aller E-Scooter in Deutschland - inklusive solcher, die in Kellern verstauben oder trotz Pflicht nicht versichert sind - könnte noch höher sein.
"E-Scooter haben sich fĂŒr viele Menschen als Verkehrsmittel fĂŒr kurze Wege etabliert", sagt die stellvertretende HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrerin des GDV, Anja KĂ€fer-Rohrbach. Sie seien vergleichsweise gĂŒnstig und brauchten wenig Platz. Gleichzeitig betont KĂ€fer-Rohrbach aber: "Mit der wachsenden Zahl der Fahrzeuge steigt aber auch die Bedeutung klarer Regeln und eines rĂŒcksichtsvollen Miteinanders im StraĂenverkehr."
Fast doppelt so viele UnfÀlle wie 2022
Auch die Zahl der UnfÀlle ist deutlich gestiegen, wie der GDV unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes mitteilt. Demnach gab es 2025 insgesamt 16.496 E-Scooter-UnfÀlle mit Verletzten, bei denen 38 Menschen ums Leben kamen. Im Jahr 2022 waren es noch 8.341 UnfÀlle mit Personenschaden.
Die Versicherer zĂ€hlten vergangenes Jahr 11.700 HaftpflichtschĂ€den mit E-Scootern. AuffĂ€llig dabei: Die SchadenhĂ€ufigkeit war bei MietgerĂ€ten mehr als doppelt so hoch wie bei privaten: 13 SchĂ€den pro 1.000 versicherten MietgerĂ€ten stehen 6 SchĂ€den pro 1.000 versicherten PrivatgerĂ€ten gegenĂŒber. Es ist allerdings nicht bekannt, ob MietgerĂ€te insgesamt mehr oder weniger gefahren werden als PrivatgerĂ€te.
Die Leiterin der Unfallforschung im GDV, Kirstin Zeidler, weist zudem auf unterschiedliche Verhaltensweisen hin: "Nutzer eigener Scooter fahren in der Regel viel, tragen eher Helm und sind seltener auf Gehwegen unterwegs", sagt sie. Um die Zahl der UnfĂ€lle zu reduzieren, schlĂ€gt der GDV vor, dass Verleiher deutlicher gegen VerstöĂe wie Trunkenheitsfahrten, mehrere Personen auf einem Roller oder das Fahren auf Gehwegen vorgehen.
Zudem sollten weiterfĂŒhrende Schulen die Regeln vermitteln. So sei vielen nicht bewusst, dass unter 21 Jahren Alkoholverbot auf dem E-Scooter gelte - das koste nicht nur BuĂgeld, sondern könne auch den spĂ€teren FĂŒhrerschein gefĂ€hrden.
