Immobilien, Preise

Immobilien werden teurer: Preise und Mieten ziehen 2026 an

Veröffentlicht am: 10.02.2026 um 10:58 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Hohe Nachfrage, knappes Angebot: Wer in Deutschland eine Wohnung oder ein Haus kaufen will, findet kaum SchnÀppchen - und Besserung ist nicht in Sicht.

Im vergangenen Jahr haben sich Wohnimmobilien im Schnitt um 4,2 Prozent verteuert, wie neue Zahlen des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP) zeigen. Das ist doppelt so stark wie im Vorjahr. Wegen des andauernden Mangels bei Wohnraum dĂŒrften die Preise auch dieses Jahr steigen, sagte VDP-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Jens Tolckmitt.

"Eine der politischen PrioritĂ€ten im Jahr 2026 muss die Schaffung von Wohnraum zu bezahlbaren Preisen sein", forderte er. Die Bundesregierung habe mit dem "Bau-Turbo" einen zielfĂŒhrenden Impuls gesetzt. Helfen könnten aus seiner Sicht zudem staatliche BĂŒrgschaften im Wohnungsneubau, um so zusĂ€tzlichen Wohnraum zu schaffen.

Besonders stark fiel der Preisanstieg bei MehrfamilienhĂ€usern aus, die Ende 2025 rund 5,3 Prozent teurer waren als ein Jahr zuvor. Selbst genutztes Wohneigentum, zu dem EinfamilienhĂ€user und Eigentumswohnungen zĂ€hlen, verteuerte sich um 3,0 Prozent, berichtet der Verband. Er vertritt die wichtigsten Immobilienfinanzierer hierzulande, darunter große Sparkassen, Landesbanken und Privatbanken wie Deutsche Bank DE0005140008 und Commerzbank DE000CBK1001.

Metropolen besonders betroffen

Einmal mehr steigen die Immobilienpreise in den Metropolen besonders: In Berlin, DĂŒsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, MĂŒnchen und Stuttgart verteuerten sich Wohnimmobilien um 4,7 Prozent im Vergleich zu Ende 2024. In Stuttgart stiegen die Preise mit 2,2 Prozent am geringsten, in Frankfurt mit 5,7 Prozent am stĂ€rksten. Der VDP legt seit 2010 regelmĂ€ĂŸig Immobilienzahlen vor. Sie beruhen auf echten Transaktionen von mehr als 700 Banken und gelten als belastbar.

Die Zahlen zeigen, dass die Krise am Immobilienmarkt vorbei ist. Wohnungen und HÀuser hatten sich nach jahrelangem Boom verbilligt, 2023 gaben die Preise wegen gestiegener Zinsen deutlich nach. Zuletzt zeichnete sich aber ab, dass sich KÀufer und Hausbauer an höhere Finanzierungskosten gewöhnt haben.

Institut sagt deutliche Mietanstiege voraus

Da der Wohnungsbau in Deutschland seit Jahren stockt, ist der Druck auch auf die Mieten groß: Ende des vierten Quartals lagen sie laut VDP im Bundesschnitt 3,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Das Beratungsinstitut Empirica rechnet mit einem weiteren Anstieg. Um die Kosten zu decken, mĂŒssten die Neubaumieten in westdeutschen GroßstĂ€dten rund 20 Euro pro Quadratmeter betragen. Auch die Bestandsmieten, die im Bundesschnitt zulegt bei 10,60 Euro je Quadratmeter lagen, dĂŒrften 2026 anziehen, schĂ€tzt Empirica - um drei bis vier Prozent.

"Angesichts von 20 Euro Neubaumieten werden die Angebotsmieten fĂŒr Bestandswohnungen in westdeutschen GroßstĂ€dten auf 15 bis 16 Euro pro Quadratmeter steigen, in mittleren StĂ€dten von 13 bis 14 Euro." WĂ€hrend diese Werte in den Metropolen bereits weitgehend erreicht seien, stĂŒnden in vielen MittelstĂ€dten noch spĂŒrbare Erhöhungen bevor, sagte Empirica-Vorstand Harald Simons.

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