Immobilienmarkt: Förderzinsen stĂŒrzen, BGH stĂ€rkt KĂ€ufer
Veröffentlicht am: 04.03.2026 um 06:31 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer deutsche Immobilienmarkt erlebt eine Doppel-Wende. Der Staat senkt die Förderzinsen fĂŒr klimafreundlichen Neubau drastisch, wĂ€hrend der Bundesgerichtshof KĂ€ufer bei BautrĂ€ger-Pleiten stĂ€rkt. Doch die Mieten fĂŒr Neubauwohnungen steigen weiter.
KfW-Zinsen fĂŒr Neubau brechen ein
Seit dieser Woche gelten neue, extrem gĂŒnstige Konditionen im KfW-Programm âKlimafreundlicher Neubauâ. FĂŒr den Effizienzhaus-55-Standard sinkt der Zinssatz auf nur noch 1,0 Prozent pro Jahr. Noch attraktiver ist der anspruchsvollere EH-40-Standard mit 0,6 Prozent.
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Private und gewerbliche Investoren können die verbilligten Darlehen sofort ĂŒber ihre Hausbank beantragen. Ein zentrales Ziel: den sogenannten BauĂŒberhang abbauen. Dabei handelt es sich um bereits genehmigte Projekte, die wegen hoher Kosten und Zinsen bisher auf Eis lagen. Seit dem Programmstart Mitte Dezember wurden bereits rund 17.000 neue Wohneinheiten gefördert.
BGH-Urteil: Mehr Sicherheit bei BautrÀger-Pleiten
Parallel stĂ€rkt ein wegweisendes Urteil des Bundesgerichtshofs die Rechte von WohnungskĂ€ufern. Bricht ein BautrĂ€ger wĂ€hrend der Bauphase zusammen, war bisher oft unklar, wer welche Fertigstellungsarbeiten ĂŒbernimmt.
Der BGH entschied nun, dass die WohnungseigentĂŒmergemeinschaft (WEG) mehr leisten muss als bisher angenommen. Sie muss auch nichttragende InnenwĂ€nde verputzen, die unter Putz verlegte Elektroinstallation vornehmen und den Anschluss an die Zentralheizung inklusive Heizkörper herstellen. Juristen begrĂŒĂen die Entscheidung als praxistauglich. FĂŒr KĂ€ufer bedeutet sie mehr Planungssicherheit im Insolvenzfall.
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Berliner Neubau-Mieten schieĂen weiter nach oben
WĂ€hrend Bauen und Kaufen attraktiver werden, zeigt der Mietmarkt fĂŒr Neubauten keine Entspannung. Aktuelle Zahlen aus Berlin belegen das Gegenteil: Die Mieten klettern ungebremst.
Laut dem Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) kostete eine Neubau-Mietwohnung zuletzt durchschnittlich 13,55 Euro pro Quadratmeter. Das ist ein Plus von sieben Prozent im Jahresvergleich. Auf privaten Immobilienportalen liegen die Preise oft noch deutlich höher. Die Nachfrage ĂŒbersteigt das Angebot weiter klar.
Wird 2026 zum Wendepunkt?
Die Kombination aus gĂŒnstigen Krediten und mehr Rechtssicherheit könnte der Bauwirtschaft den ersehnten Schub geben. BranchenverbĂ€nde wie der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) bewerten die Zinssenkung als starkes Signal.
Doch sie mahnen: Der Zinsvorteil gegenĂŒber dem Markt muss dauerhaft groĂ bleiben, um Investoren wirklich zu locken. Zudem fordern sie verlĂ€sslichere politische Rahmenbedingungen. In der Vergangenheit sorgten plötzliche Förderstopps fĂŒr Verunsicherung.
Die Nachfrage nach Neubau-Eigentumswohnungen dĂŒrfte in den kommenden Monaten spĂŒrbar anziehen. Vor allem in teuren Metropolen wie MĂŒnchen oder Frankfurt bietet der geförderte Kauf eine Absicherung gegen steigende Mieten. Ob 2026 zum Wendepunkt wird, hĂ€ngt nun von den BautrĂ€gern ab.
