Immobilienmarkt: Zinsberuhigung bringt keine Kaufwelle
25.01.2026 - 18:09:12Stabile Bauzinsen beleben den deutschen Immobilienmarkt nicht. Trotz einer Beruhigung auf 3,5 bis 4,2 Prozent bleibt die Kauflaune gedämpft. Potenzielle Käufer zögern angesichts hoher Preise und wirtschaftlicher Unsicherheit.
Psychologie blockiert den Markt
Die Entscheidung für eine Immobilie ist längst keine rein finanzielle Rechnung mehr. Die rapiden Zinssprünge der Vergangenheit und anhaltende Inflationssorgen sitzen tief. Viele Interessenten warten ab – in der Hoffnung, dass die Preise noch weiter fallen, um die höheren Finanzierungskosten auszugleichen. Experten sprechen von Verlustaversion: Die Angst, einen Fehlkauf zu tätigen, ist größer als die Hoffnung auf eine gute Investition.
Preise in Metropolen halten sich hartnäckig
Während die Käufer auf sinkende Preise hoffen, zeigt der Markt eine andere Realität. Vor allem in Großstädten wie München, Berlin oder Hamburg bewegen sich die Quadratmeterpreise auf einem stabilen, hohen Niveau. Das führt zu einer Pattsituation:
* Verkäufer halten an ihren Preisvorstellungen fest.
* Käufer sind nicht bereit oder in der Lage, diese zu zahlen.
* Die Folge: Die Transaktionszahlen bleiben niedrig.
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Ein neuer Preistreiber ist der energetische Zustand. Modernisierte, energieeffiziente Immobilien erzielen Aufschläge, während sanierungsbedürftige Häuser schwerer zu verkaufen sind.
Neubaukrise verschärft das Problem
Die angespannte Lage wird durch die anhaltende Krise im Wohnungsbau verschlimmert. Hohe Baukosten und Fachkräftemangel haben viele Projekte stoppen lassen.
* Die Zahl der Baugenehmigungen ist eingebrochen.
* Für 2026 werden nur noch etwa 215.000 Fertigstellungen erwartet.
* Das ist weit entfernt vom politischen Ziel und dem tatsächlichen Bedarf.
Diese Angebotsknappheit hält den Preisdruck auf den Bestand hoch und macht die Suche nach bezahlbarem Wohnraum zur Mammutaufgabe.
Wann kommt die Trendwende?
Branchenkenner sehen den Markt in einer Phase der Neuorientierung. Die Zinsstabilisierung ist ein erster Schritt, reicht aber nicht aus. Der Interhyp-IW-Erschwinglichkeitsindex zeigt: Die Gesamtbelastung aus Kaufpreis und Zinsen bleibt für viele Haushalte eine hohe Hürde.
Eine echte Erholung wird erst erwartet, wenn sich die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbessern: spürbare Reallohnsteigerungen, eine sinkende Inflation und positive Konjunkturimpulse. Bis dahin ist Geduld gefragt. Der Traum von den eigenen vier Wänden bleibt für viele vorerst ein Geduldsspiel.


