Studie: HPV-Impfung sehr effektiv gegen krebserregende Varianten
11.07.2025 - 09:59:56Das schreiben die Autorinnen und Autoren des im Fachblatt "Eurosurveillance" erschienen Artikels. Demnach seien die besonders relevanten Virustypen HPV 16 und 18 in DĂ€nemark nahezu vollstĂ€ndig eliminiert worden, nachdem 2008 in dem Land damit begonnen wurde, MĂ€dchen im Teenager-Alter dagegen zu impfen."Eurosurveillance" wird vom EuropĂ€ischen Zentrum fĂŒr die PrĂ€vention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) mit Sitz in Stockholm herausgegeben.
Die Forscherinnen analysierten rund 17.000 beim Screening auf GebĂ€rmutterhalskrebs vorgenommene Zellabstriche von insgesamt 8.659 Frauen im Alter von 22 bis 30 Jahren ĂŒber einen Zeitraum von sieben Jahren. Dabei fanden sie heraus, dass im Jahr 2021 weniger als ein Prozent der geimpften Frauen mit HPV 16/18 infiziert waren, wĂ€hrend es vor Beginn der landesweiten Impfungen noch 15 bis 17 Prozent waren. Selbst unter den nicht geimpften Frauen waren 2021 nur fĂŒnf Prozent mit den Virustypen infiziert, was den Autoren zufolge stark auf eine ImmunitĂ€t in der dĂ€nischen Bevölkerung gegen diese Varianten hinweise.
HPV-Impfung in jungen Jahren senkt Krebsrisiko bei Frauen
Mindestens 14 der mehr als 100 HPV-Typen werden den Autoren zufolge als Hochrisikovarianten angesehen, die unter anderem GebĂ€rmutterhalskrebs verursachen können. Bevor DĂ€nemark die Impfung von MĂ€dchen eingefĂŒhrt hat, waren demnach rund drei Viertel aller an GebĂ€rmutterhalskrebs erkrankter Frauen in dem skandinavischen Land mit den Varianten HPV 16 und 18 infiziert.
GebĂ€rmutterhalskrebs ist in Europa nach Brustkrebs die Krebsart, die bei Frauen im Alter von 15 bis 44 Jahren am zweithĂ€ufigsten vorkommt. Es wird davon ausgegangen, dass Frauen, die als Kinder gegen Humane Papillomviren geimpft wurden, ein bedeutend geringeres Risiko haben, an GebĂ€rmutterhalskrebs zu erkranken als ungeimpfte Frauen, heiĂt es in dem Artikel.
In Deutschland trotz Empfehlung nur 60 Prozent geimpft
In Deutschland empfiehlt die StĂ€ndige Impfkommission (Stiko) die HPV-Impfung seit 2007 fĂŒr MĂ€dchen und seit 2018 auch fĂŒr Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. FĂŒr einen Schutz sind zwei Impfungen im Abstand von mindestens fĂŒnf Monaten notwendig.
Im vergangenen Jahr veröffentlichte die Barmer Krankenkasse Zahlen, wonach 2022 nur 60 Prozent der MÀdchen im Alter von 14 Jahren vollstÀndig gegen HPV geimpft waren. Bei Jungen lag die Impfquote mit einem Anteil von 25 Prozent bei 13-JÀhrigen noch wesentlich niedriger.
Viele HPV-Infektionen werden nicht bemerkt
Humane Papillomviren gehören weltweit zu den hĂ€ufigsten sexuell ĂŒbertragenen Infektionen. Fast jeder sexuell aktive Mensch infiziert sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) mindestens einmal im Leben damit. Je nach Virustyp kann eine Infektion ohne Folgen bleiben. Meistens merken Menschen dann nicht, dass sie infiziert sind, und die Infektion verschwindet wieder.
Doch in seltenen FÀllen kann sie Krebs auslösen. Dazu gehören vor allem GebÀrmutterhalskrebs, aber auch Peniskrebs, Analkrebs und Krebs im Mund-Rachen-Bereich. Laut RKI wird weltweit etwa die HÀlfte aller infektionsbedingten Krebserkrankungen durch HPV verursacht.

