GeschÀften, Feuerwerk

In den GeschÀften wird so viel Feuerwerk liegen wie noch nie

Veröffentlicht am: 26.12.2025 um 15:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Deutschlands Feuerwerksfirmen nehmen an Silvester den nÀchsten Verkaufsrekord in den Blick.

"Unser Warenvolumen im Handel ist etwa zehn Prozent grĂ¶ĂŸer als vor einem Jahr", sagt der Vertriebsleiter von Weco, Oliver Gerstmeier, in Eitorf bei Bonn. Vor einem Jahr war es sogar um 25 Prozent nach oben gegangen. Konkurrent Comet berichtet von einem moderaten Zuwachs in diesem Jahr. Die Nachfrage des Handels sei gestiegen, sagt der Marketing-Manager von Comet, Jens Thomas.

Die Firmen haben den Super- und VerbrauchermĂ€rkten sowie Discountern und BaumĂ€rkten Raketen, Böller und Feuerwerksbatterien geliefert, die vom 29. bis 31. Dezember verkauft werden dĂŒrfen. Was nicht verkauft wird, geht als Retoure zurĂŒck an die Firmen. Im vergangenen Jahr sei nur wenig zurĂŒckgekommen, sagt Weco-Vertriebsleiter Gerstmeier. "Die Retourenquote war niedriger als erwartet."

Das Feuerwerk kommt grĂ¶ĂŸtenteils aus China

Weco ist die letzte große Feuerwerksfirma, die noch in Deutschland herstellt - die Firma hat insgesamt rund 260 BeschĂ€ftigte, davon circa 200 in Eitorf und 30 in Kiel - an diesen beiden Standorten hat sie noch Produktionen, sie fertigt dort Raketen und sprĂŒhende RĂ€der, auch Sonnen genannt. Nur etwa 15 Prozent des Firmenumsatzes entfallen auf Waren aus der eigenen Produktion, der Rest ist Importware vor allem aus China. Weco kam im GeschĂ€ftsjahr 2023/24 (Mai bis April) auf einen Umsatz von rund 136 Millionen Euro, bei dem die Firma einen Gewinn von 17 Millionen Euro erwirtschaftete.

Die Konkurrenten Nico aus Berlin und Comet aus Bremerhaven sind reine HÀndler, sie importieren ihre Ware komplett. Comet kam mit 120 Mitarbeitern zuletzt auf einen Jahresumsatz von 60 Millionen Euro, die Firma gehört einem chinesischen Handelskonzern. In Freiberg (Sachsen) gibt es mit der FKF GmbH noch einen anderen kleinen Produzenten in Deutschland - er reicht aber lÀngst nicht an das MassengeschÀft von Weco heran.

Der Verband der pyrotechnischen Industrie sieht ebenfalls positiv auf das anstehende SilvestergeschĂ€ft. "Es dĂŒrfte mehr ausgeliefert sein als im vergangenen Jahr - das ist bemerkenswert, schließlich war es im vergangenen Jahr schon sehr viel", sagt VerbandsgeschĂ€ftsfĂŒhrer Klaus Gotzen. Er sieht einen Trend zu sogenannten Verbundfeuerwerken und Feuerwerksbatterien. Die zĂŒndet man einmal an und dann brennt verschiedenes, aneinander gekoppeltes Feuerwerk nacheinander ab - bisweilen dauert es mehrere Minuten, bis es abgebrannt ist.

Ob mehr Feuerwerk verkauft werden wird als im vergangenen Jahr, ist noch unklar. Hierbei spiele auch das Wetter eine Rolle, sagt Verbandsvertreter Gotzen: Wenn Regenwetter herrscht, ist die Lust auf ein Feuerwerk draußen im Garten oder im öffentlichen Raum gering und es wird vorab weniger eingekauft. 2024 hatte der Verband einen Umsatz von 197 Millionen Euro im SilvestergeschĂ€ft in Deutschland vermeldet, nach 180 Millionen Euro fĂŒr Silvester-Feuerwerk 2023.

Kritik flammt immer wieder auf

Das Abbrennen von Feuerwerk und das ZĂŒnden von Böllern ist fĂŒr viele Menschen in Deutschland ein Ärgernis. TierschĂŒtzer warnen vor den negativen Folgen fĂŒr Tiere. Katzen und Hunde werden unter Stress gesetzt, Wildtiere werden aufgeschreckt und verbrauchen wertvolle Energie, mit der sie durch den Winter kommen mĂŒssen.

UmweltschĂŒtzer wiederum monieren eine VermĂŒllung der Umgebung und eine Verschwendung von Ressourcen. Zu den BefĂŒrwortern eines Böllerverbots gehört auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) - sie moniert, dass immer hĂ€ufiger Polizisten mit Böllern und Raketen angegriffen wĂŒrden. Die Innenminister der BundeslĂ€nder konnten sich unlĂ€ngst allerdings nicht ein Böllerverbot einigen. Ein Verbot von privatem Feuerwerk auf der Nordseeinsel Föhr wurde unlĂ€ngst von einem Gericht gestoppt.

Feuerwerksfirmen sehen starken RĂŒckhalt in der Bevölkerung

Weco-Vertriebsleiter Gerstmeier sieht die steigende Nachfrage nach Feuerwerk als Beleg, dass sich die deutliche Mehrheit der Bevölkerung das Feuerwerk nicht verbieten lassen möchte. "Das neue Jahr mit einem farbenfrohen Feuerwerk zu begrĂŒĂŸen, ist fĂŒr viele Menschen eine schöne Sache - das sollte man respektieren, anstatt es mit einer immer wieder aufflammenden Verbotsdebatte zu diskreditieren."

Der Verband der pyrotechnischen Industrie weist darauf hin, dass das Gros der in Deutschland lebenden Menschen mit Silvesterfeuerwerk ordnungsgemĂ€ĂŸ umgehe. "Nur eine kleine Zahl von Chaoten und Krawallmachern in wenigen GroßstĂ€dten verwenden zumeist illegales Feuerwerk in der Silvesternacht, um bewusst Menschen zu gefĂ€hrden oder SachbeschĂ€digungen vorzunehmen", sagt VerbandsgeschĂ€ftsfĂŒhrer Gotzen. "Mit einem generellen Feuerwerksverbot wĂŒrde man wegen dieser wenigen Chaoten die vielen Millionen Menschen, die Freude am legalen Silvesterfeuerwerk haben und dieses in völlig verantwortungsvollem Rahmen abbrennen, kollektiv mit bestrafen."

Weco-Manager Gerstmeier betont zudem, dass die Branche der Kritik Rechnung getragen habe und anders produziere als frĂŒher. "Die Plastikkappe auf der Rakete gibt es nicht mehr - heute besteht unsere Rakete aus einem Holzstab und Pappe, beides ist kompostierbar und schadet der Umwelt nicht." Außerdem werde relativ leises Feuerwerk angeboten, etwa um Tiere nicht aufzuschrecken. Gerstmeier schrĂ€nkt allerdings ein: "Wenn der Nachbar lautes Feuerwerk nutzt, bringt das einem natĂŒrlich nur wenig."

Die Preise fĂŒr Feuerwerk könnten in diesem Jahr etwas höher sein als vor einem Jahr. "Die Transportkosten fĂŒr die Schiffscontainer aus China sind sehr hoch - da kann es sein, dass die Preise im Handel leicht steigen", sagt Weco-Vertriebsleiter Gerstmeier.

Disclaimer...
de | boerse | 68435353 |