Gasbohrungen in Meeresschutzgebieten sollen verboten werden
03.09.2025 - 12:20:06Das sieht ein Gesetzentwurf aus dem Bundesumweltministerium vor, den das Kabinett auf den Weg gebracht hat. Die deutschen Nord- und OstseegewĂ€sser seien in einem "schlechten Erhaltungs- und Umweltzustand", heiĂt es zur BegrĂŒndung. Das Gesetz muss allerdings noch vom Bundestag verabschiedet werden.
In Deutschlands AusschlieĂlicher Wirtschaftszone (AWZ) - also dem Seegebiet jenseits der KĂŒstengewĂ€sser - gibt es schon heute sechs Schutzgebiete mit einer GesamtflĂ€che von rund 10.000 Quadratkilometern, etwa westlich von Sylt und in der Pommerschen Bucht. Dort gelten unter anderem EinschrĂ€nkungen fĂŒr die kommerzielle Fischerei.
Nach dem Gesetzentwurf der Bundesregierung soll dort nun die Aufsuchung und Gewinnung von BodenschÀtzen grundsÀtzlich auf Sand- und Kiesabbau beschrÀnkt werden. Ausnahmen zur Förderung von Erdöl und Erdgas sollen nur in bestimmten EinzelfÀllen möglich sein.
UmweltschĂŒtzer fordern Nachbesserungen
Nach EinschĂ€tzung der Umweltschutzorganisation Greenpeace ist das Vorhaben ĂŒberfĂ€llig, aber nicht ausreichend. "Schweinswale, Seevögel und viele andere Meeresbewohner brauchen echte RĂŒckzugsrĂ€ume", hob Greenpeace-Meeresexpertin Daniela von Schaper hervor. "Solange in den Schutzgebieten weiter gebaggert, gebaut oder gefischt werden darf, sind sie nicht wirksam geschĂŒtzt."
Nicht betroffen von dem Verbot wĂ€re die Gasförderung, die das niederlĂ€ndische Unternehmen One-Dyas nordwestlich der Nordseeinsel Borkum plant. Das entsprechende Erdgasfeld liege vollstĂ€ndig im niedersĂ€chsischen KĂŒstenmeer und bliebe von dem Verbot in der AWZ unberĂŒhrt, sagte ein Sprecher des niedersĂ€chsischen Landesamtes fĂŒr Bergbau, Energie und Geologie (LBEG). Allerdings könnten weitere Erdgasfelder in der NĂ€he, die One-Dyas bereits im Blick hat, von dem Verbot betroffen sein.

