KORREKTUR, Nachfrage

KORREKTUR: Nachfrage nach Bio wÀchst stÀrker als AnbauflÀche

11.02.2025 - 11:23:02

(In der am 9. Februar gesendeten Meldung wurde im 3.

Absatz ein Satz gestrichen, denn die Naturkosmetikmesse Vivaness wurde in die Biofach integriert.)

NÜRNBERG (dpa-AFX) - Die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland greifen zunehmend zu Bio-Lebensmitteln. "Wir steuern tatsĂ€chlich auch im vergangenen Jahr wieder auf einen Rekordumsatz zu", sagte die Vorsitzende des Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Tina Andres.

Auch die Bio-AnbauflĂ€che sei gewachsen, aber weniger stark. Wenn die Politik nicht gegensteuere, drohe der deutsche Bio-Markt kĂŒnftig auf Importware angewiesen zu sein. "Bei der Rohwarenproduktion kommen wir jetzt schon teilweise der Nachfrage nicht mehr hinterher." Das zeichne sich besonders beim Fleisch ab, aber etwa auch bei Obst.

Branche trifft sich auf weltgrĂ¶ĂŸter Naturkostmesse

Der BÖLW ist der Spitzenverband fĂŒr die deutschen Erzeugerbetriebe, verarbeitenden Unternehmen und den Handel von Bio-Lebensmitteln. Genaue Zahlen zum deutschen Biomarkt will dieser am Dienstag auf der weltgrĂ¶ĂŸten Naturkostmesse Biofach (11.-14. Februar) in NĂŒrnberg vorstellen. Parallel dazu wird die Naturkosmetikmesse Vivaness veranstaltet.

16,1 Milliarden Euro gaben die Menschen in Deutschland 2023 fĂŒr Bio-Lebensmittel aus - und damit 5 Prozent mehr ein Jahr zuvor. Allerdings waren dafĂŒr gestiegene Preise zu großen Teil ausschlaggebend.

Verbraucher setzen mehr auf Umwelt- und Klimaschutz

Diesmal gehe das Wachstum hauptsĂ€chlich auf eine höhere Nachfrage zurĂŒck, erlĂ€uterte Andres. Nach der KaufzurĂŒckhaltung im Zuge der Inflation gebe es nun wieder mehr QualitĂ€tsbewusstsein. "Die Menschen besinnen sich wieder darauf, nicht nur Gutes fĂŒr sich, sondern auch Gutes fĂŒr die Umwelt, Klimaschutz und Artenvielfalt zu tun."

Obwohl immer mehr BÀuerinnen und Bauern auf Bio umstiegen, sei Deutschland noch weit entfernt davon, 30 Prozent der LandwirtschaftsflÀche bis 2030 ökologisch zu bewirtschaften, betonte Andres. "Das Ziel ist aufgrund der unzureichenden politischen Umsetzung weiterhin ein hehres, aber fernes."

Mit Blick auf die Bundestagswahl forderte Andres, dass die nĂ€chste Koalition die Bio-AgrarflĂ€che bis 2030 verdoppeln und an der EU-Agrarwende hin zu Klima- und Artenschutz festhalten mĂŒsse. "Wenn die politischen Zielvorgaben jetzt nicht klug gesetzt werden, wĂ€re das eine verschenkte Chance fĂŒr die heimische Landwirtschaft." Landwirte, die auf Bio umstellen wollten, gebe es weiterhin. Diese brĂ€uchten aber verlĂ€ssliche Rahmenbedingungen.

@ dpa.de