Produktion/Absatz, Arbeit

Debatte um Thyssenkrupp-Stahlsparte: IG Metall fordert Gesamtkonzept

27.02.2024 - 16:39:46 | dpa.de

In der Debatte um die Zukunft von Deutschlands grĂ¶ĂŸtem Stahlkonzern Thyssenkrupp DE0007500001 Steel hat die IG Metall ihre Forderung an die Konzernmutter nach einem Gesamtkonzept fĂŒr den Stahlbereich unterstrichen.

"Ob Verkauf, Beteiligung oder VerselbststĂ€ndigung - es braucht endlich ein industrielles Konzept, das finanziell und strukturell abgesichert ist", sagte IG Metall-Bezirksleiter Knut Giesler am Dienstag in DĂŒsseldorf. "Das stĂ€ndige Hin und Her muss ein Ende haben."

Stahl-Vorstand will bis Mitte April VorschlÀge vorlegen

Anlass waren Aussagen von Steel-Aufsichtsratschef Sigmar Gabriel in einem Interview der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ, Montag/Dienstag). Gabriel hatte darin gesagt, dass der Sparten-Vorstand vor dem Hintergrund erwartbarer, dauerhafter AbsatzrĂŒckgĂ€nge bis Mitte April VorschlĂ€ge fĂŒr eine grundlegende Neustrukturierung erarbeiten will. "Was immer dabei an VorschlĂ€gen herauskommt, wird natĂŒrlich danach sofort auch mit der Mitbestimmungsseite, den BetriebsrĂ€ten und der IG Metall beraten", hatte der frĂŒhere Vizekanzler gesagt. SĂ€mtliche Entscheidungen sollten nur gemeinsam mit den Mitbestimmungsgremien fallen, "so wie wir das auch in der Vergangenheit immer getan haben". Am Ende mĂŒsse ein zukunftsfĂ€higes Stahlunternehmen stehen, "in dem auch noch die Kinder und Enkel der heutigen Stahlarbeiter einen Arbeitsplatz finden".

IG Metall und Betriebsrat hĂ€tten zur Kenntnis genommen, dass der Steel-Vorstand ein Restrukturierungskonzept erarbeite, erklĂ€rte Giesler. "Das Problem ausschließlich bei Vorstand und Mitbestimmung des Stahlbereichs abzulegen, ist jedoch nicht akzeptabel." Die IG Metall halte weiterhin an ihrer Forderung einer VerselbststĂ€ndigung des Stahlbereichs fest, "wenn die Rahmenbedingungen stimmen". Diese seien von der Konzernmutter herzustellen.

In der Stahlsparte sind etwa 27 000 Menschen beschĂ€ftigt, davon rund 13 000 allein in Duisburg. Die Sparte hat derzeit unter anderem mit der KonjunkturschwĂ€che sowie hohen Energie- und Rohstoffpreisen zu kĂ€mpfen. Der Mutterkonzern Thyssenkrupp plant eine VerselbststĂ€ndigung der Sparte. Mit dem tschechischen Energieunternehmen EPH des tschechischen Unternehmers Daniel KretĂ­nskĂœ laufen seit LĂ€ngerem GesprĂ€che ĂŒber eine 50:50-Partnerschaft im StahlgeschĂ€ft.

Gabriel sieht drei Optionen fĂŒr VerselbststĂ€ndigung

Laut Gabriel gibt es nicht nur einen Weg in die VerselbststÀndigung. Er sehe mindestens drei Optionen. "Erstens: Der Stahl könnte zum neuen Kern von Thyssenkrupp werden. Zweitens: Wir werden mit einem starken AnkeraktionÀr selbststÀndig. Drittens: Wir tun uns mit jemandem zusammen - mit Herrn Kretinsky beispielsweise", sagte der Aufsichtsratschef der WAZ.

Eine Neustrukturierung der Stahlsparte wird laut Gabriel "sicher einige Jahre" in Anspruch nehmen. "Wir reden hier eben nicht ĂŒber eine Hauruckaktion oder kurzfristige BusinessplĂ€ne, sondern ĂŒber eine grundlegende Neuaufstellung von Thyssenkrupp Steel." An deren Ende mĂŒsse ein Unternehmen stehen, das seine eigenen Investitionen verdient und nicht um jeden Euro bei der Konzernmutter "Bitte, bitte" machen mĂŒsse.

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