Kritik, SparplÀnen

Kritik an SparplÀnen bei der Bahn wegen Haushaltskrise

04.02.2024 - 14:18:38

In der Haushaltskrise muss auch die Bahn mit weniger Geld auskommen: SparplĂ€ne beim bundeseigenen Konzern stoßen auf deutliche Kritik.

"Wir fordern ein Ende des politischen Vandalismus bei der Entwicklung der Schieneninfrastruktur", sagte der GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Verbands der GĂŒterbahnen, Peter Westenberger einer Mitteilung zufolge.

Zuvor war bekannt geworden, an welcher Stelle der Konzern wohl sparen muss, nachdem er durch das Chaos um den Bundeshaushalt deutlich weniger Geld bekommt als zunĂ€chst vorgesehen. Die neue Infrastruktur-Gesellschaft DB InfraGo hat sich laut einem Schreiben an den Aufsichtsrat dazu entschieden, zunĂ€chst vor allem die Sanierung des bestehenden Netzes anzugehen. Zahlreiche Modernisierungsmaßnahmen wurden dagegen in der PrioritĂ€t zurĂŒckgestellt. Das Schreiben liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Zuvor hatte der "Spiegel" darĂŒber berichtet.

Projekte könnten sich deutlich verzögern

Die Ampel-Koalition hatte sich ursprĂŒnglich zum Ziel gesetzt, deutlich mehr GĂŒter auf die Schiene zu verlagern. Ein Sprecher des Verkehrsministeriums sagte, dass sich aus der Liste keine Streichungen einzelner Projekte ableiten ließen. "Wir halten grundsĂ€tzlich unverĂ€ndert an unseren Neu- und Ausbauvorhaben fest", betonte auch die Bahn. Es bestehe aber zumindest die Gefahr einer großen zeitlichen Verschiebung von Projekten. "Der Fokus bei der Umsetzung liegt, wie mit dem Bund vereinbart, zunĂ€chst auf der Modernisierung und Erneuerung des Bestandsnetzes und auf den Projekten, die bereits im Bau sind", teilte die Bahn mit.

"Deutschland muss sowohl sein Schienennetz sanieren als auch viele zusĂ€tzliche Schienen bauen", sagte Westenberger weiter. "Wenn DB und die zustĂ€ndigen Ministerien fĂŒr Finanzen und Verkehr schon im Dezember den Neu- und Ausbau ins TiefkĂŒhlfach gelegt haben, verkennen sie offensichtlich ihre gemeinsame Verantwortung fĂŒr das Gemeinwohl."

Klarheit von der Bahn gefordert

Die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, ? Isabel Cademartori, sagte am Samstag, der Bundestag habe trotz schwieriger Haushaltslage einen "enormen Anstieg der Mittel fĂŒr die Schiene beschlossen" und forderte die Bahn auf, Klarheit zu schaffen.

Baden-WĂŒrttembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (GrĂŒne) warnte davor, den Rotstift an der falschen Stelle anzusetzen. "Sollte der DB-Vorstand beschließen, die dringend notwendigen Mittel fĂŒr die Digitalisierung des Schienenknotens Stuttgart zu blockieren, wĂ€re das ein SchildbĂŒrgerstreich", sagte Hermann am Sonntag der dpa. "Im Kern hĂ€tte man den Knoten dann modernisiert, ohne digital nach außen verbunden zu sein." Man könne als Land nicht akzeptieren, dass Bund und Bahn sich aus ihrer Verantwortung zögen.

@ dpa.de