Trump kĂŒndigt Zölle gegen Deutschland an
18.01.2026 - 11:35:19Die gestaffelten Zölle sollen so lange gelten, bis ein Abkommen ĂŒber den vollstĂ€ndigen Kauf der Arktisinsel erzielt werde, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Ab dem 1. Februar sollen zusĂ€tzlich Zölle in Höhe von 10 Prozent gelten, ab dem 1. Juni Zölle in Höhe von 25 Prozent - auf alle Waren, die in die USA gesendet werden. Aktuell gilt seit Sommer fĂŒr die meisten EU-Exporte nach Amerika ein Zollsatz von 15 Prozent.
Trump stöĂt sich auch daran, dass Deutschland und europĂ€ische Staaten jĂŒngst Soldaten auf die Insel geschickt haben. Der US-PrĂ€sident wiederholte seine EinschĂ€tzung, dass die USA Grönland zur Sicherheit der Arktis besitzen mĂŒssen. Er sagt, dass sonst Russland oder China die Insel ĂŒbernehmen wĂŒrden.
Trump kritisiert Entsendung von Soldaten nach Grönland
Die Vereinigten Staaten seien ab sofort offen fĂŒr Verhandlungen mit DĂ€nemark und weiteren Nationen. Die Entsendung von Soldatinnen und Soldaten aus mehreren Nato-Staaten, darunter Deutschland, kritisierte Trump heftig. "DĂ€nemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, GroĂbritannien, die Niederlande und Finnland sind nach Grönland gereist, fĂŒr unbekannte Zwecke", schrieb Trump. Dies sei eine "sehr gefĂ€hrliche Situation" fĂŒr die Sicherheit, den Schutz und das Ăberleben des Planeten. Die Zölle wĂŒrden fĂŒr alle genannten LĂ€nder gelten.
EU-RatsprĂ€sident AntĂłnio Costa kritisierte Trumps Zoll-AnkĂŒndigung. "Wenn wir Wohlstand wollen, mĂŒssen wir MĂ€rkte öffnen, nicht schlieĂen. Wir mĂŒssen Zonen der wirtschaftlichen Integration schaffen und nicht die Zölle erhöhen", sagte er nach der Unterzeichnung des Freihandelsabkommens zwischen der EU und dem sĂŒdamerikanischen Staatenbund Mercosur in Paraguay auf die Frage nach Trumps VorstoĂ. "Die EU war immer sehr entschlossen in der Verteidigung des Völkerrechts - und natĂŒrlich besonders im Gebiet eines Mitgliedstaats." Von der Bundesregierung hieĂ es, man befinde sich in engster Abstimmung mit europĂ€ischen Partnern und werde zu gegebener Zeit ĂŒber geeignete Reaktionen entscheiden.
Bundeswehr an Erkundungsmission beteiligt
Auf Grönland lĂ€uft aktuell unter Beteiligung der Bundeswehr eine Erkundungsmission vor einer MilitĂ€rĂŒbung. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Berlin sollen die deutschen Soldatinnen und Soldaten auf der Insel Bedingungen fĂŒr gemeinsame MilitĂ€rĂŒbungen prĂŒfen. Es gehe um die Frage, ob die Arktis sicher sei und inwiefern Deutschland mit seinen Nato-Partnern dazu beitragen könne, sagte ein Sprecher. Das deutsche Team - 15 MĂ€nner und Frauen - besteht demnach aus Logistikern und Experten unterschiedlicher Bereiche. Es war am Freitag auf Grönland eingetroffen. Wie lang der Aufenthalt sein werde, sei nicht absehbar, hieĂ es von der Bundeswehr am Samstagabend.
Laut dem Chef des Arktischen Kommandos, das Teil der dĂ€nischen StreitkrĂ€fte ist, seien fĂŒr eine eigentliche Ăbung bislang nur französische Soldaten vor Ort. "Die anderen LĂ€nder sind hier, um sich die Möglichkeiten anzusehen", sagte SĂžren Andersen.
Die Nato-VerbĂŒndeten sind ĂŒberzeugt, dass Grönland, das Teil des Königreichs DĂ€nemark ist, nicht von den USA ĂŒbernommen werden mĂŒsse, um die Arktis zu schĂŒtzen.
Am Samstag hatten in DĂ€nemark und auf Grönland Tausende Menschen gegen die AnnexionsplĂ€ne des US-PrĂ€sidenten demonstriert. In Kopenhagen kĂŒndigten US-Parlamentarier an, das GesprĂ€ch mit US-AuĂenminister Marco Rubio suchen zu wollen. Das weitgehend autonome Grönland gehört zum Hoheitsgebiet des Nato-Mitglieds DĂ€nemark.
Trump ĂŒber Hundeschlitten
Trump schrieb nun auf Truth Social, der Weltfrieden stĂŒnde auf dem Spiel. Er bezeichnete den Schutz DĂ€nemarks als unzureichend, indem er angab, dass dort aktuell zwei Hundeschlitten seien. Trump platziert die Hundeschlitten seit Tagen in seinen Reden. China und Russland wollten Grönland fĂŒr sich und DĂ€nemark könne nichts dagegen tun, so Trump. Nur die USA könnten in diesem Spiel mitspielen, schrieb er.
In dieser Woche hatte es in Washington ein KrisengesprÀch zwischen den USA, DÀnemark und Grönland gegeben - greifbare Ergebnisse gab es nicht.
Expertin: Trump will "TrophÀe" Grönland und EuropÀer spalten
Nach Ansicht der Forschungsgruppenleiterin Amerika der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) will Trump mit seiner Zoll-Drohung die EuropĂ€er spalten. "Trump macht das, weil er es kann und weil Grönland fĂŒr ihn eine wichtige "TrophĂ€e" ist", sagte Laura von Daniels der Deutschen Presse-Agentur. Er nutzte die Zölle gegen einzelne europĂ€ische Staaten, "um maximal Druck aufzubauen und die EuropĂ€er, die bisher in der Grönland-Krise eng zusammenstehen, zu spalten." Sicherheitspolitisch und ökonomisch gebe es keine nachvollziehbaren GrĂŒnde.

