Innenminister sehen Zeitdruck bei Drohnen-AbwehrfÀhigkeiten
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 15:08 Uhr | dpa.deDer sĂ€chsische Innenminister Armin Schuster (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur anschlieĂend, notwendig sei die gegenseitige UnterstĂŒtzung sowie gemeinsame Forschung und Beschaffung. "Die sĂ€chsische Staatsregierung setzt sich gemeinsam mit dem Flughafenbetreiber mit Nachdruck dafĂŒr ein, dass der Flughafen Leipzig/Halle bei der Ausstattung mit Drohnenabwehrtechnik und Drohnendetektion durch den Bund Ă€uĂerst prioritĂ€r und in vorderster Reihe entsprechend ausgerĂŒstet wird - gerade vor dem Hintergrund der zentralen Bedeutung als einer der gröĂten europĂ€ischen FrachtflughĂ€fen", fĂŒgte er hinzu.
Drohne war umgebaut und mit Sprengstoff bestĂŒckt
Am Dienstagabend vergangener Woche war auf dem Flughafen eine mit Sprengstoff bestĂŒckte Drohne zwischen mehreren ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt worden. Die SicherheitskrĂ€fte stuften den Vorfall als sehr ernst ein. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen ĂŒbernommen. Sie spricht von einem "schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland".
Was ist mit den HĂ€fen?
Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) sagte: "Wenn wir uns das Drohnenabwehrkonzept des Bundes angucken, dann sind die FlughĂ€fen dabei, aber leider nicht alle - Hannover zum Beispiel nicht." Das sei eine LĂŒcke, die sie nicht akzeptieren könne. Die HĂ€fen gehörten aus ihrer Sicht zudem genauso wie die FlughĂ€fen zur kritischen Infrastruktur. "Wir haben zum Beispiel noch gar keine richtige Idee vom Bund fĂŒr die HĂ€fen", kritisierte sie.
SpĂ€testens der Vorfall in Leipzig habe gezeigt, "dass wir dort einen Schritt schneller werden können". Sie sprach sich gemeinsam mit Bremens Innensenatorin Eva Högl (SPD) dafĂŒr aus, eine Sonder-Innenministerkonferenz einzuberufen, um noch einmal vertieft ĂŒber die Drohnenabwehr zu sprechen. Högl sagte, es bestehe noch "ein Defizit an Technik, das mĂŒssen wir jetzt schnellstmöglich nachholen". Die Lage sei ernst.
Es geht um FÀhigkeiten, nicht um ZustÀndigkeiten
Schuster widersprach einigen Experten und Politikern, die nach dem Vorfall kritisiert hatten, die Verantwortung zwischen Flughafenbetreibern, Landespolizei, Bundespolizei und der Deutschen Flugsicherung sei unklar verteilt. Von einem "ZustÀndigkeitswirrwarr" könne keine Rede sein, sagte der CDU-Politiker. Die eigentliche Herausforderung sei, die FÀhigkeiten aller Beteiligten zur Detektion und Abwehr hochprofessioneller Drohnen stÀndig auf dem aktuellen Stand zu halten.
Behrens will Abwehrsystem des Bundes fĂŒr Flughafen Hannover
Behrens sagte zur Lage am Flughafen Hannover: "Wir hatten vor zwei Tagen einen schwierigen Vorfall in Hannover, der mit dem Einsatzkommando der Bundespolizei nicht bewĂ€ltigt werden konnte." Deswegen brauche es "auch ein System fĂŒr Hannover, und ich glaube, das ist fĂŒr Bremen auch mehr als gerechtfertigt". Nach der Sichtung einer Drohne war der Flugbetrieb am Flughafen Hannover in der Nacht zum Dienstag zeitweise eingestellt worden.
Die Bundespolizei ist an 13 deutschen VerkehrsflughĂ€fen fĂŒr die Luftsicherheit zustĂ€ndig. Dazu zĂ€hlen auch Bremen und Hannover. Diese beiden FlughĂ€fen gehören aber nicht zu den acht FlughĂ€fen, die seitens des Bundesinnenministeriums fĂŒr eine prioritĂ€re Ausstattung mit stationĂ€rer Technik zur Detektion und Abwehr von Drohnen genannt werden.
