Infineon, Aktie

Infineon Aktie: 9-Prozent-Sturz auf 57,25 Euro

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 21:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Infineon verliert fast neun Prozent an einem Tag. Ein globaler Abverkauf und wachsende China-Konkurrenz belasten den gesamten Chip-Sektor.

Infineon Aktie: Chip-Ausverkauf trifft Halbleiterbranche weltweit
Abstrakte Darstellung einer modernen Halbleiterfertigung in einem Reinraum mit kühler, professioneller Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein einziger Handelstag, ein Kursverlust von fast neun Prozent. Infineon fällt am Dienstag von 62,70 Euro auf 57,25 Euro. Der DAX-Konzern steckt mitten in einem globalen Ausverkauf, der die gesamte Halbleiterbranche erfasst hat.

Der Ausverkauf reicht von Seoul bis New York

Die Verkaufswelle begann in Asien und rollte über den Tag um die Welt. In Südkorea brach SK Hynix um 14,26 Prozent ein, Samsung Electronics verlor über 13,39 Prozent. Der KOSPI-Index stürzte um mehr als 10 Prozent ab und erreichte ein Dreimonatstief. Der Kurssturz war so heftig, dass die Börse den Handel zeitweise unterbrach.

In den USA setzte sich der Trend fort. Sandisk verlor 11,02 Prozent, AMD gab 5,17 Prozent nach, Nvidia fiel um 4,99 Prozent. Anleger ziehen sich aus KI-Chipwerten zurück. Der Grund: wachsende Zweifel, ob sich die massiven Investitionen in KI-Infrastruktur zeitnah auszahlen.

China baut eigene Chip-Fertigung auf

Ein zentraler Belastungsfaktor kommt aus China. Ein staatlich unterstütztes Unternehmen hat dort mit der Serienproduktion eigener Immersions-Lithografiemaschinen begonnen. Genau diesen Maschinentyp dominiert bislang der niederländische Konzern ASML. Die ersten Geräte sollen noch in diesem Jahr an SMIC, Hua Hong Semiconductor und CXMT gehen.

Hinzu kommt ein Börsengang, der die Anleger aufhorchen ließ. Der chinesische Speicherchiphersteller ChangXin Memory Technologies ging in Shanghai an die Börse und sammelte dabei rund 9 Milliarden Dollar ein. Der Kurs zog nach dem Debüt kräftig an. Das nährt Sorgen, dass chinesische Anbieter dem Sektor künftig verstärkt Konkurrenz machen.

Mizuho-Marktstratege Daniel O'Regan sieht keinen einzelnen Auslöser. Er verweist stattdessen auf ein Bündel von Gründen: die Angst vor chinesischer Konkurrenz, Gewinnmitnahmen nach der Rally bei Speicherchips und die Schwäche südkoreanischer Anbieter.

Auch die Konkurrenz verliert

Der Abverkauf trifft praktically den gesamten Sektor. STMicroelectronics gibt 4,98 Prozent ab, Texas Instruments verliert 2,56 Prozent, ON Semiconductor fällt um 2,13 Prozent. Analog Devices notiert 2,08 Prozent im Minus.

Der breite Markt bleibt davon nahezu unberührt. Der Euro Stoxx 50 verliert an diesem Tag lediglich 0,84 Prozent. Bei Infineon türmt sich der Schaden dagegen auf: Binnen einer Woche summiert sich das Minus auf 15,85 Prozent, im Monatsvergleich sind es fast 28 Prozent.

Der Relative-Stärke-Index der Aktie liegt bei 31,6 Punkten. Das signalisiert eine überverkaufte Situation. Trotzdem bleibt der Titel mit einem Plus von knapp 52 Prozent seit Jahresbeginn deutlich im grünen Bereich.

Für Infineon-Aktionäre rückt nun ein konkreter Termin in den Blick: die Quartalszahlen zum dritten Geschäftsquartal. Sie müssen zeigen, ob der operative Aufschwung des Unternehmens stark genug ist, um die aktuelle Marktnervosität zu überstehen.

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