Infineon Aktie: Kurs bei 63,90 Euro
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 23:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein globaler Ausverkauf bei Halbleiterwerten hat Infineon in der vergangenen Woche kräftig durchgeschüttelt. Die Aktie verlor binnen fünf Handelstagen 11,81 Prozent. Zum Wochenschluss stand der Kurs bei 63,90 Euro, nur noch minimal unter dem Vortagesniveau von 0,22 Prozent.
Der Ausverkauf kam aus Asien und den USA
Der Auslöser lag nicht bei Infineon selbst. Der japanische Nikkei-Halbleiterindex brach am Freitag im Vormittagshandel zeitweise um mehr als zehn Prozent ein. Zuvor hatte bereits der amerikanische Philadelphia-Halbleiterindex um 4,3 Prozent nachgegeben. Der breite Nikkei-225 verlor zeitweise vier Prozent, der Topix rutschte um zwei Prozent ab.
Selbst gute Nachrichten halfen nicht. Taiwan Semiconductor Manufacturing meldete einen überraschend starken Quartalsgewinn. Die US-Anleger reagierten trotzdem mit Verkäufen. Das zeigt das Grundproblem der Branche: Die Stimmung ist von Euphorie zu Skepsis gekippt, und selbst starke Zahlen können das kaum noch drehen.
Zusätzlich belastete eine kartellrechtliche Untersuchung in Südkorea. Ein chinesischer Speicherchiphersteller machte eine Kartelluntersuchung öffentlich. Es geht um mögliche Preisabsprachen bei Halbleiterkomponenten. Die gleiche Razzia betraf auch Renesas Electronics und Rambus.
Infineon fällt weniger stark als mancher Konkurrent
Im Vergleich zu einzelnen asiatischen Wettbewerbern zeigt sich Infineon robuster. Am Donnerstag zuvor traf es die Aktie im DAX allerdings besonders hart. Mit einem Minus von 4,80 Prozent war Infineon der schwächste Wert im Leitindex, noch vor Siemens Energy und E.ON.
Charttechnisch bleibt das Bild angeschlagen. Unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts gilt der Trend weiterhin als bärisch. Die Zone um 60,57 Euro rückt als nächste Unterstützung in den Blick. Der RSI-Wert von 35,1 signalisiert eine überverkaufte Marktlage. Das könnte kurzfristig für eine technische Gegenbewegung sprechen.
Erfolg vor Gericht bleibt ohne Kurswirkung
Abseits der Branchenschwäche kann Infineon zumindest juristisch punkten. Anfang Juli bestätigte die US-Handelsbehörde ITC ein Importverbot gegen den chinesischen GaN-Hersteller Innoscience. Die Entscheidung vom 7. Mai 2026 stand nach der präsidialen Prüfungsfrist fest. Innoscience hatte demnach ein Infineon-Patent verletzt. Import- und Verkaufsverbote für die betroffenen Produkte in den USA sind die Folge.
Auch das Landgericht München I entschied zugunsten von Infineon. Am 3. Juli 2026 gewann Infineon ein weiteres Patentverletzungsverfahren gegen Innoscience im Bereich GaN-Technologie. Das Gericht untersagte Innoscience Import, Verkauf und Vermarktung der betroffenen Produkte in Deutschland. Zusätzlich muss Innoscience Schadenersatz zahlen. Angesichts der schwachen Branchenstimmung reagierte der Markt auf diese Erfolge kaum.
Für die kommende Woche bleibt die Entwicklung der globalen Chip-Rally entscheidend für den weiteren Kurs. Beruhigt sich die Lage an den asiatischen Halbleitermärkten, könnte das auch Infineon wieder Auftrieb geben. Die Zone um 60,57 Euro bleibt dabei die nächste Unterstützung. Ein Rückeroberungsversuch des 50-Tage-Durchschnitts bei 75,18 Euro würde als erstes Stabilisierungssignal gelten.
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