Infineon Aktie: STMicro-Prognose reiĂt Sektor mit
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 07:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein enttÀuschender Ausblick eines Konkurrenten reicht aus, um Infineon massiv unter Druck zu setzen. Die Aktie brach am Donnerstag um 6,64 Prozent ein und schloss bei 65,25 Euro. Der Auslöser kam nicht aus Deutschland, sondern aus Frankreich und Italien.
STMicro-Prognose reiĂt Sektor mit
STMicroelectronics senkte die Umsatzprognose fĂŒr das dritte Quartal auf 3,7 Milliarden US-Dollar. Der Kurs des Chipherstellers brach daraufhin ein. Der Ausverkauf traf sofort weitere Halbleiterwerte: BE Semiconductor, Melexis und Infineon gaben im frĂŒhen Handel deutlich nach.
Dabei hatte STMicro im zweiten Quartal eigentlich gut abgeliefert. Der Umsatz kletterte auf 3,49 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 26 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr. Analysten hatten im Schnitt mit rund 3,51 Milliarden US-Dollar gerechnet. Trotzdem reichte das solide Ergebnis nicht, um die Anleger zu beruhigen.
iPhone-Produktion als Belastungsfaktor
Jefferies-Analyst Janardan Menon liefert eine mögliche ErklĂ€rung fĂŒr die schwache Prognose. Die Fertigung des iPhone 18 laufe möglicherweise langsamer an als erwartet, schreibt er. Auch das implizite Jahresumsatzziel von STMicro bleibe hinter seiner SchĂ€tzung zurĂŒck.
Diese EinschĂ€tzung wirkt wie ein Warnsignal fĂŒr die gesamte Branche. Lieferketteneffekte bei Smartphone-Herstellern schlagen hĂ€ufig auf mehrere Chipzulieferer gleichzeitig durch. VerstĂ€rkt wurde der AbwĂ€rtssog durch einen schwachen Ausblick von Texas Instruments aus den USA.
Am stÀrksten traf es Infineon. Die Aktie war Schlusslicht im Dax, der Kursverlust weitete sich im Tagesverlauf noch aus.
Bewertung nach starker Rally im Fokus
Die heftige Reaktion auf vergleichsweise kleine Prognoseabweichungen zeigt, wie nervös Anleger nach den starken Kursgewinnen der vergangenen Monate geworden sind. Seit Jahresbeginn hat Infineon um 72,94 Prozent zugelegt. Nach einer solchen Rally reagieren Investoren empfindlicher auf jedes Warnsignal aus der Branche.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 89,67 Euro trennen die Aktie inzwischen 27,23 Prozent. Der RĂŒcksetzer zeigt: Ein Teil der Kursgewinne war der GeschĂ€ftsentwicklung offenbar vorausgeeilt. Ăhnliche Bewertungsfragen dĂŒrften Infineon-Anleger auch in den kommenden Wochen beschĂ€ftigen.
Zahlen am 5. August im Blick
Die nĂ€chste wichtige Wegmarke fĂŒr Infineon folgt am 5. August 2026. Dann legt der Konzern die Zahlen zum dritten GeschĂ€ftsquartal vor.
Infineon selbst hatte zuletzt optimistisch geklungen. Bei einem angenommenen Euro-Dollar-Kurs von 1,17 erwartet der Konzern im dritten Quartal einen Umsatz von rund 4,1 Milliarden Euro. Neben Umsatz und Marge dĂŒrften vor allem Auftragseingang, Cashflow und der Ausblick ĂŒber die Kursreaktion entscheiden.
Die Parallele zu STMicro ist unĂŒbersehbar. Auch dort reichte ein grundsĂ€tzlich solides Ergebnis nicht aus, um die hohen Markterwartungen zu erfĂŒllen. Infineon-Anleger dĂŒrften dieses Muster vor dem 5. August im Hinterkopf behalten.
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