Informa plc, GB00BMJ6DW54

Informa plc: Solider Aufschwung, verhaltene Bewertung – was die Aktie jetzt interessant macht

03.02.2026 - 14:59:56

Die Informa-Aktie hat sich binnen eines Jahres deutlich erholt und notiert nahe ihrem 52?Wochen-Hoch. Analysten sehen weiteres Potenzial, doch Anleger sollten genau hinsehen, woher das Wachstum kommt.

Die Aktie von Informa plc ist an der Londoner Börse in den vergangenen Monaten leise, aber stetig nach oben geklettert. Während Technologiewerte mit hohen Schwankungen und spektakulären Kursbewegungen die Schlagzeilen dominieren, hat der britische Konzern für Fachmessen, Konferenzen und Fachinformationen im Hintergrund eine klassische "Reopening-Story" geliefert: steigende Besucherzahlen, wiederkehrende Präsenzveranstaltungen und eine anziehende Nachfrage im Geschäft mit Wissens- und Datenprodukten. Das Resultat: Ein klar positiver Trend im Kursverlauf und ein überwiegend konstruktives Sentiment unter Analysten.

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Ein-Jahres-RĂĽckblick: Das Investment-Szenario

Wer vor rund einem Jahr in die Informa-Aktie eingestiegen ist, kann sich heute über einen spürbaren Wertzuwachs freuen. Laut Kursdaten von der London Stock Exchange, ergänzt durch Angaben von Yahoo Finance und Reuters, lag der Schlusskurs der Informa plc damals bei rund 800 Pence je Aktie. Aktuell notiert das Papier im Bereich von etwa 930 Pence. Das entspricht einem Kursplus von ungefähr 16 bis 17 Prozent innerhalb von zwölf Monaten – noch bevor Dividenden berücksichtigt sind.

Im Umfeld vieler zyklischer Werte ist das eine ansehnliche Performance, zumal Informa weiterhin in einer Transformationsphase steckt. Der Konzern treibt die Fokussierung auf margenstarke Geschäftsbereiche voran, vor allem im Segment Academic & Research sowie bei digitalen Informations- und Datenangeboten. Für Anleger, die das Wertpapier vor einem Jahr als Turnaround- beziehungsweise Reopening-Investment verstanden haben, hat sich die Wette bislang ausgezahlt. Nach den Daten der letzten fünf Handelstage zeigt sich ein stabiler, leicht steigender Trend, während der 90-Tage-Rückblick ein deutliches Aufwärtsszenario mit gelegentlichen Konsolidierungen erkennen lässt.

Interessant ist zudem der Blick auf die Handelsspanne: Das 52?Wochen-Tief lag nach den abgeglichenen Daten bei rund 700 Pence, das 52?Wochen-Hoch knapp über 950 Pence. Damit bewegt sich die aktuelle Notierung nahe am oberen Ende dieser Spanne. Für technisch orientierte Anleger ist das ein Hinweis darauf, dass sich die Käuferseite bislang durchsetzt und Rücksetzer eher als Einstiegschancen genutzt wurden. Das Sentiment kann – trotz gelegentlicher Gewinnmitnahmen – insgesamt als moderat bullisch eingeordnet werden.

Aktuelle Impulse und Nachrichten

Jüngste Kursimpulse kamen vor allem aus zwei Richtungen: zum einen aus der operativen Entwicklung, zum anderen aus strategischen Weichenstellungen. In den vergangenen Tagen und Wochen haben mehrere Nachrichtenagenturen sowie Wirtschaftsportale hervorgehoben, dass das Messe- und Eventgeschäft von Informa weiter Tritt fasst. Veranstaltungsformate in Nordamerika und im asiatisch-pazifischen Raum verzeichnen wachsende Teilnehmerzahlen, Sponsoring-Erlöse und Ausstellerumsätze. Dies ist vor allem deshalb bedeutsam, weil die Präsenzformate für Informa hohe Margen bringen, sobald eine gewisse Auslastungsschwelle überschritten wird. Mit steigender Besucherzahl verbessern sich Skaleneffekte – bei im Wesentlichen fixen Grundkosten für Hallen, Technik und Infrastruktur.

Vor wenigen Tagen rückten zusätzlich Berichte in den Fokus, wonach der Konzern seine Portfolio-Bereinigung weiter vorantreibt. Bereits in der Vergangenheit hatte Informa einzelne Randaktivitäten veräußert, um Kapital freizusetzen und sich auf Kerngeschäfte zu konzentrieren. Medienberichte und Analystenkommentare deuten darauf hin, dass das Management an dieser Linie festhält: Der Fokus liegt auf Premium-Marken im Messegeschäft sowie auf hochspezialisierten Informations- und Datenplattformen, insbesondere für Wissenschaft, Medizin und Branchenwissen. Solche Assets sind für Abonnenten häufig unverzichtbar und bieten wiederkehrende Erlösströme – ein zentraler Baustein für die Investment-Story.

Anfang der Woche stand zudem die Erwartungshaltung gegenüber den bevorstehenden Zahlen-Updates im Vordergrund. Marktteilnehmer diskutieren, ob Informa an die positive Dynamik der letzten Berichtsperioden anknüpfen kann. Damals hatte das Unternehmen Umsatz- und Ergebniszuwächse präsentiert und zugleich den Ausblick bestätigt beziehungsweise leicht angehoben. Für Investoren aus der D-A-CH-Region ist dabei besonders interessant, dass Informa in einigen spezialisierten Fachmärkten im deutschsprachigen Raum präsent ist und die Region als stabilen Kernmarkt für Wissens- und Fachinformationsformate betrachtet.

Das Urteil der Analysten & Kursziele

Die Analystengemeinde ist Informa aktuell überwiegend wohlgesonnen. Auswertungen der vergangenen Wochen zeigen ein dominierendes Votum im Bereich "Kaufen" beziehungsweise "Übergewichten", ergänzt durch einige neutrale "Halten"-Einstufungen. Nur vereinzelt finden sich vorsichtigere Stimmen, die vor allem auf Bewertungsrisiken und konjunkturelle Unsicherheiten verweisen.

Mehrere große Häuser haben ihre Einschätzungen zuletzt aktualisiert. So bestätigen etwa US-Investmentbanken wie JPMorgan und Goldman Sachs ihr grundsätzlich positives Bild für den Sektor der Wissens- und Informationsdienstleister, zu dem sie auch Informa zählen. Konkrete Zielkurse für die Aktie bewegen sich – nach Abgleich verschiedener Quellen – im Bereich von rund 1.000 bis 1.100 Pence. Das impliziert, ausgehend vom aktuellen Kursniveau, ein moderates Aufwärtspotenzial im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich.

Britische und kontinentaleuropäische Banken, darunter Institute wie Barclays oder die Deutsche Bank, betonen in ihren Kommentaren den dualen Charakter der Informa-Story: Auf der einen Seite steht das zyklischere Messe- und Eventgeschäft, das stark mit Konjunktur, Reisebereitschaft und Marketingbudgets der Unternehmen korreliert. Auf der anderen Seite die strukturstabilen, teilweise antizyklischen Erlöse aus digitalen Abonnements, Datenbanken und wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Diese Mischung sorgt für ein robusteres Geschäftsmodell als bei reinen Eventorganisatoren.

Ein wiederkehrendes Thema in den Research-Reports ist die Cashflow-Generierung. Informa hat in den letzten Jahren konsequent an der Bilanz gearbeitet, Verbindlichkeiten abgebaut und gleichwohl Spielraum für Dividenden und aktienrückkaufähnliche Maßnahmen geschaffen. Einige Analysten sehen darin einen wichtigen Puffer für den Fall, dass das Wachstum im Messegeschäft zeitweise hinter den Erwartungen zurückbleiben sollte. Die Dividendenrendite bewegt sich – je nach Betrachtungszeitraum und Währung – auf einem attraktiven, wenn auch nicht spektakulären Niveau, was die Aktie auch für einkommensorientierte Anleger interessant macht.

Gleichzeitig mahnen einige Häuser zur Vorsicht hinsichtlich weiterer Bewertungsprämien. Nach der jüngsten Rallye liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis im Vergleich zu historischen Durchschnitten nicht mehr im Schnäppchenbereich. Die Mehrheit der Analysten hält das Bewertungsniveau jedoch für nachvollziehbar, da sich die Ertragsdynamik verbessert hat und der Konzern mit klaren Zielen für Margen und Wachstum auftritt. Die Summe der veröffentlichten Kursziele signalisiert: Ein drastischer Bewertungsaufschlag wird nicht erwartet, wohl aber eine Fortsetzung des respektablen Wachstumspfads.

Ausblick und Strategie

Für die kommenden Monate steht für Informa viel auf dem Spiel – und zugleich bietet sich eine Chance, die eigene Position als globaler Wissens- und Eventkonzern weiter zu festigen. Strategisch setzt das Management auf drei Stoßrichtungen: erstens die Vertiefung und Internationalisierung des Messeportfolios, zweitens den Ausbau digitaler und datenbasierter Produkte und drittens eine disziplinierte Kapitalallokation mit Fokus auf Rendite für die Aktionäre.

Im Messe- und Konferenzgeschäft geht es darum, Leitveranstaltungen weiter aufzuwerten. Dazu gehören eine Ausweitung der Flächen, eine stärkere Einbindung digitaler Komponenten – etwa hybride Eventformate – sowie die Erschließung neuer Branchencluster. Für Branchen wie Gesundheitswesen, Life Sciences, industrielle Fertigung, Technologie oder Finanzdienstleistungen sind solche Plattformen zentrale Orte für Geschäftsanbahnung und Netzwerkpflege. Gelingt es Informa, die Relevanz dieser Events zu steigern, lassen sich Standpreise und Sponsoringerlöse erhöhen, ohne dass die Kosten im gleichen Umfang steigen.

Parallel dazu soll das Informationsgeschäft zunehmend von einem klassischen Verlagsmodell zu einem daten- und plattformgetriebenen Modell transformiert werden. Wiederkehrende Abonnementerlöse, datenbasierte Dienste und analytische Zusatzmodule sind die Bausteine, auf die Informa setzt. Für Kunden bedeutet das: weniger Einzellizenzen, mehr langfristige Verträge mit integrierten Leistungen. Für den Konzern selbst erhöhen sich Planbarkeit und Margenstabilität. Gerade in volatilen Konjunkturphasen reagieren Investoren positiv auf solche wiederkehrenden Erlösströme.

Ein wesentliches Element des Ausblicks ist zudem die geografische Diversifizierung. Regionen wie Nordamerika, der Mittlere Osten oder ausgewählte asiatische Märkte bieten nach Einschätzung vieler Analysten noch beachtliches Event- und Informationswachstum. Während Europa – inklusive der D-A-CH-Region – als reifer und teilweise gesättigter Markt gilt, zielt Informa verstärkt darauf ab, in Wachstumsregionen Präsenz aufzubauen oder auszubauen. Für deutschsprachige Anleger ist das insofern relevant, als sich das Konzernrisiko stärker auf mehrere Weltregionen verteilt und mögliche Schwächen in Europa durch Dynamik in anderen Teilen der Welt ausbalanciert werden können.

Risiken gibt es dennoch: Eine deutliche Eintrübung der Weltkonjunktur könnte Marketing- und Reisekostenbudgets der Unternehmen schrumpfen lassen, was vor allem das Eventgeschäft treffen würde. Zudem bleibt der Wettbewerb durch alternative, oft kostengünstigere digitale Formate – etwa spezialisierte Online-Plattformen, virtuelle Konferenzen oder Videokonferenz-Lösungen – eine strukturelle Herausforderung. Informa versucht, diesen Trend nicht zu bekämpfen, sondern zu integrieren, indem hybride Angebote entwickelt und digitale Kontakte vor und nach Präsenzveranstaltungen systematisch genutzt werden, um Mehrwert für Aussteller und Besucher zu schaffen.

Für Anleger aus dem deutschsprachigen Raum, die auf der Suche nach internationaler Diversifikation mit strukturellem Wachstumsprofil sind, bleibt die Aktie von Informa damit ein interessantes, wenn auch nicht mehr unterbewertetes Papier. Die vergangene Kursentwicklung zeigt, dass der Markt die Restrukturierungs- und Wachstumsstory bereits zu einem guten Teil eingepreist hat. Gleichzeitig signalisiert die Mehrzahl der Analysten, dass die Reise noch nicht zu Ende ist – vorausgesetzt, das Management liefert weiterhin bei Umsatzwachstum, Margenverbesserung und Cashflow.

Im Kern läuft es für Investoren auf folgende Frage hinaus: Traut man Informa zu, das Messe- und Informationsgeschäft in eine noch stärker daten- und plattformorientierte Zukunft zu führen, ohne dabei die Profitabilität zu opfern? Wer diese Frage mit Ja beantwortet und Schwankungen im zyklischeren Eventsegment aushält, findet in der Informa-Aktie ein solides Qualitätsunternehmen mit globaler Aufstellung und einem klar umrissenen strategischen Kurs.

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