Integrative, Onkologie

Integrative Onkologie: Lebensstil wird zur Krebs-Therapie

22.01.2026 - 10:33:12

Lebensstil-Interventionen werden bei Prostatakrebs von allgemeinem Ratschlag zur klinischen Verordnung – das zeigen neue Studien und Leitlinien.

BERLIN/DETROIT – Die integrative Onkologie erreicht einen Wendepunkt. Neue Daten belegen: Gezielte Änderungen bei Ernährung und Bewegung können den Krankheitsverlauf bei Prostatakrebs aktiv beeinflussen. Das geht über reine Lebensqualitätsverbesserung hinaus. Diese Erkenntnisse fallen in eine Zeit, in der auch die Standardtherapien sich wandeln.

Am Montag gab Dr. Eleanor Walker, eine führende Expertin der Society for Integrative Oncology (SIO), neue Einblicke in die ExCITE-Studie. Diese randomisierte, kontrollierte Untersuchung prüft Lebensstil-Interventionen mit derselben Strenge wie Medikamentenstudien.

Die Ergebnisse sind vielversprechend. Maßgeschneiderte Bewegung und Ernährung können klinische Ergebnisse während und nach der Krebstherapie verbessern. Sie werden nicht mehr nur als unterstützende Maßnahme, sondern als aktiver Teil des Behandlungsplans gesehen.

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Eine andere Studie, die diese Woche diskutiert wurde, lieferte einen spektakulären Hinweis. Bei Männern unter aktiver Überwachung (“Watchful Waiting”) konnten intensive Lebensstiländerungen nicht nur das Fortschreiten der Krankheit verhindern. In einigen Fällen sanken sogar die PSA-Werte wieder. Das bietet Tausenden Männern mit niedrig-riskantem Prostatakrebs eine echte Alternative, um invasive Eingriffe hinauszuzögern.

Der Schlüssel: Entzündungen gezielt bekämpfen

Ein zentrales Thema der Woche war die Rolle von Entzündungen. Forscher bestätigten am Dienstag, dass die Hemmung von Entzündungsprozessen das Tumor-Mikromilieu verändern und das Krebsrisiko senken kann. Dies gilt nicht nur für Medikamente wie Ibuprofen, sondern validiert auch den Wirkmechanismus vieler komplementärer Therapien.

Hier setzt eine bahnbrechende Studie der University of Bedfordshire an. Ein spezielles Protokoll aus einer pflanzenreichen Ernährung und Probiotika verlangsamte das Tumorwachstum. Die Mischung enthielt Brokkoli, Kurkuma, Granatapfel, Grüntee, Ingwer und Preiselbeeren.

Der Clou: Statt vager Ratschläge zum “gesunden Essen” zeigt diese Forschung präzise Kombinationen, die gezielt das Darm-Mikrobiom ansprechen. Eine gesunde Darmflora kann das Immunsystem stärken und so dabei helfen, Krebszellen unter Kontrolle zu halten.

Neue Medikamente, neue Nebenwirkungen – neue Chancen

Die Notwendigkeit integrativer Ansätze wird durch Entwicklungen in der Standardtherapie unterstrichen. Das britische Gesundheitssystem NHS weitete am 20. Januar den Zugang zum Hormontherapeutikum Abirateron aus. Es kommt nun früher im Krankheitsverlauf zum Einsatz, um eine Streuung zu verhindern.

Doch die potente Therapie bringt starke Nebenwirkungen mit sich: Stoffwechselveränderungen, Fatigue und Knochendichteverlust. Genau hier setzen die Strategien der integrativen Onkologie an. Die aktualisierten Leitlinien der SIO empfehlen etwa Akupunktur und Mind-Body-Verfahren, um diese spezifischen Beschwerden zu lindern.

Das Ziel ist ein “Prähabilitation”-Modell. Patienten beginnen mit Lebensstil- und unterstützenden Therapien, bevor oder gleichzeitig mit der medikamentösen Behandlung. So sollen Toxizität und Nebenwirkungen von vornherein gemildert werden.

Präzision in der Therapie und in der Begleitung

Auch bei Hochtechnologie-Verfahren wie der PSMA-gerichteten Therapie oder präziser Strahlentherapie gewinnt die integrative Begleitung an Bedeutung. Während die Medizin immer gezielter den Tumor attackiert, zielt die integrative Onkologie präzise auf die individuellen Symptome und das biologische Terrain des Patienten.

Studien wie die “RECIPROCAL”-Untersuchung optimieren den Zeitpunkt der Bestrahlung, um Nebenwirkungen zu minimieren. Integrative Strategien ergänzen dies, indem sie die häufig auftretende Fatigue und gastrointestinale Probleme addressieren. So können Patienten ihre volle Therapiedosis erhalten, ohne sie wegen Unverträglichkeiten reduzieren zu müssen.

Was die Entwicklung für die Zukunft bedeutet

Die Ereignisse dieser Woche zeigen einen gereiften Forschungszweig. Kleine Beobachtungsstudien werden durch robuste Daten aus randomisierten Kontrollstudien abgelöst.

Für das Gesundheitssystem ergeben sich drei Konsequenzen:
* Standardisierung: Spezifische Rezepturen wie die Brokkoli-Kurkuma-Probiotika-Kombination könnten den Weg zu standardisierten “Nutrazeutika“-Verschreibungen ebnen.
* Kostenerstattung: Wenn Lebensstilmaßnahmen teure Operationen verzögern können, werden Krankenkassen und Gesundheitssysteme ein finanzielles Interesse haben, diese Leistungen zu erstatten.
* Zusammenarbeit: Die Leitlinien der SIO und großer onkologischer Fachgesellschaften wie der ASCO harmonisieren immer weiter.

Die Botschaft für Patienten im Jahr 2026 ist eindeutig: Die Behandlung beschränkt sich nicht mehr auf das Medikament oder das Messer. Sie ist eine Gesundheitsstrategie, in der Ernährung, Mikrobiom und Entzündungsmanagement überlebenswichtige Bausteine sind.

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