Intel-Aktie, Prognose

Intel-Aktie stürzt nach düsterer Prognose ab

24.01.2026 - 03:34:12

Eine düstere Umsatz- und Gewinnprognose für das erste Quartal 2026 lässt die Intel-Aktie um über 13 Prozent einbrechen. Lieferengpässe in profitablen Bereichen wie KI und Rechenzentren gefährden die Unternehmenswende.

Der Chip-Riese Intel erlebt einen der größten Börsentage seiner jüngeren Geschichte. Nach einer enttäuschenden Prognose für das erste Quartal 2026 stürzte die Aktie um mehr als 13 Prozent ab. Der Grund: massive Lieferengpässe in den profitablen Bereichen Rechenzentren und Künstliche Intelligenz (KI). Die Warnung löste bei Anlegern Zweifel aus, ob Intel im heiß umkämpften KI-Markt mithalten kann.

Die heftige Verkaufswelle löschte einen Großteil der Gewinne aus, die die Aktie in einer monatelangen Rallye aufgebaut hatte. Diese war von der Hoffnung auf eine erfolgreiche Unternehmenswende getragen worden. Obwohl Intel die Erwartungen für das vierte Quartal 2025 übertraf, fiel der Ausblick für die kommenden Monate so schwach aus, dass der Markt die kurz- bis mittelfristigen Perspektiven sofort neu und deutlich härter bewertete.

Lieferengpässe bremsen die KI-Offensive aus

Im Zentrum der Krise stehen branchenweite Lieferengpässe. Sie behindern Intels Fähigkeit, die starke Nachfrage nach seinen Produkten für Rechenzentren und KI zu bedienen. Der Finanzchef David Zinsner erklärte, das verfügbare Angebot werde im ersten Quartal seinen Tiefpunkt erreichen, bevor es sich danach verbessere.

Dieser Flaschenhals betrifft die Produktion der leistungsstarken Xeon-Prozessoren. Sie sind eine Schlüsselkomponente in Servern, auf denen KI-Anwendungen und Cloud-Computing laufen. Um die Nachfrage nach KI-Servern zu decken, muss Intel seine interne Wafer-Produktion umschichten – zulasten der Sparte für PC-Chips. Diese interne Kapazitätskrise offenbart tiefgreifende Probleme im eigenen Fertigungsgeschäft, das mit der Effizienz von Konkurrenten wie TSMC und Samsung nicht mithalten kann.

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Solide Zahlen von gestern, kalte Dusche für morgen

Die aktuellen Zahlen für das vierte Quartal 2025 waren eigentlich solide: Ein Umsatz von 13,7 Milliarden Euro übertraf die Analystenschätzungen, ebenso wie ein bereinigter Gewinn je Aktie von 0,15 Euro. Doch dieser Erfolg wurde von der düsteren Prognose komplett überschattet.

Für das erste Quartal 2026 erwartet Intel einen Umsatz von lediglich 11,7 bis 12,7 Milliarden Euro. Noch alarmierender ist die Gewinnprognose: Das Unternehmen rechnet mit einem bereinigten Ergebnis je Aktie von rund null. Analysten hatten hingegen einen bescheidenen Gewinn erwartet. Diese Diskrepanz löste die massive Verkaufswelle aus.

Wende-Strategie unter enormem Druck

Die heftige Reaktion des Marktes spiegelt die enorm hohen Erwartungen wider, die in den vergangenen Monaten in den Aktienkurs eingepreist wurden. Seit August 2025 war die Aktie um über 150 Prozent gestiegen – befeuert von milliardenschweren Staatshilfen und der Fokussierung auf fortschrittliche Fertigung.

Die jüngste Prognose wirkt nun wie eine kalte Dusche. Sie unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen bei der Umsetzung der komplexen und kapitalintensiven Wende. Analysten warnen, dass der Anlegeroptimismus der fundamentalen Entwicklung des Unternehmens zu weit vorausgeeilt sein könnte.

Intel liegt im Wettrennen um KI-Chips Jahre hinter einem Konkurrenten wie Nvidia zurück. Zudem dürften nennenswerte Umsätze aus der nächsten Generation der 14A-Fertigungstechnologie, einem Eckpfeiler der Strategie, erst Ende 2028 anfallen. Dieser lange Zeithorizont strapaziert die Geduld von Investoren, die im schnelllebigen KI-Sektor auf rasche Renditen hoffen.

Der steinige Weg nach vorn

Für Intels Führung steigt der Druck. Sie muss die Lieferengpässe überwinden und gleichzeitig die mehrjährige Transformation vorantreiben. Die Fähigkeit, die Fertigungsausbeute und Lieferkettenprobleme zu lösen, wird entscheidend für den Erfolg im umkämpften Markt für Rechenzentren sein. Das Unternehmen gibt an, sich auf Qualitätsverbesserungen zu konzentrieren, um Kunden ab der zweiten Hälfte 2026 besser bedienen zu können.

In den kommenden Quartalen werden Anleger jedes Anzeichen für eine Entspannung bei den Lieferengpässen genau beobachten. Die Konkurrenz schläft nicht: Rivale wie AMD und Nvidia gewinnen weiter Marktanteile. Intels langfristige Strategie, sowohl im Chip-Design als auch in der Fertigung eine führende Rolle zu spielen, birgt zwar Potenzial. Die jüngste Prognose macht jedoch deutlich, dass der Weg dorthin steinig und mit erheblichen Risiken behaftet ist.

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