Intel gewinnt Apple und Nvidia als potenzielle Kunden
29.01.2026 - 00:15:12Intel könnte mit seinen beiden größten Ex-Kunden wieder ins Geschäft kommen. Der US-Chipkonzern verhandelt angeblich mit Apple und Nvidia über Aufträge für seine modernsten Fertigungsprozesse ab 2028. Das wäre ein Wendepunkt für den einstigen Marktführer.
Strategische Diversifizierung der Tech-Giganten
Im Kern der Gerüchte steht ein klarer Trend: Die Tech-Riesen wollen ihre Lieferketten entrisken. Sowohl Apple als auch Nvidia sind derzeit stark vom taiwanesischen Auftragsfertiger TSMC abhängig. Laut Branchenkreisen prüfen sie nun „kleinvolumige“ Produktionsläufe bei Intel für weniger kritische Komponenten. So könnten sie politischen Druck für mehr US-Produktion nachkommen, ohne die Kernbeziehung zu TSMC zu gefährden.
Für Nvidia geht es dabei um Teile der nächsten „Feynman“-GPU-Architektur. Intel könnte bis zu 25 Prozent der finalen Advanced Packaging übernehmen und dabei seine eigene EMIB-Technologie einsetzen. Die Haupt-GPU würde voraussichtlich bei TSMC bleiben.
Der KI‑Boom belastet nicht nur die Chip-Kapazitäten – er bringt Unternehmen außerdem neue rechtliche Pflichten. Seit der EU‑KI‑Verordnung müssen Anbieter, Entwickler und Nutzer KI-Systeme korrekt klassifizieren, dokumentieren und kennzeichnen. Unser kostenloses Umsetzungs‑E‑Book erklärt verständlich, welche Anforderungen jetzt gelten, welche Fristen laufen und wie Sie Bußgelder vermeiden. Praktische Checklisten für Entwickler und Entscheider inklusive. Sofort umsetzbare Schritte helfen, Risiko‑Klassen zu bestimmen und die notwendige Dokumentation aufzubauen. Jetzt kostenloses KI‑Umsetzungsleitfaden herunterladen
Apple wiederum sondiert angeblich die Fertigung von Einsteiger-Prozessoren für Standard-iPhones oder Basis-Mac-Chips bei Intel. Der Zeitplan passt: Intels zukunftsträchtiger 14A-Prozess soll gerade um 2028 serienreif sein. Eine Kooperation wäre eine ironische Wende – Apple hatte seine Macs erst vor Jahren von Intel-Chips auf eigene Silizium-Designs umgestellt.
Intels Comeback-Strategie erhält Rückenwind
Ein Deal mit diesen Premium-Kunden wäre ein Meilenstein für Intel Foundry. Das Unternehmen hat Milliarden investiert, um mit TSMC und Samsung gleichzuziehen. Aufträge von Apple und Nvidia wären nicht nur ein lukrativer Umsatzbringer, sondern vor allem ein Gütesiegel für Intels Technologie-Roadmap.
Die Nachrichten kommen zur rechten Zeit. Intel hatte erst kürzlich eine enttäuschende Prognose für das erste Quartal 2026 vorgelegt. Die positiven Foundry-Gerüchte lenken nun den Blick auf das Wachstumspotenzial. Die Börse reagierte sofort euphorisch: Die Aktie legte spürbar zu. Anleger sehen im Foundry-Geschäft offenbar den Schlüssel für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns.
Geopolitische und kapazitäre Zwänge formen die Branche neu
Der potenzielle Wechsel erfolgt nicht im luftleeren Raum. Mehrere Faktoren zwingen Unternehmen zum Umdenken. Geopolitische Spannungen und massive US-Fördergelder für heimische Chip-Produktion machen Diversifizierung zur Pflicht. Produktion bei Intel in den USA würde Risiken mindern und politische Ziele unterstützen.
Hinzu kommt der KI-Boom. Die explosionsartige Nachfrage nach Hochleistungschips strapaziert die Kapazitäten von TSMC bis an die Grenzen. Nvidia hat Apple laut Berichten sogar als größten TSMC-Kunden abgelöst. Der Kampf um Fertigungskapazitäten ist erbittert. Indem sie weniger kritische Komponenten zu Intel auslagern, könnten Apple und Nvidia wertvolle TSMC-Kapazitäten für ihre Top-Produkte freispielen.
Vorsichtiger Testlauf mit großer Signalwirkung
Noch warten alle auf offizielle Bestätigungen. Doch die geplanten Partnerschaften wären eine durchdachte, risikoarme Strategie für alle Beteiligten. Apple und Nvidia könnten Intels Fähigkeiten testen, ohne ihre Hauptproduktion zu gefährden. Für Intel ist es eine goldene Chance, Technologie und Zuverlässigkeit im kleinen Maßstab unter Beweis zu stellen – als Türöffner für größere Aufträge.
Die Zeit arbeitet für den Chip-Pionier. Mit dem angepeilten Start 2028 hat Intel noch Luft, seine Prozesse zu verfeinern und die hohen Qualitätsansprüche seiner potenziellen Kunden zu erfüllen. Sollten diese Kooperationen Wirklichkeit werden, könnten sie den Beginn eines wettbewerbsintensiveren, diversifizierten Halbleitermarktes einläuten – mit Intel als zurückgekehrtem Schlüsselspieler.

