Intel Panther Lake: KI-Chips treffen auf Lieferengpässe
26.01.2026 - 23:24:12Intel meldet überraschend starke KI-PC-Nachfrage, kann aber nicht liefern. Die neuen Panther-Lake-Prozessoren sind ein Technologie-Coup, doch Produktionsprobleme bremsen den Aufschwung aus.
Santa Clara. Der Halbleiter-Riese Intel steckt in einem Dilemma. Die am Donnerstag veröffentlichten Zahlen für das vierte Quartal 2025 übertrafen die Erwartungen der Wall Street. Doch die eigentliche Nachricht liegt woanders: Die Nachfrage nach den neuen KI-fähigen Panther-Lake-PCs schießt in die Höhe – doch Intel kann sie kaum bedienen. Die Aktie stürzte nach der Veröffentlichung um 11 Prozent ab.
Finanzen: Ein Sieg mit bitterem Beigeschmack
Der Umsatz lag bei 13,7 Milliarden US-Dollar und damit über den Prognosen. Der Gewinn je Aktie betrug 0,15 Dollar. Doch der Markt reagierte scharf auf die düstere Prognose für das erste Quartal 2026. Das Management erwartet nur noch 11,7 bis 12,7 Milliarden Dollar Umsatz.
Der Grund? Kein Nachfrageproblem, sondern ein Lieferproblem. „Die Engpässe bei fortschrittlichen Verpackungstechnologien und Wafern bremsen uns aus“, so die Erklärung. Für Analysten ist das zweischneidig: Es zeigt, dass Intels neue Chips gefragt sind, offenbart aber auch die anhaltenden Schwächen im eigenen Fertigungsnetzwerk.
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KI-PC-Boom: Panther Lake kommt früher als geplant
Der eigentliche Treiber ist die Client Computing Group. Der Absatz von KI-fähigen PCs stieg im Quartalsvergleich um 16 Prozent. Angetrieben wird dieser Boom vom Intel Core Ultra Series 3, Codenamen Panther Lake.
Eigentlich für 2026 geplant, lieferte Intel bereits im vierten Quartal 2025 drei Versionen der neuen Prozessoren aus. Diese beschleunigte Markteinführung ist ein strategischer Coup. Die Serie ist der erste Client-Prozessor auf Intels neuer 18A-Fertigungstechnologie – dem Herzstück des Plans, die Prozessführerschaft von TSMC zurückzuerobern.
Technologischer Sprung: Kann Intel Apple und AMD schlagen?
Auf der CES 2026 vorgestellt, soll Panther Lake direkt mit den Besten konkurrieren. Die Chips verfügen über eine neuronale Recheneinheit (NPU) mit 50 TOPS. Das übertrifft die 40-TOPS-Schwelle für Microsofts Copilot+-PC-Zertifizierung deutlich.
Erste Benchmarks deuten an: Die Top-Chips übertreffen Apples M5-Silizium in Multikorentests um bis zu 33 Prozent. Die integrierte Arc-B390-Grafik soll die Gaming-Leistung im Vergleich zur Vorgängergeneration um 70 Prozent steigern. Über 200 Design-Wins bei Herstellern wie Dell, HP und Lenovo unterstreichen das Vertrauen der Industrie. Die ersten Laptops sind ab heute, dem 27. Januar, weltweit erhältlich.
Die große Hürde: Die Lieferkette kommt nicht hinterher
Der technologische Erfolg wird von logistischen Problemen überschattet. CFO David Zinsner räumte ein, dass die verfügbaren Kapazitäten im ersten Quartal 2026 ihren „tiefsten Stand“ erreichen werden. Schuld ist die komplexe Verpackung der neuen Chiplet-Designs, die Komponenten verschiedener Fertigungstechnologien kombinieren.
Auch im Servergeschäft mit den Xeon-6-„Granite-Rapids“-Prozessoren bremst die Produktionskapazität das Wachstum. Intel muss nun die Fertigung in Arizona und Oregon hochfahren. Die Profitabilität 2026 hängt entscheidend von den Ausbeuteraten der 18A-Technologie ab. Erst wenn diese steigen, kann sich der im vierten Quartal auf 37,9 Prozent gesunkene Bruttomargendruck entspannen.
Ausblick: Ein Jahr der Bewährung
Das erste Halbjahr 2026 wird zur Bewährungsprobe. Die weltweite Verfügbarkeit der Panther-Lake-Laptops beginnt jetzt. Die Reaktion der Verbraucher wird das erste echte Zeugnis für die 18A-Technologie sein. Kann Intel seine Lieferrückstände bis zum zweiten Quartal abbauen?
Die Analysten sind vorsichtig optimistisch. Die kurzfristigen Prognosen sind schmerzhaft, doch die Fundamentaldaten stimmen: starke Design-Wins, wettbewerbsfähige Leistung und eine funktionierende Spitzentechnologie. Ob Intel seine einstige Führungsposition im Halbleitermarkt zurückerobern kann, entscheidet sich nun an einer simplen Frage: Kann das Unternehmen seine technologische Überlegenheit auch in ausgelieferte Stückzahlen ummünzen?
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