Intuit Aktie: Norges Bank steigt mit 3,06 Milliarden ein
Veröffentlicht: 04.07.2026 um 16:50 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Intuit-Aktie hat binnen zwölf Monaten fast zwei Drittel ihres Werts verloren. Trotzdem greifen große Fondsgesellschaften und Pensionskassen gerade jetzt zu. Neue Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht SEC zeigen: Institutionelle bauen ihre Positionen in der Nähe mehrmonatiger Tiefstände aus.
Fondsgesellschaften stocken auf
Leonteq Securities erhöhte seinen Bestand im ersten Quartal um 177 Prozent, auf 10.251 Aktien im Wert von 4,4 Millionen Dollar. Die norwegische Zentralbank Norges Bank stieg im vierten Quartal komplett neu ein, mit einem Aktienpaket von rund 3,06 Milliarden Dollar.
Auch Alliancebernstein baute im dritten Quartal kräftig aus. Der Vermögensverwalter erhöhte seine Position um 184 Prozent auf knapp zwei Millionen Aktien, Marktwert: 1,37 Milliarden Dollar. Bank of New York Mellon legte im vierten Quartal um 20 Prozent zu und hält nun Anteile im Wert von 1,85 Milliarden Dollar. Das New York State Teachers Retirement System stockte im ersten Quartal um 3,4 Prozent auf.
Institutionelle Investoren und Hedgefonds halten inzwischen 83,66 Prozent aller Intuit-Aktien. Das zeigt: Der Ausverkauf der vergangenen Monate ging fast ausschließlich von professionellen Marktteilnehmern aus, nicht von Privatanlegern.
Analysten uneins über den fairen Wert
Die Käufe der Institutionellen stehen im Kontrast zu einer Welle skeptischer Analystenstimmen. Barclays senkte sein Kursziel von 540 auf 443 Dollar, beließ die Einstufung aber bei "Overweight". Stifel Nicolaus bestätigte sein "Hold"-Rating, kappte das Kursziel jedoch von 375 auf 275 Dollar — nachdem die Bank die Aktie bereits Anfang Juni auf genau dieses Niveau abgestuft hatte, damals noch unter dem damaligen Kurs.
Nicht alle Einschätzungen fallen negativ aus. Eine aktuelle Bewertungsanalyse stuft Intuit allein auf Basis des Kurs-Gewinn-Verhältnisses als unterbewertet ein, verglichen mit dem Sektor und den fundamentalen Risiken. Offen bleiben allerdings zwei Belastungsfaktoren: Untersuchungen wegen mutmaßlichen Betrugs rund um TurboTax und die wachsende Konkurrenz durch KI-gestützte Steuersoftware.
Charttechnik zeigt tiefe Wunden
Die Aktie schloss am Freitag bei 239,00 Euro, ein Minus von 0,77 Prozent auf Tagessicht. Über die vergangenen sieben Handelstage steht dennoch ein Plus von 2,07 Prozent zu Buche — auch wenn der 30-Tage-Trend mit minus 11 Prozent klar negativ bleibt. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 55,5 Prozent verloren.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 706,80 Euro aus dem Juli 2025 trennen die Aktie inzwischen mehr als 66 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief von 221,50 Euro, erst Ende Juni markiert, sind es dagegen nur knapp acht Prozent. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 281 Euro, der 200-Tage-Durchschnitt sogar bei 428 Euro — ein Abstand von 44 Prozent, der das Ausmaß des Kursverfalls seit den Zahlen Ende Mai verdeutlicht.
Der Relative-Stärke-Index von 43,3 signalisiert weder überverkaufte noch überkaufte Bedingungen. Die annualisierte Volatilität von 52,6 Prozent zeigt aber: Größere Kursausschläge bleiben wahrscheinlich.
Dividende bleibt stabil
Trotz der Turbulenzen hält Intuit an seiner Ausschüttungspolitik fest. Für Juli steht eine Quartalsdividende von 1,20 Dollar je Aktie an, mit Ex-Dividenden-Termin Anfang des Monats. Aufs Jahr gerechnet ergibt das 4,80 Dollar — eine Dividendenrendite von 1,8 Prozent bei einer Ausschüttungsquote von 29,07 Prozent.
Diese Quote gilt als solide durch den Cashflow gedeckt, selbst während des laufenden Umbaus im Konzern. Für wertorientierte Anleger bleibt Intuit damit ein Fall mit zwei Gesichtern: Ein Unternehmen, das unter Rechtsrisiken und Wettbewerbsdruck leidet, aber gleichzeitig verlässlich ausschüttet und bei institutionellen Käufern Vertrauen findet.
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