Irans, Internet-Blackout

Irans Internet-Blackout: Staat nutzt Telegram, Bürger sind abgeschnitten

26.01.2026 - 00:24:12

Iran kappt globales Internet zur Kontrolle von Protesten und nutzt gleichzeitig Plattformen wie Telegram für staatliche Propaganda, was zu massiven wirtschaftlichen Schäden führt.

Der totale digitale Ausnahmezustand in Iran geht in die dritte Woche. Während die Bevölkerung von der Außenwelt isoliert ist, nutzt der Staat selbst aktiv Plattformen wie Telegram für seine Propaganda – und zeigt damit ein neues Spielbuch der digitalen Unterdrückung.

Seit dem 8. Januar 2026 ist der Zugang zum globalen Internet für Irans 92 Millionen Bürger nahezu vollständig gekappt. Auslöser waren landesweite Proteste. Digitale Menschenrechtsbeobachter wie NetBlocks bewerten die Abschaltung als eine der schwerwiegendsten und technisch ausgefeiltesten, die je dokumentiert wurde. Die Strategie ziele auf „absolute digitale Isolation“ ab, um den Informationsfluss zu kontrollieren und das Ausmaß der Protestunterdrückung zu verschleiern.

Wirtschaftskollaps in Kauf genommen

Die wirtschaftlichen Folgen des Blackouts sind verheerend. Der iranischen ICT Guild Organization zufolge entsteht täglich ein Schaden von umgerechnet 16,5 bis 24,8 Millionen Euro. Der Handel liegt lahm. Die Iran-China-Handelskammer berichtet, Händlern würden lediglich überwachte 20-Minuten-Slots pro Tag gewährt – völlig unzureichend für internationales Geschäft. Die Regierung nimmt diesen ökonomischen Kollaps bewusst in Kauf, um die Kontrolle zu behalten.

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Anders als bei früheren Abschaltungen 2019 und 2022 ist diesmal auch das nationale Intranet National Information Network (NIN) betroffen. Selbst die Kommunikation innerhalb des Landes ist massiv erschwert. Auch Umgehungstools wie Satelliteninternet werden gezielt gestört, die in der Vergangenheit eine digitale Lebensader waren.

Der Staat spricht, das Volk schweigt

In einem eklatanten Widerspruch nutzen staatliche Stellen und regierungsnahe Medien die blockierten Plattformen weiterhin aktiv. Kanäle der Revolutionsgarden wie Fars und Tasnim posten regelmäßig auf Telegram und verbreiten dort die offizielle Linie. Selbst der Account des Obersten Führers war während der Abschaltung aktiv.

Dies schafft ein extrem asymmetrisches Informationsumfeld: Der Staat kann seine Botschaften ungefiltert verbreiten, während die Bevölkerung keine Möglichkeit hat, diese zu hinterfragen oder eigene Berichte zu teilen. Telegram wird so vom Kommunikationswerkzeug zum einseitigen Staatsmedium umfunktioniert.

Ein Katz-und-Maus-Spiel um Verbindungen

Trotz der drastischen Maßnahmen gibt es vereinzelte Erfolge bei der Umgehung. Seit dem 23. Januar verzeichnet NetBlocks eine etwas höhere Verfügbarkeit einiger Messengerdienste und mehr erfolgreiche Verbindungen über VPNs. Eine entschlossene Minderheit schafft es offenbar, die Zensur zu umgehen und Informationen nach außen zu tragen.

Experten warnen jedoch vor voreiligen Schlüssen. Jegliche verfügbare Verbindung sei stark gefiltert und überwacht. Zudem deuten Hinweise darauf hin, dass der Staat selbst gefälschten Datenverkehr generiert, um Normalität vorzutäuschen. Das Ringen um Zugang bleibt ein riskares Katz-und-Maus-Spiel zwischen Bürgern und einem immer raffinierteren Zensurapparat.

Blaupause für digitale Autokratien

Die Lage in Iran ist ein Lehrbeispiel für den Trend zum digitalen Autoritarismus. Es geht nicht mehr um das Blockieren einzelner Seiten, sondern um die Errichtung eines mehrschichtigen „digitalen Eisernen Vorhangs“. Die Taktik: Nicht nur den Zugang kappen, sondern auch die verbleibenden Informationsräume dominieren.

Moderne Kommunikationstechnologien zeigen hier ihr janusköpfiges Gesicht. Für Bürger sind sie Werkzeuge der Organisation und Meinungsfreiheit. Für autokratische Staaten werden sie zu kontrollierbaren Plattformen der Machtsicherung. Die iranische Führung demonstriert ein kalkulierendes Verständnis: In einem Informationsvakuum hat selbst ein Tropfen staatlicher Botschaften eine enorme Wirkung.

Dauerhafte Abschottung als Ziel?

Der aktuelle Blackout könnte Vorbote eines dauerhaften Zustands sein. Selbst bei einer teilweisen Wiederherstellung der Verbindung plant die Regierung nicht, ausländische Messenger wie Telegram, Instagram oder WhatsApp für die Allgemeinheit freizuschalten. Das langfristige Ziel scheint klar: Die Bürger sollen in ein komplett staatlich kontrolliertes Intranet – ein „Halal Internet“ – gedrängt werden, wo jede Aktivität überwacht werden kann.

Diese Ambition stellt eine fundamentale Herausforderung für das Ideal eines offenen, globalen Internets dar. Während Regime wie das iranische ihre Methoden verfeinern, wächst der Druck auf die internationale Gemeinschaft und Tech-Unternehmen, wirksame Gegenmaßnahmen zu finden. Neue Technologien wie fortschrittliche Satellitendienste könnten künftig eine Bresche in solche Abschottungen schlagen. Der Kampf um Informationsfreiheit wird sich jedoch weiter zuspitzen.

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