Isar Aerospace verschiebt Raketenstart zum vierten Mal
Veröffentlicht am: 15.06.2026 um 22:39 Uhr | dpa, AD HOC NEWSGrund war ein neuerliches technisches Problem, wie das Unternehmen auf seiner Webseite mitteilte. Demnach gab es eine Fehlfunktion in den Fluidsystemen.
Weitere ErlĂ€uterungen gab es in der kurzen Mitteilung nicht. Fluidsysteme einer Rakete regeln die Lagerung und den Transport des flĂŒssigen Treibstoffs zu den Triebwerken. UrsprĂŒnglich war der zweite Testflug fĂŒr Anfang dieses Jahres geplant, doch bereits im Januar, MĂ€rz und April waren die Startvorbereitungen dreimal abgebrochen worden.
Beim ersten Anlauf gab es ein technisches Problem, beim zweiten Mal kam ein norwegischer Fischer dazwischen, der die Sicherheitszone in den GewÀssern vor der Startbasis nicht rechtzeitig verlassen hatte. Bei den Versuchen drei und vier kam es erneut zu technischen Problemen.
Ausgebucht bis ins Jahr 2028
Die Spectrum soll nach der Serienreife zivile und militĂ€rische Satelliten in erdnahe Umlaufbahnen wenige hundert Kilometer ĂŒber dem Erdboden bringen. Ziel des in Ottobrunn bei MĂŒnchen ansĂ€ssigen Unternehmens ist die Produktion von 40 Raketen pro Jahr.
Laut Unternehmen ist Isar Aerospace jetzt schon mit AuftrĂ€gen ĂŒber mehrere hundert Millionen Dollar bis zum Jahr 2028 ausgebucht, obwohl die Rakete nicht serienreif ist. Wie wichtig das erst 2018 gegrĂŒndete Jungunternehmen auch fĂŒr die deutsche Politik ist, zeigte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der das GelĂ€nde in AndĂžya am 13. MĂ€rz gemeinsam mit dem norwegischen Regierungschef Jonas Gahr StĂžhre besucht hatte.
Europa ins Hintertreffen geraten
Grund des groĂen Interesses ist die derzeitige weitgehende UnfĂ€higkeit Europas, Satelliten mit eigener Technik ins All zu schieĂen. Seit langem wird die groĂe Mehrheit der europĂ€ischen Satelliten von dem US-Raumfahrtunternehmen Space X ins All befördert.
