China, Verlust

iShares EM ex China: 10 Prozent Verlust in 30 Tagen

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 21:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Schwellenländer-ETF ohne China verliert binnen eines Monats zehn Prozent an Wert und unterschreitet wichtige charttechnische Marken.

iShares Emerging Markets ex China ETF: Zehn Prozent Kursverlust in 30 Tagen
Roter Aktienchart mit fallender Kurve auf einem Finanzterminal Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Strategie wirkte lange Zeit wie ein Selbstläufer: Schwellenländer ins Depot holen, aber das unberechenbare Risiko China konsequent ausschließen. Inzwischen zeigt sich, dass auch dieser Ansatz nicht vor heftigen Rücksetzern schützt. Innerhalb von nur 30 Tagen verlor der iShares MSCI Emerging Markets ex China rund zehn Prozent seines Wertes.

Charttechnik sendet Warnsignale

Der Verkaufsdruck am Dienstag drückte den Kurs auf 90,12 USD. Damit rutschte der ETF unter wichtige technische Marken wie den 50-Tage-Durchschnitt. Parallel dazu stieg die annualisierte Volatilität auf über 36 Prozent an.

Hoffnung macht chartorientierten Käufern der Relative-Stärke-Index (RSI). Mit einem Wert von 36,9 nähert er sich der Marke von 30. Technisch gilt ein Wert darunter als überverkauft. Dies deutet oft auf eine kurzfristige Stabilisierung oder eine technische Gegenreaktion hin.

Die Abhängigkeit von der Halbleiter-Branche

Das Schicksal des Fonds hängt massiv am globalen Chip-Zyklus. Mehr als die Hälfte des Portfolios besteht aus Technologiewerten. Besonders schwer wiegen Taiwan Semiconductor (TSMC) mit einer Gewichtung von etwa 19 Prozent und Samsung Electronics mit rund neun Prozent.

Diese Konzentration macht den ETF extrem anfällig für Schwankungen bei der Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz. Enttäuschen die großen asiatischen Hardware-Produzenten bei ihren Erträgen, gerät die gesamte Strategie unter Druck. Finanzwerte bilden mit knapp 19 Prozent das zweitgrößte Segment im Portfolio.

Weichenstellung im November

Die kommenden Wochen entscheiden über die weitere Richtung des Fonds. Marktteilnehmer blicken auf die Q3-Zahlen der großen Halbleiter-Auftragsfertiger. Im November steht zudem die halbjährliche Index-Anpassung von MSCI an.

Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf dem steigenden Gewicht indischer Aktien und Verschiebungen innerhalb des südkoreanischen Tech-Sektors. Solange die Kapitalwanderung aus China in andere Schwellenländer anhält, bleibt die strukturelle Nachfrage für diesen ETF bestehen. Trotz der jüngsten Korrektur notiert das Papier noch immer rund 20 Prozent über seinem Jahrestief vom März.

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