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iShares Global Clean Energy ETF: EEG-Novelle ab 2027

Veröffentlicht: 18.07.2026 um 06:13 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Regulatorische Hürden und steigende Kosten belasten den Sektor der erneuerbaren Energien. Der iShares Global Clean Energy ETF verzeichnet deutliche Verluste.

Clean Energy ETF unter Druck: Pentagon stoppt Windkraft-Projekte
Solar- und Windenergieanlagen bei Sonnenaufgang über einer Stadt, die globale saubere Energie und die EEG-Novelle symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Sektor der erneuerbaren Energien sieht sich derzeit mit einer Kombination aus regulatorischen Blockaden, steigenden Projektkosten und politischen Unsicherheiten konfrontiert. Dies spiegelt sich deutlich in der Performance des iShares Global Clean Energy ETF wider, der auf Sicht von 30 Tagen einen Rückgang von 9,62 Prozent verzeichnete. Zwar konnte sich der Kurs zum Wochenabschluss am Freitag leicht stabilisieren und stieg um 0,87 Prozent auf 18,51 USD, doch die fundamentale Nachrichtenlage bleibt angespannt.

Windkraft-Stopp durch das Pentagon und US-Marktschwäche

Ein wesentlicher Belastungsfaktor für die Branche ist ein weitreichender Genehmigungsstopp in den USA. Berichten zufolge hat das Pentagon die Zulassungsverfahren für 155 Onshore-Windprojekte in 24 Bundesstaaten eingefroren. Begründet wird dieser Schritt mit Sicherheitsbedenken, da Drohnen sich hinter den Windkraftanlagen verbergen könnten. Betroffen sind Kapazitäten von insgesamt 44 Gigawatt (GW). Branchenexperten beziffern die dadurch entstandenen Zusatzkosten für die Entwickler bereits auf rund 2 Milliarden USD.

Parallel dazu verzeichnet der US-Solarmarkt eine Abkühlung. Laut einem Bericht von Wood Mackenzie sanken die Neuinstallationen im ersten Quartal 2026. Für das Gesamtjahr wird bei Solaranlagen für Wohngebäude ein Rückgang von 21 Prozent erwartet, was primär auf das Auslaufen von Steuergutschriften und neue Anti-Dumping-Zölle auf Importe aus Indien, Indonesien und Laos zurückgeführt wird. Zudem zeigen aktuelle Daten von Lazard LCOE, dass die Stromgestehungskosten für Photovoltaik-Großanlagen um 18 Prozent und für Onshore-Windkraft um 11 Prozent gestiegen sind.

Deutsche EEG-Reform und Kostendruck bei Solarprojekten

Auch in Europa verschärfen sich die Rahmenbedingungen. In Deutschland plant die Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) eine Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), die insbesondere kleine Solaranlagen trifft. Ein neuer Entwurf sieht vor, dass Anlagen unter 50 Kilowatt (kW) ab dem Jahr 2027 nur noch für drei Jahre eine feste Einspeisevergütung erhalten und anschließend in die Direktvermarktung wechseln müssen.

Zwar wurden ursprüngliche Kürzungspläne leicht abgeschwächt, dennoch bleibt der Druck auf den Zubau im kleineren Segment hoch. Im ersten Halbjahr 2026 zeigte sich der deutsche Photovoltaik-Markt zweigeteilt: Während die Anzahl der Projekte zwischen 100 und 750 kW um 48 Prozent einbrach, verzeichneten Solarparks über 750 kW und Großbatteriespeicher signifikante Zuwächse. Die Registrierungen für Speicherlösungen über 750 Kilowattstunden (kWh) stiegen im Vorjahresvergleich um 161 Prozent.

Gemischte Impulse bei den Einzelwerten

Innerhalb des Sektors zeigen sich bei den im ETF enthaltenen Unternehmen unterschiedliche Entwicklungen. Die Analysten von UBS stuften die Aktie von Clean Energy Fuels (CLNE) am 17. Juli von „Buy“ auf „Neutral“ herab und setzten ein Kursziel von 2,75 USD fest. Analyst Manav Gupta verwies dabei auf die aktuelle Marktsituation.

Demgegenüber stehen positive Nachrichten von FuelCell Energy. Das Unternehmen schloss eine Vereinbarung mit Fit Energy über die Bereitstellung von bis zu 380 Megawatt (MW) Grundlaststrom für Rechenzentren ab. Die Aktie reagierte darauf mit einem Kursplus von 8,63 Prozent. Auch SMA Solar überraschte den Markt positiv: Trotz eines leichten Umsatzrückgangs auf 345,7 Millionen Euro im zweiten Quartal 2026 lag das operative Ergebnis (EBIT) mit 51,5 Millionen Euro deutlich über den Markterwartungen von 32 Millionen Euro. Das Unternehmen profitierte hierbei von Rückerstattungen aus US-Zöllen und Lagerabverkäufen und hob die Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf 1,625 bis 1,725 Milliarden Euro an.

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