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iShares Global Semiconductors ETF: 19,80% unter 52w-Hoch

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 03:40 Uhr, Redaktion boerse-global.de

TSMC meldet Rekordumsatz, doch Sorgen um Margen drücken die Kurse. Analysten bleiben für den KI-getriebenen Sektor langfristig optimistisch.

TSMC Rekordquartal: Halbleiteraktien trotz KI-Boom unter Druck
Nahaufnahme einer Siliziumwafer mit komplexen Schaltkreisen und einem angedeuteten, absteigenden Liniengraphen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der globale Markt für Halbleiter steht derzeit in einem Spannungsfeld zwischen fundamentalen Rekordergebnissen und einer zunehmenden Skepsis der Investoren. Während der Branchenprimus Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) für das zweite Quartal 2026 historische Höchstwerte bei Umsatz und Gewinn meldete, reagierten die Notierungen im gesamten Sektor mit deutlichen Kursrücksetzern. Der iShares MSCI Global Semiconductors UCITS ETF USD Acc spiegelt diese Volatilität wider und notierte zum gestrigen Handelsschluss bei 17,26 Euro.

TSMC hebt Prognosen nach Rekordquartal massiv an

TSMC, der weltweit führende Auftragsfertiger für Chips, hat im zweiten Quartal 2026 die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Das Unternehmen meldete einen Nettogewinn von 706,6 Milliarden NT$ (etwa 22 Milliarden USD), was einer Steigerung von 77,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Der Umsatz stieg um 36 Prozent auf 40,2 Milliarden USD. Getrieben wird dieses Wachstum vor allem durch die ungebrochene Nachfrage nach Hochleistungschips (HPC) für KI-Anwendungen, die bereits 66 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen.

Angesichts der starken Auftragslage hob das Management unter CEO C.C. Wei die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 an. Erwartet wird nun ein Wachstum von über 40 Prozent auf US-Dollar-Basis, nachdem zuvor ein Plus von mehr als 30 Prozent in Aussicht gestellt worden war. Parallel dazu plant der Konzern massive Investitionen in die Infrastruktur: Die Investitionsausgaben (Capex) für 2026 wurden auf eine Spanne von 60 bis 64 Milliarden USD präzisiert. Zudem kündigte TSMC an, weitere 100 Milliarden USD in den Standort Arizona zu investieren, um dort die Kapazitäten für die fortschrittliche 2-Nanometer-Technologie zu erweitern.

Gewinnmitnahmen und Margendruck trotz KI-Boom

Trotz der starken operativen Zahlen gerieten die Aktienkurse im Halbleitersektor unter Druck. Ein wesentlicher Grund für den Rückzug der Anleger sind Befürchtungen hinsichtlich einer vorübergehenden Margenverdünnung. TSMC gab eine Prognose für die operative Marge im dritten Quartal von 56 bis 58 Prozent ab, was leicht unter einigen Markterwartungen lag. Der Grund hierfür ist der kostspielige Hochlauf der 2-Nanometer-Fertigung sowie die Expansion in die USA, die die Bruttomarge im zweiten Halbjahr um zwei bis drei Prozentpunkte belasten könnte.

Zusätzlich beobachteten Marktexperten eine Rotationsbewegung aus hochbewerteten Technologiewerten hin zu defensiveren Sektoren wie dem Gesundheitswesen. Während Chip-Schwergewichte wie Nvidia, AMD und Broadcom nachgaben, verzeichneten Unternehmen wie UnitedHealth deutliche Zugewinne. Besonders hart traf es den Speicherchip-Bereich: Werte wie Micron, SanDisk und SK Hynix verloren teils deutlich an Boden, obwohl Micron zuletzt ein Umsatzplus von 86 Prozent gegenüber dem Vorjahr gemeldet hatte. Diese Entwicklung führt dazu, dass der ETF mit seinem gestrigen Schlussstand aktuell rund 19,80 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch notiert.

Analysten bleiben für langfristigen Trend zuversichtlich

Ungeachtet der kurzfristigen Konsolidierung bleibt die Einschätzung vieler Investmenthäuser für den Halbleitermarkt positiv. Die Analysten von JPMorgan bewerteten den jüngsten Rückzug bei Hardware- und Speichertenwerten zwar als "aggressiv", verwiesen jedoch auf die weiterhin hohen Investitionen in KI-Infrastruktur. Für Einzelwerte innerhalb des Sektors wurden die Kursziele teilweise sogar angehoben. So erhöhte UBS das Kursziel für AMD auf 700 USD, während Susquehanna das Ziel für TSMC auf 600 USD schraubte.

Auch bei anderen Schwerpunkten des Sektors, wie dem Ausrüster ASML, zeigen sich Experten optimistisch. Bernstein erhöhte das Kursziel für die ASML-Aktie auf 2.500 Euro und sprach von einer überzeugenden Kapazitäts- und Preisgestaltung. Trotz der aktuellen Korrekturphase verzeichnet der Halbleiter-ETF eine starke Performance im laufenden Jahr und weist seit Jahresanfang ein Plus von 74,86 Prozent auf. Die Marktteilnehmer richten ihren Fokus nun auf die kommenden Quartalsberichte weiterer Branchengrößen Anfang August, um die Nachhaltigkeit des KI-Megatrends zu validieren.

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