iShares MSCI Israel ETF: TA-125 steigt 2,26 Prozent
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 05:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Am israelischen Aktienmarkt hat sich zum Wochenbeginn eine deutliche Erholung abgezeichnet. Nachdem die Kurse am vergangenen Samstag noch leicht nachgegeben hatten – der TA-35-Index schloss mit einem Minus von 0,83 Prozent –, dominierten am gestrigen Sonntag die Käufer das Geschehen. Laut Berichten von Business Upturn kletterte der TA-125-Index um 2,26 Prozent auf 4.173,88 Punkte und schloss damit nur knapp unter seinem Tageshoch. Marktexperten führen die Erholung auf eine breite Kaufnachfrage sowie Anzeichen für eine nachlassende geopolitische Spannung zurück, da die USA ihre Luftangriffe in der Region ausgesetzt haben.
Rüstungskonzerne vor milliardenschweren Börsengängen
Im Fokus der Anleger stehen derzeit die Pläne zur Teilprivatisierung der staatlichen israelischen Rüstungsunternehmen Israel Aerospace Industries (IAI) und Rafael. Wie Medienberichten zu entnehmen ist, wird IAI aktuell mit rund 100 Milliarden Schekel bewertet, was etwa 33,3 Milliarden US-Dollar entspricht. Die Bewertung von Rafael wird auf 60 Milliarden Schekel taxiert. Der israelische Staat erwägt den Verkauf von Anteilen in einer Größenordnung von bis zu 30 Prozent.
Zwischen dem Verband der börsennotierten Unternehmen und der Regierung wird derzeit intensiv über den Handelsplatz debattiert. Während der Verband auf eine Notierung an der Börse in Tel Aviv drängt, wird für die Verteidigungsriesen auch ein Listing an der US-Technologiebörse Nasdaq in Erwägung gezogen. Die wirtschaftliche Basis der Konzerne gilt als solide: Die staatlichen Unternehmen erzielten im Jahr 2025 einen Umsatz von 113 Milliarden Schekel, was einem Zuwachs von elf Prozent entspricht. Der operative Gewinn stieg im selben Zeitraum um 64 Prozent auf 9,5 Milliarden Schekel. Zudem verfügen die Unternehmen über prall gefüllte Auftragsbücher mit einem Volumen von insgesamt mehr als 50 Milliarden US-Dollar.
Finanzspritze für den Technologiesektor
Parallel zur Erholung an den Börsen hat die Israel Innovation Authority ein Hilfsprogramm für junge Technologieunternehmen aufgelegt. Das Schnellverfahren umfasst ein Volumen von einer Milliarde Schekel und richtet sich an Startups, deren Finanzierungsreserven für weniger als zwölf Monate ausreichen. Der starke Schekel hatte zuletzt viele exportorientierte Tech-Unternehmen unter Druck gesetzt. Das Programm bietet Zuschüsse für 33 bis 50 Prozent der zusätzlich benötigten Mittel, gedeckelt auf 15 Millionen Schekel pro Unternehmen.
Trotz der kurzfristigen Herausforderungen bleibt die Investitionsbereitschaft im Sektor hoch. Im zweiten Quartal 2026 flossen dem israelischen Tech-Markt rund 4,23 Milliarden US-Dollar an Kapital zu – eine Steigerung von 50 Prozent gegenüber dem Durchschnittsquartal des Jahres 2020. Besonders Segmente wie Cybersecurity, Halbleiter und Quantentechnologie verzeichneten zuletzt ein erhöhtes Interesse der Investoren.
Einordnung für Anleger
Der iShares MSCI Israel ETF spiegelt diese Dynamik wider und notiert mit einem Plus von 12,45 Prozent seit Jahresbeginn deutlich im positiven Bereich. Am vergangenen Freitag ging das Papier mit einem Schlusskurs von 105,28 € aus dem Handel. Trotz der jüngsten Kursgewinne liegt der ETF aktuell noch etwa 2,96 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt, was auf die Volatilität der vergangenen Handelswochen hindeutet. Die weitere Entwicklung dürfte maßgeblich von der Entscheidung über die anstehenden Börsengänge der Rüstungskonzerne sowie der Stabilisierung des Technologiesektors abhängen. Zudem bleiben die Kosten der regionalen Konflikte ein wirtschaftlicher Faktor: Berichten zufolge beliefen sich die Ausgaben für den Gaza-Krieg bis Ende 2024 auf rund 250 Milliarden Schekel.
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