Italien und Spanien verlÀngern abermals Grenzkontrollen
Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 20:43 Uhr | dpa, AD HOC NEWSItaliens Innenminister Matteo Piantedosi kĂŒndigte eine VerlĂ€ngerung der Kontrollen fĂŒr weitere 15 Tage an.
Dies ist bereits die zweite VerlĂ€ngerung der MaĂnahme, die den See- und Luftverkehr betrifft. Sie war Anfang August von der rechten Regierung von MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni nach der Ankunft Zehntausender Migranten in der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta ergriffen worden.
Das Innenministerium in Rom teilte mit, die VerlĂ€ngerung der KontrollmaĂnahmen werde fĂŒr notwendig erachtet. Es bestĂŒnden weiterhin Risiken fĂŒr die innere Sicherheit sowie eine "mögliche Gefahr durch terroristische Unterwanderung".
Spanien setzt nach
Madrid hatte seinerseits mit Grenzkontrollen bei Flug- und Seeverbindungen nach Italien reagiert. Auf die erste VerlĂ€ngerung Italiens folgte prompt die VerlĂ€ngerung vonseiten Spaniens. So auch jetzt: Spanien will die Grenzkontrollen nach Italien ebenfalls um weitere 15 Tage verlĂ€ngern, und teilte das der EuropĂ€ischen Kommission mit. Diese Kontrollen gelten an FlughĂ€fen und HĂ€fen mit direkter Verbindung nach Italien. Das spanische Innenministerium erklĂ€rte, die Regierung gehe davon aus, dass "die UmstĂ€nde, die zur Verabschiedung dieser MaĂnahme gefĂŒhrt haben, weiterhin bestehen".
Spaniens AuĂenminister JosĂ© Manuel Albares bezeichnete die Entscheidung der italienischen Regierung als "Schande". "Es ist absurd, es ist nutzlos und es ist eine Schande, weil damit der Geist und die Philosophie dessen, was es bedeutet, europĂ€ische Partner zu sein, untergraben werden", sagte er vor Journalisten. Albares sprach auch von einer "Attacke auf die WĂŒrde der Spanier sowie auf die Einheit und die SolidaritĂ€t der EuropĂ€er". Zugleich warf er Italien vor, derzeit doppelt so viele irregulĂ€re Einreisen wie Spanien zu verzeichnen.
Die aktuellen spanischen Grenzkontrollen gelten noch bis zum 23. September. Als Reaktion auf die Entscheidung Italiens kĂŒndigte Madrid aber schon jetzt eine VerlĂ€ngerung der eigenen Kontrollen bis zum 8. Oktober. Die linksgerichtete Regierung betonte aber, dass diese Kontrollen vorzeitig aufgehoben werden könnten, wenn sich die Lage Ă€ndere.
Kritiker werfen Meloni "Symbolpolitik" vor
Rom argumentierte bei der EinfĂŒhrung der Grenzkontrollen damals, seine Grenzen mĂŒssten wegen des Andrangs von Migranten auf Ceuta geschĂŒtzt werden. Es gibt jedoch keine Hinweise darauf, dass sich von den Migranten aus Ceuta jemand auf den Weg nach Italien gemacht hĂ€tte. Sie durften nicht einmal auf das spanische Festland. Kritiker werteten Melonis Schritt deshalb als innenpolitisch motivierte Symbolpolitik. Die neue rechte Partei Futuro Nazionale setzt die Regierung zunehmend unter Druck.
