ITV Aktie: 150 Millionen Pfund Trennungskosten
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 12:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Gestern erreichte die ITV-Aktie mit 1,02 Euro noch ein neues Jahreshoch. Heute folgt der Rücksetzer auf 0,91 Euro. Der Kurs verliert damit über sieben Prozent an Boden. Die Ursache liegt in den Details eines milliardenschweren Deals.
J.P. Morgan Cazenove stuft den britischen Sender auf „Neutral“ herab. Das neue Kursziel liegt bei 85 Pence. Analysten kritisieren vor allem die Bedingungen für den Verkauf der Unterhaltungssparte an Sky.
Die Folge: Ernüchterung an der Börse. Zwar wirkt das Volumen von 1,6 Milliarden Pfund beachtlich. Allerdings übernimmt Sky den Großteil der künftigen Synergien.
ITV bleibt auf Trennungskosten von etwa 150 Millionen Pfund sitzen. Jährlich fallen im Studio-Bereich weitere 30 Millionen Pfund an Fixkosten an. Parallel dazu schwächelt das Werbegeschäft.
Das Wachstum im zweiten Quartal erreicht voraussichtlich nur acht Prozent. Das Unternehmen hatte ursprünglich zehn Prozent in Aussicht gestellt. Politische Unsicherheiten im Vereinigten Königreich bremsen die Erholung aus.
Abschied vom klassischen Fernsehen
Der Deal mit Sky beendet die 70-jährige Tradition von ITV als integrierter Sender. Das Unternehmen wandelt sich zum reinen Produzenten von Inhalten. Hierfür fließen unter anderem 1,2 Milliarden Pfund in bar.
Aktionäre können mit einer Sonderzahlung rechnen. Geplant ist eine Rückführung von rund 950 Millionen Pfund. Das entspricht etwa 25 Pence je Aktie im zweiten Halbjahr 2027.
Fokus auf ITV Studios
In Zukunft hängt alles am Erfolg der Sparte ITV Studios. Die Konkurrenz durch globale Streaming-Giganten wächst stetig. Analysten sehen hier das größte Risiko für das verkleinerte Unternehmen.
Technisch hat sich das Bild eingetrübt. Das Papier notiert aktuell unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 0,94 Euro. Der Relative-Stärke-Index (RSI) signalisiert mit einem Wert von 38,6 eine zunehmend überverkaufte Lage.
Das Management treibt den Umbau konsequent voran. Die Finalisierung des Verkaufs ist für die zweite Jahreshälfte 2027 vorgesehen. Ab diesem Zeitpunkt muss sich das Studio-Modell ohne das Polster des klassischen Fernsehgeschäfts behaupten.
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