Jabil, Milliarden

Jabil sichert Milliarden für Serienproduktion von Apollo-Robotern

23.01.2026 - 04:15:12

Jabil beschafft eine Milliarde Euro, um die Massenproduktion des humanoiden Apollo-Roboters für Apptronik zu finanzieren und setzt ihn in eigenen Fabriken zur Effizienzsteigerung ein.

Der Fertigungsriese Jabil ebnet mit einer Milliarden-Kapitalaufnahme den Weg für die Massenproduktion humanoider Arbeitsroboter. Die Finanzspritze soll die Partnerschaft mit dem Hersteller Apptronik beschleunigen und den Apollo-Roboter schnell marktreif machen.

Milliarden für die Fabrik der Zukunft

Jabil hat den Weg für eine massive Expansion im Hochtechnologie-Sektor freigemacht. Das Unternehmen platziierte erfolgreich Senior Notes im Volumen von einer Milliarde Euro. Das Kapital ist für allgemeine Unternehmenszwecke bestimmt, kommt aber genau zum richtigen Zeitpunkt.

Die Finanzierung sichert die aufwendigen Investitionen in die Fertigung der nächsten Generation. Dazu zählen hochkomplexe Produkte wie der humanoide Apollo-Roboter von Apptronik. Jabil fungiert als weltweiter Produktionspartner für das Start-up.

Der Deal ist Teil einer klaren Strategie. Erst diese Woche gab Jabil eine Zusammenarbeit mit dem Halbleiter-Spezialisten EHT Semi bekannt. Bereits Mitte 2025 hatte das Unternehmen ein 500-Millionen-Investitionsprogramm für US-Cloud- und KI-Infrastruktur angekündigt.

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Apollo: Der Kollege aus Stahl

Im Zentrum der Partnerschaft steht der Apollo, ein humanoider Roboter für den industriellen Einsatz. Er ist etwa 1,73 Meter groß, wiegt 73 Kilogramm und kann Lasten von 25 Kilogramm heben. Konzipiert für die direkte Zusammenarbeit mit Menschen, arbeitet er mit austauschbaren Akkus für einen nahezu durchgehenden Betrieb.

Sein großer Vorteil: Er bewegt sich in Umgebungen, die für Menschen gebaut sind – ohne teure Umbauten. Erste Pilotprojekte laufen bereits, unter anderem beim Automobilkonzern Mercedes-Benz. Die Aufgabe von Jabil ist es nun, aus der innovativen Entwicklung ein bezahlbares Serienprodukt zu machen.

Der Kreislauf: Roboter bauen Roboter

Ein einzigartiger Ansatz könnte den Durchbruch beschleunigen. Jabil plant, die Apollo-Roboter in den eigenen Fabriken einzusetzen – und zwar genau auf den Linien, die später weitere Apollo-Einheiten montieren.

„Das schafft einen mächtigen Flywheel-Effekt“, erklärt ein Branchenkenner. Die Roboter übernehmen Aufgaben wie Inspektion, Sortieren oder Vorbereitung. Die dabei gesammelten Echtzeitdaten fließen direkt zurück in die Weiterentwicklung von Hardware und KI.

Dieser geschlossene Kreislauf soll die Verbesserungszyklen dramatisch verkürzen. Gleichzeitig wird Jabil zum ersten und besten Kunden seiner eigenen Automationslösung. Ein cleverer Schachzug, um Produkte unter realen Bedingungen zu testen.

Wettlauf um die Vorherrschaft

Der Markt für humanoide Roboter gleicht einem neuen Wettrennen im Weltall. Neben dem Apollo-Duo buhlen Teslas Optimus, Roboter von Boston Dynamics und Figure AI um die Vorreiterrolle. Der entscheidende Engpass ist dabei nicht mehr die Forschung, sondern die zuverlässige Massenproduktion.

Hier punktet Jabil mit seiner neuen Finanzkraft. Für Apptronik, das zuvor 350 Millionen Euro Risikokapital einsammelte, löst die Allianz das Skalierungsproblem. Die Partnerschaft kombiniert die Innovation eines Start-ups mit der globalen Fertigungsmacht eines Industriegiganten.

Die Weichen sind gestellt. Die nächsten Schritte sind der Aufbau der Produktionslinien und die Belieferung erster Großkunden aus Automotive und Logistik. Gelingt der Rollout, könnte der Apollo bald nicht nur in Fabrihen, sondern auch im Einzelhandel oder in der Pflege zum Alltagsbild gehören. Die Milliarden-Investition ist der Startschuss für diese Zukunft.

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