ROUNDUP, Japans

Japans Notenbank bestÀtigt Leitzins und beginnt mit Verkauf von ETFs

19.09.2025 - 10:17:27

Japans Zentralbank hat den Leitzins wie erwartet nicht verĂ€ndert und mit dem geplanten Verkauf von börsengehandelten Fonds (ETF) fĂŒr eine Überraschung an den FinanzmĂ€rkten gesorgt.

Die Bank of Japan (BoJ) wolle mit dem Verkauf ihrer seit der Corona-Pandemie massiv angehĂ€uften ETF-BestĂ€nde beginnen, teilte die Notenbank am Freitag in Tokio mit. Damit kĂŒndigten sie einen weiteren Schritt zur Abkehr von ihrer ĂŒber Jahre hinweg extrem expansiven Geldpolitik an.

An den FinanzmÀrkten kam es aber nur kurzzeitig zu deutlichen Kursreaktionen. Am Aktienmarkt fiel der Leitindex Nikkei 225 XC0009692440 JP9010C00002 zeitweise um rund eineinhalb Prozent. Zum Handelsschluss reduzierten sich die Verluste allerdings auf nur noch etwa ein halbes Prozent. Der japanische Yen legte ebenso wie die Renditen von japanischen Staatsanleihen zu.

Nach EinschĂ€tzung des Analysten Michael Pfister von der Commerzbank ist der angekĂŒndigte Verkauf der ETFs ein weiterer Schritt in Richtung der Normalisierung der Geldpolitik. Er schrĂ€nkte aber ein, dass dieser Prozess eher langsam verlaufe.

Beim Leitzins haben die Notenbanker hingegen auf Überraschungen verzichtet. Den haben die Notenbanker wie von Analysten erwartet weiter auf 0,50 Prozent festgesetzt. Im vergangenen Jahr hatte die Bank of Japan (BoJ) ihre jahrelange Negativzinspolitik beendet und den Leitzins wieder ins positive Terrain gebracht. Zuletzt hatte sie den Leitzins im Januar um 0,25 Prozentpunkte angehoben und seitdem keine Änderung mehr vorgenommen.

Im Anschluss an die Zinsentscheidung sagte der PrÀsident der Notenbank, Kazuo Ueda, dass sich die Inflation in Japan dem anvisierten Ziel von zwei Prozent annÀhere. Allerdings sei das Ziel noch nicht ganz erreicht. Es gebe weiterhin Preisrisiken in beide Richtungen, schrÀnkte der Notenbankchef ein.

Kurz vor der Zinsentscheidung veröffentlichte die Regierung in Tokio am frĂŒhen Morgen die Inflationsdaten fĂŒr August. Demnach ist die Inflation in Japan weiter auf dem RĂŒckzug. Die Verbraucherpreise ohne BerĂŒcksichtigung von frischen Lebensmitteln sind im August um 2,7 Prozent im Jahresvergleich gestiegen. Damit hat sich die Teuerung den dritten Monat in Folge abgeschwĂ€cht. Im Juli hatte die Inflationsrate noch bei 3,1 Prozent gelegen, im Juni bei 3,3 Prozent und im Mai bei 3,7 Prozent.

Nach EinschĂ€tzung von Experten der Dekabank haben sich mit den aktuellen BeschlĂŒssen und Aussagen die Hinweise auf eine weitere Leitzinserhöhung im Oktober verstĂ€rkt. Commerzbank-Experte Pfister erwartet in diesem Jahr nur eine weitere Zinserhöhung. "Alles, was darĂŒber hinausgeht, dĂŒrfte eher unwahrscheinlich sein", sagte der Analyst.

@ dpa.de