Jede zehnte Thunfischdose überschreitet Quecksilber-Grenzwert
28.03.2026 - 00:00:35 | boerse-global.deEine neue Laborstudie schlägt Alarm: In jeder getesteten Thunfischdose fand sich Quecksilber. Rund zehn Prozent der Proben überschritten sogar den gesetzlichen EU-Grenzwert. Die Untersuchung von Bloom und Foodwatch analysierte 148 Dosen aus fünf europäischen Ländern.
Besonders bedenklich: In 57 Prozent der Proben lagen die Werte über 0,3 Milligramm pro Kilogramm. Die betroffenen Dosen waren damit illegal im Handel. Die Verbraucherschützer kritisieren die bestehenden Grenzwerte scharf.
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Grenzwerte schützen den Markt, nicht die Gesundheit
Die Kritik zielt direkt auf die Berechnungsgrundlage der EU. Demnach wurde der Höchstgehalt von 1 mg/kg nicht nach Gesundheitskriterien festgelegt. Stattdessen soll er garantieren, dass der Großteil des weltweiten Thunfischfangs verkauft werden kann.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit empfiehlt eine wöchentliche Höchstmenge von 1,3 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht. Eine einzige Dose kann diesen Wert für ein Kind bereits fast ausschöpfen. Methylquecksilber gilt als gefährliches Nervengift.
Das unsichtbare Gift in der Nahrungskette
Quecksilber gelangt durch industrielle Emissionen ins Meer. Dort wandeln Bakterien es in Methylquecksilber um – eine hochgiftige organische Form. Über die Nahrungskette reichert sich das Gift an, besonders in großen Raubfischen wie Thunfisch.
Die WHO zählt die Substanz zu den zehn bedenklichsten Chemikalien weltweit. Sie kann die Blut-Hirn-Schranke passieren und die Gehirnentwicklung bei Kindern schädigen. Bei Erwachsenen äußern sich Folgen oft in Müdigkeit oder Konzentrationsschwächen.
Weitere Schadstoffe in der Dose
Das Quecksilber ist nicht das einzige Problem. In einigen Proben fanden sich auch Bisphenol A aus der Dosenbeschichtung und Mineralölrückstände. Selbst Bio-Dosen waren betroffen. Aromatische Mineralöle gelten als potenziell krebserregend.
Discounter-Eigenmarken schnitten in Tests besonders schlecht ab. Rewe Ja! erhielt kürzlich die Note "ungenügend" – nicht nur wegen Quecksilber, sondern auch aufgrund von Cadmium-Spuren. Auch Produkte von Lidl und Aldi lagen bedenklich nah am Grenzwert.
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So können Verbraucher sich schützen
Experten geben konkrete Tipps für den Einkauf. Kleinere Thunfischarten wie Skipjack reichern weniger Quecksilber an als große Gelbflossen- oder Blauflossen-Thunfische. Nachhaltige Fangmethoden wie Handangeln sind oft die bessere Wahl.
Schwangere, Stillende und Kleinkinder sollten Thunfisch besonders meiden. Für alle anderen gilt: Genießen Sie ihn in Maßen, nicht als tägliches Grundnahrungsmittel. Siegel wie MSC oder Naturland können Orientierung bieten.
Druck auf Industrie und Behörden wächst
Die Studie erhöht den Handlungsdruck enorm. Die Diskussion um angemessene Grenzwerte gewinnt neue dringlichkeit. Verbraucher fordern mehr Transparenz in der Lieferkette – einige Marken bieten bereits vollständige Rückverfolgbarkeit an.
Könnten strengere Kontrollen und neue Verzehrsempfehlungen folgen? Die Lebensmittelbehörden müssen prüfen, ob die aktuellen Vorschriften noch dem Gesundheitsschutz gerecht werden. Die Thunfisch-Branche steht vor einem notwendigen Wandel.
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