Johnson & Johnson Aktie: Guggenheim hebt Kursziel
27.06.2026 - 09:27:45 | boerse-global.de
Starke Verschreibungstrends, neue klinische Daten und ein nahender Quartalsbericht — bei Johnson & Johnson verdichten sich die positiven Signale gerade auffällig.
Guggenheim sieht mehr Luft nach oben
Guggenheim hat das Kursziel für J&J von 266 auf 270 Dollar angehoben und die Einstufung als Top-Pick unter den Large-Cap-Pharmawerten bekräftigt. Auslöser war ein überzeugenderes Verschreibungsbild: Die Rezepttrends für Tremfya, Caplyta und Erleada übertrafen die Erwartungen merklich. Für das zweite Quartal 2026 erwartet das Analysehaus Erlöse von 25,48 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie von 2,87 Dollar — jeweils leicht über dem Marktkonsens.
Die Quartalszahlen folgen am 15. Juli 2026. Im Fokus dürfte dabei das Immunologie-Geschäft stehen, insbesondere das Volumenwachstum bei Tremfya sowie der Start des Icotyde-Launches. Ferner werden Anleger die Onkologie-Franchise — allen voran das Multiple-Myelom-Portfolio — und die Neurowissenschaftsprodukte Caplyta und Spravato genau verfolgen. Bei Icotyde und Inlexzo gibt Guggenheim allerdings zu bedenken, dass die Verschreibungsdaten aus den frühen Vermarktungsphasen noch keine verlässliche Basis liefern.
IMAAVY mit neuen Daten beim EAN-Kongress
Parallel dazu präsentierte J&J beim European Academy of Neurology Congress 2026 zwölf neue Analysen zu IMAAVY (Nipocalimab) in der Behandlung der generalisierten Myasthenia gravis. Die Daten aus der Phase-3-Studie Vivacity-MG3 beleuchten dabei Patientengruppen, die bislang weniger im Mittelpunkt standen: Betroffene im frühen Krankheitsverlauf, mit geringerer Symptombelastung sowie Patienten mit häufigen Infektionen — einem klassischen Auslöser von Krankheitsschüben. Hinzu kommt das Design der PETUNIA-Studie, die Schwangerschaftsdaten unter IMAAVY-Behandlung erfassen soll.
Der FcRn-Blocker ist darauf ausgerichtet, krankheitsauslösende IgG-Autoantikörper zu reduzieren. Die neuen Analysen unterstreichen das Potenzial, früh im Krankheitsverlauf einzugreifen — dort, wo fortgeschrittene Therapien bislang seltener eingesetzt werden.
Sektorrotation als Rückenwind
J&J profitiert zudem von einer breiteren Bewegung am Markt: Kapital rotiert derzeit aus Tech- und Halbleiterwerten in den Gesundheitssektor. Qualitätsunternehmen ohne jüngste Restrukturierungslasten und mit klarer Akquisitionsstrategie stehen dabei besonders hoch im Kurs — eine Beschreibung, die auf J&J gut passt.
Mit dem Quartalsbericht am 15. Juli rückt der nächste konkrete Bewährungstest näher. Übertreffen Umsatz und Gewinn die ohnehin schon leicht erhöhten Guggenheim-Erwartungen, könnte das dem Kurs weiteren Auftrieb geben.
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