Julius BĂ€r Aktie: Effizienz treibt Rekordgewinn
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 07:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Julius BĂ€r hat am Dienstag Zahlen vorgelegt, die selbst optimistische Erwartungen ĂŒbertreffen. Der Konzerngewinn im ersten Halbjahr 2026 hat sich mehr als verdoppelt â getrieben nicht nur von mehr verwaltetem Vermögen, sondern vor allem von einer Bank, die plötzlich deutlich effizienter arbeitet.
Der IFRS-Konzerngewinn kletterte auf einen Rekordwert von 673 Millionen Franken, ein Plus von 128 Prozent gegenĂŒber 295 Millionen Franken im Vorjahreshalbjahr. Der Gewinn je Aktie stieg entsprechend auf 3,27 Franken. Bereinigt um Sonderposten wie den Brasilien-Verkauf und erhöhte Kreditverluste aus dem Vorjahr wĂ€chst der Gewinn immer noch um 32 Prozent â ein Beleg dafĂŒr, dass der Sprung kein reiner Basiseffekt ist.
Mehr Vermögen, aktivere Kunden
Die verwalteten Vermögen erreichten mit 547 Milliarden Franken ein Allzeithoch, ein Plus von 5 Prozent seit Jahresbeginn. Getragen wurde das Wachstum von positiver Marktentwicklung, WĂ€hrungseffekten und Netto-NeugeldzuflĂŒssen von 5,7 Milliarden Franken. Das entspricht einer annualisierten Rate von 2,2 Prozent â spĂŒrbar unter dem mittelfristigen Zielkorridor von 4 bis 5 Prozent bis 2028, den die Bank aber ausdrĂŒcklich bestĂ€tigt.
Die laufende Umsetzung eines ĂŒberarbeiteten Risiko- und Compliance-Rahmens bremst die ZuflĂŒsse weiterhin, Effekte davon dĂŒrften sich bis 2027 ziehen. Parallel dazu profitierte Julius BĂ€r von ungewöhnlich hoher KundenaktivitĂ€t im ersten Quartal: Die Bruttomarge stieg auf 87 Basispunkte, nach 83 Basispunkten im Vorjahreszeitraum.
Kostendisziplin als Gewinntreiber
Der eigentliche Hebel liegt jedoch auf der Kostenseite. Die adjustierte Cost/Income Ratio sank auf 62,6 Prozent, von 68,2 Prozent im Vorjahreshalbjahr â ein deutlicher Sprung beim operativen Hebel, den CEO Stefan Bollinger als zentralen Fortschritt im neuen dreijĂ€hrigen Strategiezyklus hervorhebt. Trotz eines leichten Personalaufbaus auf 7.675 Vollzeitstellen blieb der Kostenanstieg mit 2 Prozent moderat.
Auch die Kapitalausstattung hat sich weiter verbessert. Die harte Kernkapitalquote (CET1) stieg auf 18,5 Prozent, nach 17,4 Prozent Ende 2025, wĂ€hrend die LiquiditĂ€tsdeckungsquote auf 344 Prozent kletterte. Beide Werte liegen deutlich ĂŒber den regulatorischen Mindestanforderungen und verschaffen der Bank Spielraum fĂŒr kĂŒnftige KapitalmaĂnahmen oder Investitionen ins Wachstum.
Die Zahl der Kundenberater sank zwar leicht auf 1.247 Vollzeitstellen, doch die durchschnittlich verwalteten Vermögen je Berater legten um 6 Prozent auf 438 Millionen Franken zu â ein Hinweis darauf, dass die Bank stĂ€rker auf ProduktivitĂ€t statt auf reine Personalexpansion setzt. Der nĂ€chste Zwischenbericht ist fĂŒr den 23. November 2026 angekĂŒndigt, die vollstĂ€ndigen Jahreszahlen 2026 folgen am 1. Februar 2027.
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